Rezensionen

[Rezension] Calendar Girl „Verführt“ von Audrey Carlan

Daten:

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Titel: Calendar Girl „Verführt“: Januar/Februar/März
Autor: Audrey Carlan
Verlag: Ullstein Buchverlage
Genre: Erotikroman
Preis: 12,99 €
Erscheinungsdatum: 27.06.2016
Isbn: 978-3548288840

Verführt ist der erste Band einer Reihe. Alle Bücher in der Übersicht:

Calendar Girl „Verführt“: Januar/Februar/ März – Erschienen am 27.06.2016
Calendar Girl „Berührt“: April/Mai/Juni – Erschienen am 12.08.2016
Calendar Girl „Begehrt“: Juli/August/September – Erschienen am 30.09.2016
Calendar Girl „Ersehnt“: Oktober/November/Dezember – Erscheint am 18.11.2016

Inhalt:

Mia Saunders braucht Geld. Viel Geld. Eine Million Dollar, um ihren Vater zu retten. Er liegt im Krankenhaus, weil er seine Spielschulden nicht begleichen konnte. Um die Summe aufzutreiben, heuert Mia bei einer Agentur an und lässt sich als Begleitung buchen. Ihre Gesellschaft kostet 100.000 Dollar pro Monat. Sex ist ausdrücklich nicht Teil des Deals – leicht verdientes Geld! Und der Liebe hat Mia sowieso abgeschworen. Als sie ihrem ersten Kunden, dem Hollywood-Autor Wes Channing, gegenübersteht, ist schnell klar: Zwischen den beiden knistert es gewaltig. Vor ihnen liegt ein Monat voll heißer Leidenschaft. Doch Mia darf sich nicht verlieben. Denn Wes ist nur Mr Januar.

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Meinung:

Ja, ich weiß. Von den sogenannten „gehypten“ Büchern wollte ich eigentlich vorerst die Finger lassen. Aber irgendwie war mir danach. Also durfte es beim Wocheneinkauf mit. Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch angesetzt und so lies ich mich nieder, um von Mias Geschichte berieselt zu werden. Und wer hätte es gedacht, das Buch konnte mich tatsächlich noch überraschen. Es wies auch einige Schwachstellen auf, mit denen man, aber angesichts des Genres, leben kann. Wenn man möchte.

Es sind die kleinen absurden Geschehnisse, die letztendlich auch zum Punkteabzug geführt haben. Der Aufhänger der Geschichte zum Beispiel. Mia lebt mit ihren kleinen Schwester und ihrem in Vater in Vegas. Mit den Männern hatte sie bislang kein großes Glück. Und ausgerechnet ihr letzter Exfreund ist derjenige, der ihrem spielsüchtigen Vater eine horrende Summe leiht, die der Vater natürlich nicht zurück zahlen kann. Und wieder einmal liegt es an Mia, ihre Familie aus der Bredouille zu ziehen. Ihre einzige Möglichkeit, schnell an so viel Geld zu kommen kann also nur sein, dass sie für ihre Tante als Escortgirl anheuert. Wenn man davon ausgeht, dass nicht alle Familien ihren Traum vom Vorstadtidyll leben und eben solche familiären Konstellationen möglich sind, wirkt es nicht mehr ganz so unglaubwürdig. Was mich vielmehr an dieser Situation gestört hat war, dass Mias Tante ihr – zumindest in Band 1 – nur die absoluten Traummänner vermittelt. Selbst wenn das Unternehmen eines der „besseren“ ist, fehlte mir ein wenig die Beleuchtung auf die Negativseiten dieses Gewerbes. Aber hier lasse ich mich gerne von den folgenden Büchern überraschen.

