Rezensionen

[Rezension] Sommer im Herzen von Mary Kay Andrews

Inhalt:

Grace Stanton ist eine erfolgreiche Lifestyle-Bloggerin. Als sie jedoch ihren Ehemann dabei erwischt, wie er sie mit ihrer Assistentin betrügt, gehen die Pferde mit ihr durch: Sie fährt seinen teuren, heißgeliebten Sportwagen in den Swimmingpool. Kurze Zeit später passt ihr Haustürschlüssel nicht mehrnd , ihre Kreditkarten sind gesperrt und auch der Zugang zu ihrem Blog ist gelöscht. Sie reicht die Scheidung ein, doch der Richter verdonnert sie erst einmal zu einer Trennungsbewältigungstherapie. Das hat ihr gerade noch gefehlt!  Am Anfang denkt Grace noch, dass sie mit den anderen vier Teilnehmern absolut nichts gemeinsam hat. Doch dann verhält sich die Therapeutin so seltsam, dass die fünf beschließen, ihre eigene Gruppensitzung jeden Mittwochabend in der Sandbox abzuhalten. Dabei stellen sie schnell fest, dass sie doch mehr verbindet, als sie dachten. Können sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und zusammen einen neuen Weg ins Leben finden.

Meinung:

Nach „Die Sommerfrauen“ und „Sommerprickeln“ war nun endlich der neue Sommerroman von Mary Kay Andrews erschienen und was soll ich sagen: das Warten hat sich gelohnt.

In dieser Geschichte lernen wir Grace, eine vollberufliche Bloggerin, kennen und werden direkt in ihr ehelichen Probleme hineinkatapultiert. Mitten in der Nacht und auf der Suche nach ihrem Mann Ben erwischt sie diesen, wie er es in der Garage im Sportwagen mit Grace’s Assistentin J’Aimee treibt. Daraufhin gehen bei ihr die Pferde durch und sie versenkt den Wagen kurzerhand im Swimmingpool. Darauf folgt unweigerliche eine ziemlich unschöne Scheidungsschlacht. Der Richter, der ihren Fall übernimmt und dafür bekannt ist, ein Frauenhasser zu sein, verdonndert Grace kurzerhand zu einer Therapie bei der sie lernen soll, mit dem Trennungsschmerz umzugehen. Dort lernt sie Camryn, Suzanne, Ashleigh und Wyatt kennen, die ebenfalls durch den gleicher Richter zu dieser Therapie verdonnert wurden und ab hier beginnt die Geschichte rund um den Kampf ums Grace’s Blog und ihre Zukunft, Wyatts Sorgerechtansprüche und der Weg zum neuen Glück.

Der Schreibstil ist, wie in den Vorgängern auch, sehr flüssig und man findet schnell Zugang zu Grace, da ihr Charakter sehr gut beschrieben wird. Der Roman ist nicht wie in vielen anderen Romanen dieses Genres, in der 1. Person verfasst, da die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Grace und Wyatt erzählt wird. Auch zu Wyatt baut man schnell Bezug auf und empfindet schnell Mitleid für ihn. Die Geschichte ist darauf ausgelegt, dass man die beiden Noch-Ehepartner der beiden hassen soll. Und ähnlich wie bei Joeffrey von „Das Lied von Eis und Feuer“ wird es wahrscheinlich niemanden geben, der Grace’s Mann Ben leiden kann. Es ist so gewollt, es wirkt jedoch nicht aufgesetzt, was unter anderem auch für meine gute Bewertung ausschlaggebend war. Die weiteren oben genannten Charaktere lernt der Leser bei den Gruppensitzungen kennen, welche jedoch meist in die Sandbox, das Lokal, welches von Grace’s Mutter geführt wird, verlegt wird, da die Gruppenleiterin Paula völlig ungeeignet für diesen Job erscheint.

Mary Kay Andrews hat einfach ein Händchen dafür, die Leser Tin ihre Geschichten versinken zu lassen. Dies ist ein Roman, den man im Urlaub (trotz seiner Dicke von 638 Seiten) an einem Tag durchlesen kann, weil man ihn einfach nicht mehr aus den Händen legen mag.

Einen Punkt Abzug erhält der Roman für das leicht abrupte Ende.

 

Fazit:

Eine tolle Lektüre für sonnige Urlaubstage.

4 von 5 Sterne.

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3 thoughts on “[Rezension] Sommer im Herzen von Mary Kay Andrews

  1. Mir gefällt besonders die Passage auf Seite 177: Wir lesen die Postings der anderen, kommentieren,empfehlen und schreiben Gastbeiträge. Wir treffen uns ein- oder zweimal im Jahr bei Meetings. Mir bedeuten diese Menschen etwas, und ich bedeute ihnen was. Rochelle schüttelte energisch den Kopf. Nein, tust du nicht. Hat einer von diesen sogenannten Freunden mal bei dir angerufen, nachdem die große Trennung von Ben überall in den Nachrichten zu sehen war? Ist einer von ihnen vorbeigekommen, mit dir Essen gegangen oder hat dir zugehört, als du das brauchtest?

    1. Hallo Ralf und erst einmal sorry dafür, dass meine Antwort so lange hat auf sich warten lassen. Als du deinen Kommentar verfasst hast, habe ich mich schon grob in der Blogpause befunden (bzw. mich auf diese vorbereitet), die leider bis letztes Jahr angedauert hat. Ich stelle gerade einen Beitrag mit Büchertipps für den Sommer zusammen und bin wieder über meine alte Rezension gestolpert. Ja, diese Passage ist wirklich sehr gelungen und mittlerweile kann ich ihrer Bedeutung noch mehr zustimmen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich über diese „Onlinewelt“ auch Menschen gefunden habe, die sich wirklich die Mühe machen würden, sich in so einem Fall bei mir zu melden. 🙂

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