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[Rezension] Wenn du vergisst von Heidrun Wagner

Rezension zu Wenn du vergisst von Heidrun Wagner mit Illustrationen von Miri D´Oro

Titel: Wenn du vergisst
Autor: Heidrun Wagner
Illustrator: Miri D´Oro
Verlag: Oetinger34
Genre: Jugendbuch, Mystery, Romance
Erscheinungsdatum: 22.08.2016
Isbn: 978-3958820289

„Wenn du vergisst“ ist der erste Band einer Reihe. Alle Teile im Überblick:

Band 1: „Wenn du vergisst“
Band 2: „Brennt die Schuld“ – 24.10.2016
Band 3: „In deinem Herzen“ – 01.01.2016

Ich habe das Buch im Zuge einer Leserunde auf wasliestdu.de gelesen und danke an dieser Stelle noch einmal dem Team der Community sowie dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Inhalt:

Stell dir vor, du wachst auf und weißt nicht mehr, wer du bist.

Stell dir vor, deine Zeichnungen zeigen Erinnerungssplitter voller Schmerz und Dunkelheit.

Stell dir vor, du hast ein Geheimnis, das dein ganzes Leben zerstört hat.

Stell dir vor, du könntest mit jemandem noch einmal neu anfangen.

Würdest du dich erinnern wollen?

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Meinung:

Zugegeben, die Story ist nicht neu. Ein Mädchen erwacht mit einer Kopfverletzung an einem Flussufer und kann sich an nichts mehr erinnern. Weder weiß sie wie sie heißt, noch wo sie lebt oder wer ihre Eltern sind. Was mich an diesem Buch fasziniert hatte und in mir den Wunsch es unbedingt lesen zu wollen ausgelöst hatte war das neuartige Konzept von Roman und Illustration. Hier wurde nicht einfach ein fertiges Manuskript zur Illustration weitergereicht. Man merkt mit jeder Seite, denn wirklich jede Seite ist aufwendig gestaltet, wie gut das Zusammenspiel zwischen Autorin und Illustratorin gewesen sein muss. Die Geschichte wird sowohl durch den Text, als auch die Bilder erzählt.

Der Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte reingezogen. Er ist leicht jugendlich, aber ohne vulgäre Sprache auskommen zu müssen. Man darf auch nicht vergessen, dass es hierbei um einen Roman für genau so ein junges Publik handelt. Der Roman beginnt direkt mitten im Geschehen, aber der Gedankengang des jungen Mädchens, dass sich an nichts aus ihrem früheren Leben erinnern kann, ist so mitreissend, dass dieser Umstand nicht störend ist. Die Geschichte wird schnell erzählt und die Handlung nimmt rasch fahrt auf und aufgrund der geringen Seitenanzahl von 234 hatte ich den Roman in zwei Tagen durchgelesen. Und obwohl die Geschichte auf so wenig Seiten schnell abgehandelt wird, hatte ich nie das Gefühl, etwas zu verpassen.

Die Gefühle unserer Hauptprotagonistin werden sehr realitätsnah rüber gebracht. Sie ist sehr emotional, dann und wann ein wenig naiv aber gibt nicht auf, auch wenn man ihr Steine in den Weg legen will. Dies macht sie sehr sympathisch. Ansonsten muss man sie als Leser, genau wie sie sich selbst, Stück für Stück kennenlernen. Da der Roman aus der ersten Person erzählt wird, hat man jederzeit das Gefühl, an ihren Gedankengängen teilhaben zu können. Ihre Verzweiflung, Panikattacken und Ängste werden, für mein Empfinden, sehr gut transportiert.

Die Charaktere rund um die Hauptfigur begegnen dem Leser zunächst genau so undurchsichtig, wie ihr selbst. Wer ist in diesem verworrenem Spiel Freund und Feind? Man muss es mit ihr zusammen herausfinden.

Über den Verlauf der Handlung werden immer wieder Ereignisse eingestreut, die den Leser zum Nachdenken anregen. Stimmt das wirklich, was ihr gerade erzählt wird? Was ist genau geschehen? Gab es ein Verbrechen? Warum werden Ereignisse und ihre persönlichen Sachen vor ihr verheimlicht? Einige Fragen werden geklärt, da es sich aber um eine Reihe handelt, endet das Buch mit einem bösen – mit einem sehr bösen! – Cliffhanger.

Ein nettes Detail waren die leicht schräg stehenden Absätze auf den Seiten 160 bis 166, weil sie (Achtung geringer Spoiler!) dort leicht betrunken war. Man merkt dem Buch einfach die Liebe zum Detail an.

Einzig gestört hat mich die Liebesgeschichte, die für meinen persönlichen Geschmack zu schnell abgehandelt  wurden. Hier hätte ich mir mehr Gefühl und mehr Details gewünscht. Aus diesem Grunde auch der halbe Stern Abzug.

Zitat:

„Weist du, wie es sich anfühlt?“, frage ich und bin mir nicht sicher, ob ich mit Elias oder mir selbst spreche. Er schüttelt den Kopf, und ich rede weiter. „Als wären all die Momente, die mir wichtig waren, all die Erinnerungen, die mich ausgemacht haben, mit dem Fluss davongetrieben.“

Fazit:

„Wenn du vergisst ist“ ein Mystery-Jugendroman, der mich vollkommen überzeugen konnte. Einzig die aufkommende Liebesgeschichte war nicht nach meinen Geschmack. Da sie aber nicht der Hauptaspekt des Buchs ist, kann ich da gerne drüber hinweg sehen. Wer weiß, was der nächste Teil hier noch bereit hält.

Einzig die Wartezeit auf den zweiten Band stört, aber zum Glück ist ja bald schon Oktober. 🙂

Ich vergebe hier 4,5 von 5 Sternen.

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