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Rezension zu Up in Flames „Entbrannt“ *1 Stern*

Rezension zu Up in Flames „Entbrannt“ von Abbi Glines

Titel: Up in Flammes „Entbrannt“ – Rosemary Beach Band 14
Autor: Abbi Glines
Verlag: Piper
Genre: New Adult
Erscheinungsdatum: 01.09.2016
Isbn: 978-3492309202

Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise durch den Piper Verlag zur Verfügung gestellt.

abbiglines

Inhalt:

Wer liebt, wird verletzt. Immer. Das musste Nan schon früh auf schmerzhafte Weise lernen. Nach außen hin hat sie sich deshalb längst eine harte Schale zugelegt: Sie ist kalt und berechnend, sie provoziert, intrigiert und macht ihren Mitmenschen das Leben zur Hölle. Innerlich ist sie jedoch zerrissen, gebrochen, zutiefst unglücklich. Vor allem aber hat sie es sich verboten, jemals wieder Gefühle für einen anderen Menschen zuzulassen. Doch dann empfindet sie plötzlich trotzdem etwas – und zwar ausgerechnet für den Mann, bei dem sie es am wenigsten erwartet hat.

Meinung:

Glines’ Romane sind entweder schön unterhaltend, so dass man nach einem langen Tag damit ein wenig abschalten kann, oder aber sie sind so richtig schlecht. Dazwischen gibt es nichts. Und aus diesem Grund würde ein Abbi Glines Roman auch nie fünf Sterne von mir erhalten. Und dann wiederum gibt es Bücher von ihr, die das anscheinend noch übertreffen können. Dass ich aber einmal eine so schlechte Bewertung abgeben muss, hätte ich nicht gedacht.

Die Autorin gibt vor, was im Bereich Contemporary zu trenden hat. Das Erfolgskonzept ist einfach. Man nehme ein Pärchen mit vielen Freunden, vielen Problemen und ganz viel erotischer Spannung, die direkt ab dem ersten Treffen die Luft zum knistern bringt. So entsteht nicht nur ein Roman, der allerdings gerade mal so an der 300 Seiten Marke kratzen darf, nein, man hat auch noch genug Stoff, um viele weitere Bücher füllen und eine Reihe daraus zaubern zu können. In diesem Fall sind es sage und schreibe 14 Bände geworden. Nachdem ich die ersten fünf Bücher gelesen hatte und relativ traurig über deren Entwicklung war, bin ich auf andere Romane von ihr umgestiegen, die mich mehr unterhalten konnten (Until Friday Night war ein solides Werk von ihr). Da mir aber die in diesem Band zur Hauptcharakterin auserkorene Nan als einzige wirklich in Erinnerung geblieben ist, musste ich natürlich wissen, wie ihr Abschluss und auch der der Reihe gestaltet wurden.

Leider nahm das Unheil schon ab den ersten Seiten seinen Lauf. Ohne zu viel von der Handlung verraten zu wollen, lässt sich der Roman einigermaßen so zusammenfassen:

Es gibt wieder die typische Kapitelabwechslung zwischen den Geschlechtern. In diesem Buch wurde allerdings ein Gegenspieler zum männlichen Part dazu gefügt, was dem ganzen wohl mehr Spannung verleihen sollte. Was sich mir dann jedoch im Verlaufe des Romans offenbarte, konnte ich nicht wirklich als typischen Glines bzw. New Adult Roman hinnehmen. Wer schon die kurze Spanne zwischen Kennenlernen und dem Schwören von ewiger Liebe in ihren anderen Büchern nicht ernst nehmen konnte, wird an diesem Buch verzweifeln. Hey, dafür gibt es Sex. Maßenhaft Sex. Maßenhaft klischeebehafteten und unrealistischen Sex. Man neigt dazu, sich an das Setting eines schlechten Pornos versetzt zu fühlen. Des Weiteren werden den nicht mit der Materie vertrauten Leserinnen surreale Vorstellungen von BDSM vermittelt, wie es zuletzt nur 50 SoG vermochte.

Die drei Charaktere bleiben bis zum Schluss nahezu farblos. Achtung Spoiler (den folgenden farblich markierten Absatz einfach überspringen, falls man an dieser Stelle nicht zu viel lesen möchte. Danach geht es normal weiter):

Wer gehofft hatte, mehr über Nans Vergangenheit zu erfahren um endlich zu verstehen, wie sie so werden konnte, wird leider enttäuscht werden. Weder gibt es hier eine plausible Erklärung zu (wie zu all den anderen Schicksalen in ihren Büchern), noch läuft sie eine in irgendeiner Weise erkennbare Entwicklung durch.

Nan ist bis zum Schluss wahnsinnig naiv, oberflächlich und das Klischee-It-Girl. Die beiden männlichen Protagonisten sind sexbessene Egomanen die sich jedoch – ähnlich anderer Charaktere der Reihe – von jetzt auf gleich in Schoßhündchen verwandeln können.

Aber als ich dachte, dass dies diese verbale Entgleisung der Autorin nicht mehr toppen könnte, kam noch die Auftragskillergeschichte dazu. An dieser Stelle hatte der Roman wirklich bei mir verloren und ich habe ihn nur des Anstandswillen bis zum Ende durchgezogen.

Die Grundidee sowie die Charaktere an sich betrachtet, wirken sehr interessant. Es war allerdings die Umsetzung, an der es gescheitert ist. Würde die Autorin nicht ein Buch nach dem anderen produzieren, hätte mit Sicherheit ein besseres Werk entstehen können.

Zitat:

Diesmal war leider nichts Erwähnenswertes dabei.

Fazit:

Ich habe lange mit mir gehadert, wie viele Sterne ich meiner Bewertung geben soll. In meinen Augen ist dieses Buch ein gruseliger Teil der Glines-Geldmaschinerie. Ich versuche meine Buchbesprechungen immer so objektiv wie möglich auf das Genre betrachtet zu verfassen und meine persönliche Meinung als genau das was sie ist, stehen zu lassen. Daher gebe ich auch dann, wenn mich ein Buch nicht hundertprozentig überzeugen konnte eine Leseempfehlung für den Leserkreis ab, für den das Werk in meinen Augen gedacht ist. Hier kann ich dies beim besten Willen jedoch nicht machen. Dieses Buch ist nichts für jüngere LeserInnen, da hier mit Nan eine Hauptcharakterin geschaffen wurde, die es auf keinen Fall gilt, sich als Vorbild zu nehmen. Dieses Buch lässt mich leider wirklich sehr frustriert zurück und es wird wohl auf langer Sicht erst einmal mein letzter Glines gewesen sein.

Ich hätte noch Punkte dafür vergeben können, dass es ein tränenreiches (was in mir allerdings nichts mehr auslösen konnte) Happy End gegeben hat. Oder, dass man den Teil auch unabhängig von den anderen lesen kann. Aber diese Punkt konnten es zum Schluss leider auch nicht mehr retten.

Und so sehr ich dies auch bedauere, kann ich für „Up in Flames“ leider nicht mehr als einen Stern vergeben.

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