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Rezension zu Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen von Cornelia Franke *5 Sterne*

Rezension zu Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen von Cornelia Franke

Titel: Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen
Autor: Cornelia Franke
Verlag: cbt
Genre: Jugendbuch, Coming of Age
Erscheinungsdatum: 11.07.2016
Isbn: 978-3570310144

Ich habe das Buch im Zuge einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei Cornelia und Dominic für das Rezensionsexemplar.

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Inhalt:

Jess‘ große Leidenschaft sind Filme und seit dem Tod ihrer Mutter ist das Kino ihr zweites Zuhause. So scheint es ein Leichtes, für ein Schulprojekt einen Blog über ihr Lieblingsthema ins Leben zu rufen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Und dann ist da auch noch Marvin, der plötzlich mehr von ihr will, als nur der hilfsbereite Freund zu sein. Langsam merkt Jess, dass sich das Leben durchaus nicht immer wie im Film abspielt.

Meinung:

Ich hatte mich für diese Leserunde entschieden, weil mich die Inhaltsangabe angesprochen hatte und die Autorin, die die Runde begleiten würde, auf den ersten Blick sehr sympathisch erschien. Erwartet habe ich einen locker flockigen Jugendroman mit Turbulenzen und ganz viel Liebe (und Popcorn). Dass mich dieses Buch aber so begeistern und auch überraschen würde, hätte ich nicht gedacht. Und an dieser Stelle sei wieder gesagt: Never judge a book by it’s cover!

Zu Beginn wird man direkt ins Geschehen hineingeworfen und lernt die Hauptfigur Jessica – von allen nur Jess genannt – , sowie ihre besten Freunde in ihrer liebsten Umgebung kennen: Dem Lichtspielhaus. Filme haben in Jess’ Leben einen ganz besonderen Platz eingenommen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie im Fach Medien, in dem die Klasse als Projekt einen Blog erstellen soll, das Thema Filmkritik auswählt. Hier könnte nun eigentlich eine kunterbunte Teenagerkomödie ihren Lauf nehmen, in dem – wie im Film – das Gute siegt und die Liebe auf rosaroten Wolken schwebt. Doch umso mehr der Roman an Fahrt aufnimmt, zeigt er seine tiefergehenden Seiten. „Wäre mein Leben ein Film…“ ist ein Coming of Age Roman über ein junges Mädchen, dass seinen Platz im Leben zunächst nicht gefunden hat. Er behandelt Themen wie Mobbing und das „sich anders als andere“ Fühlen, ohne seinen Humor zu verlieren. Denn dieser ist, dank dem flüssigen und leichten Schreibstil immer, aber nicht aufgesetzt, vorhanden.

Jess flüchtet sich bei unangenehmen Situationen gerne in ihre Tagträume, um sich sich den Ausgang dieser filmisch vorzustellen. Warum dies so ist wird schnell klar, wenn man einen Blick auf ihre Familienverhältnisse wirft. Sowohl diese, als auch die aufkommende Romanze wurden von der Autorin realistisch und genau gegenteilig zu den ganzen Filmvorlagen dargestellt. Wer meinen Geschmack kennt weiß, dass ich Liebesgeschichten mit Schnulzen-Happy End und ellenlangen Liebesbekundungen überhaupt nicht leiden kann. Der Autorin scheint es ebenso zu ergehen und räumt zusammen mit Jess’ Gedankenwelt mit diesen Klischees auf.

Gut gefallen haben mir die hin und wieder eingestreuten Blogeinträge von Jess und ihrer Freundin Lisa, die noch ein wenig mehr von der Gefühlswelt der beiden Preis gegeben haben.

Mich konnte das Buch durch seine mit Ecken und Kanten versehenen Charaktere und die überraschende Tiefe überzeugen. Der Verlag gibt mit 12 Jahren eine realistische Altersangabe an, wenn man nicht den nächsten Young Adult Schundroman sucht. Wenn man jedoch Jugendbücher mit Charakterentwicklung mag und sucht, ist dieses Buch auch für ältere Leser geeignet. Mit ihren 16 Jahren wurde eine realistische Hauptfigur geschaffen, die sich abseits der Gossip- und Modewege bewegt und mir der ich mich aufgrund meiner eigenen Schulzeit wirklich sehr gut identifizieren konnte.

Wirklich nett sind auch die kleinen Anspielungen zu real existierenden Filmen. Da ich selbst eher ein Serienfan bin, konnte ich allerdings nicht alle ausmachen.

Zitat:

„Wie würde Lisa sagen? Das Abenteuer beginnt, wenn man den ersten Schritt aus der Tür wagt.“ Seite 287

Fazit:

„Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen“ bekommt von mir die volle Punktzahl. Mich konnten sowohl die liebevoll gezeichneten Charaktere, deren Entwicklung, die niedliche jedoch realistische erste Liebe, als auch (und gerade wohl deswegen) die Verbundenheit mit der Hauptfigur überzeugen. Dies wird sich nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.

Ich lege diesen Roman allen Geeks, Elfen und Weltraumkapitänen zu Herzen. Fans von Rainbow Rowells „Fangirl“ werden sich auf ihre Kosten kommen.

5 von 5 Sterne.

Abspann:

Da jeder guter Film einen Abspann braucht, seht ihr hier meine Zeichnung von Jess, wie ich sie mir vorgestellt habe. Da dies nur aus meinem Kopf kommt und meine Finger beim zeichnen sowieso immer etwas anderes machen, sehe ich dies nicht als Spoiler an. :p

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