Der nächste Punkt wäre Mia selbst. Auf der einen Seite ist eine selbstbewusste junge Frau, die aufgrund ihrer bisherigen Lebensumstände schon früh lernen musste, sich – und ihre kleine Schwester – durchs Leben zu boxen. Mia ist keine Prinzessin, die gerettet werden muss. So geht sie auch das Jahr im Escortgewerbe an und nimmt sich vor, sich auf keinen Fall zu verlieben. Aufgrund meiner bislang schlechten Erfahrung mit solchen Büchern hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass sie ihre Vorsätze schon in den ersten Kapiteln über Board wirft aber auch hier konnte sie mich positiv überraschen. Und dann wirkt sie, besonders im Februar, an vielen Stellen so naiv und begriffsstutzig, dass sogar ihr Gegenüber davon genervt ist. Im letzten Teil findet fängt sie zwar noch die Kurve, aber ich frage mich wirklich, was in Teil zwei passiert ist. Da dieser Abschnitt im Allgemeinen der für mich schwächste des Romans ist, sehe ich aber darüber hinweg. Es kann (hoffentlich) nur besser werden. Ihr Vertrag sagt eindeutig aus, dass sexueller Kontakt nicht inbegriffen ist und dieser von dem jeweiligen Callgirl selbst ausgehen muss. Wenn es jedoch zu sexuellen Handlungen kommt, sind diese direkt an die Frau  zu vergüten. Und auch wenn dies Mias bewusst ist, ärgert es sie sehr, dass für den Sex bezahlt wird. Sie sei ja keine Prostituierte. Vielleicht ist einfach der Wunschgedanke der Auslöser für ihre Ausraster, aber ich fand dieses Verhalten schon sehr naiv. Jedoch nimmt sie aus jedem Job etwas mit – und ich rede hier nicht von einer Geschlechtskrankheit oder einem Baby. ^^ In einigen Verrissen wurde Mia als Flittchchen bezeichnet, weil sie Spaß an ihrer Arbeit hat. Gerade von Frauen kann ich solche Aussagen nicht verstehen. Wieso dürfen Frauen keinen Spaß am Sex haben?

Wenn man des weiteren vernachlässigt, dass praktisch alle Menschen in diesem Buch „wunderschön“ sind, kann man sich auf ein paar kurzweilige Stunden freuen. In einigen Kritiken habe ich gelesen, dass sich über den häufigen Sex beschwert wird. Da es sich hierbei aber ausdrücklich um einen Erotikroman und keinen klassischen Liebesroman handelt, kann ich dies nicht ganz nachvollziehen. Die erotischen Szenen zwischen Mia und ihren Kunden sind sehr ansprechend, wenn auch sich einiges ab und an wiederholt. In diesem Buch sind ihre Kunden ausschließlich Vanilla, vielleicht gibt es in den anderen Bänden ja dahingehend noch Überraschungen.

Zitat:

„Mein letzter Fehltritt war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich kam zu der Überzeugung, dass wahre Liebe eine Erfindung der Grußkartenhersteller und der Autoren von Liebesromanen und romantischen Komödien ist.“ – Seite 10

Gut zu wissen:

Alle Monate sind auch einzeln für den eReader erhältlich.

Fazit:

Überzeugen konnten mich die vielen unterschiedlichen Charaktere, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Auch, dass das Ende nicht den Ausgang genommen hat, den man von bisherigen ähnlichen Werken kennt. Man merkt trotz einiger kurzzeitiger Denkaussetzer, dass Mia eine Entwicklung durchläuft, die mit diesem Buch noch nicht abgeschlossen ist. „Calendar Girl“ ist keine literarische Höchstleistung, aber auch eine nette und anregende Lektüre für einen Nachmittag/Abend. Man darf allerdings nicht dem Glauben verfallen, dass dieses Gewerbe ein Leben im Luxus verspricht. Auch sollte man vor dem Kauf und während des Lesens nicht vergessen, dass es sich nicht um keinen New Adult oder Liebes-, sondern um einen erotischen Roman handelt.

Eine Bewertung zu schreiben fand ich schwierig, da mir das Buch an sich gut gefallen hat und doch ein paar Klischees aufwies. Ich möchte jedoch definitiv wissen wie es weiter geht und werde bald schon mit dem zweiten Band anfangen. „Calendar Girl“ Band 1 bekommt von mir spendable 4 Sterne, da es sich trotz einiger Makel von anderen Büchern der Art abheben kann.

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