Rezensionen

[Rezension] Wolken wegschieben von Rowan Coleman

Daten:

Titel: Wolken wegschieben
Autor: Rowan Coleman
Verlag: Piper Taschenbuch
Genre: Chic-Lit
Erscheinungsdatum: 01.04.2016
Isbn: 978-3492307963

 

 

 

Klappentext:

Manchmal hat Willow Briar das Gefühl, unter einer dicken Regenwolke zu leben. Sie könnte es darauf schieben, dass sie ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt. Oder dass sie verlernt hat zu lieben. Oder dass ihre skrupellose Chefin sie als ihre Leibeigene betrachtet. Doch der eigentliche Grund für ihre Unzufriedenheit liegt tief in ihrer Vergangenheit. Willow weiß: Sie muss etwas ändern und ihre Dämonen besiegen. Denn nur Verlierer stehen im Regen – aber wahre Gewinner schieben die Wolken einfach weg.

Meinung:

„Wolken wegschieben“ ist mir beim Durchstöbern der Buchhandlung in die Hände gefallen. Ich war auf der Suche nach einem Roman fürs Herz, diesmal gerne auch mit Happy End. Da ich bereits „Zwanzig Zeilen Liebe“ von der Autorin begeistert verschlungen hatte und sich der Klappentext vielsprechend anhörte, entschied ich mich – nach halbstündiger Irrfahrt mit Kinderwagen durch den Buchladen – letztendlich für diesen Roman.

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Die Seiten flogen sodann nur dahin. Colemans Schreibstil konnte mich wieder einmal für sich gewinnen. Doch schnell war klar, das hier ist kein typischer Roman, wie ihn die Fans der Autorin kennen. Wenn ihr euch über die Genre-Angabe oben gewundert habt, ja sie wurde mit Absicht so von mir vergeben. Wer also Chic-Lit überhaupt nichts abgewinnen kann, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer allerdings Romane im Stil von Kerstin Gier liebt, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

Die Handlung dreht sich rund um das chaotische Leben der Willow Briar – auch Will genannt – und ist aus der dritten Person erzählt. Schnell wird klar, dass sie viele Probleme mit sich herumschleppt. Angefangen bei der immer mehr expandierenden Konfektionsgröße, über ihre gescheiterte Ehe, bis hin zu ihrer exzentrischen Vorgesetzten – der Chefin einer der größten Talentagenturen Londons. Von dieser erhält sie sodann auch eine weitere unmögliche Aufgabe: Ein gefallenes Schauspielsternchen bei sich aufzunehmen, bis die Wogen geglättet sind. Und als wäre dies noch nicht genug, steht auf einmal ihre Ex-Stieftochter mit einem riesigen Problem vor ihrer Tür. Das einzige, was sie jetzt aufheitern kann ist dieses eine besondere paar Schuhe (Will hat einen miserablen Modegeschmack, liebt aber hohe Schuhe über alles), dass sie in der Auslage eines wirklich sehr heruntergekommenen Secondhandladens entdeckt.

Na, hab ich euch zu viel versprochen? Ich habe so viel Chic-Lit gelesen, dass ich es selbst erkenne, wenn es sich hinter einem neutralen Cover verbirgt!

In diesem Roman treffen viele bunt durchgemischte Charaktere zusammen, was jedoch keinesfalls  zu Leseschwierigkeiten führt. Ein wenig stört, dass die Personen alle ungefähr den selben Biss und Humor haben. Ein bisschen weniger hiervon bei der ein oder anderen Figur hätte dem Ganzen gut getan.

Wir haben hier die klassischen Elemente der Selbstfindung, wobei Will als auch der Leser erst spät darauf gestoßen werden. Erst gegen Ende hin wird ihr klar, was sie all die Jahre blockiert hat, eine gesunde Beziehung führen zu können. Dass diese Erkenntnis erst so spät eingearbeitet wurde und dann auch noch auf einmal ein schlimmes, längst zurückliegendes Ereignis, angedeutet wird – und somit auch noch ein beliebtes Thema des Genre New Adult mit einbaut wurde – war mit dann ein wenig to much.

Coleman bedient sich in diesem Werk vieler Klischees des vorgenannten Gerne. So zum Beispiel wird immer und immer wieder auf die Konfektionsgröße der Hauptfigur Will verwiesen. Und wie unzufrieden sie doch ist. Und wie unfähig, etwas daran zu ändern. Sie wird als sehr übergewichtig beschrieben, obwohl ihre Kleidergröße lediglich auf eine Frau üppigeren Maßes hinweist. Dieser Umstand sowie das sich ständig wiederholende Andeuten, wie sehr diese Schuhe doch ein Verändern bei ihr Bewirken, ist schon sehr oberflächlich. Wer Romane dieses Genre jedoch gerne verschlingt, wird hierüber hinwegsehen können.

Mit dem Ausgang der Geschichte bin ich zufrieden. Es ergab sich sogar eine klein Wendung, mit der ich nicht gerechnet hätte.

Fazit:

„Wolken wegschieben“ ist eine amüsante Unterhaltung für graue Regentage , von der man allerdings nicht all zu viel Tiefgang erwarten darf. Sie enthält jedoch liebenswerte und chaotische Charaktere, die man sofort ins Herz schließt. Ich empfehle den Roman allen Fans von Gier, Kinsella und Co.

Mit Hinweis auf das Heranziehen eines anderen Genre als vom Verlag vorgegeben vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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