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Rezension zu Schattentraum Band 1 von Mona Kasten *3 Sterne*

Rezension zu Schattentraum 1 von Mona Kasten

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Titel: Schattentraum: Hinter der Finsternis
Autor: Mona Kasten
Verlag: Selbstverlag
Genre: Romantasy
Preis: 10,99 €
Erscheinungsdatum: 15.10.2014
Isbn: 978-1502841513

Dies ist der erste Band einer Reihe. Alle Titel in der Übersicht:

Band 1: Schattentraum: Hinter der Finsternis – Erschienen am 15.10.2104
Band 2: Schattentraum: Mitten im Zwielicht – Erschienen am 12.06.2015
Band 3: Schattentraum: Vor dem Lichtglanz – Erschienen am 09.03.2016


Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter wünscht sich Emma nichts sehnlicher, als der Finsternis zu entfliehen, die sie seitdem heimsucht. Womit sie dabei nicht rechnet, ist Gabriel, der plötzlich in ihr Leben tritt. Mit seinem arroganten Charme nimmt er ihre Gedanken völlig für sich ein. Doch die Dunkelheit lässt Emma nicht los. Alpträume, in denen ihr Schattenwesen erscheinen, machen ihr das Leben schwer. Und auch Gabriel ist nicht der, der er vorgibt zu sein – jede seiner Berührungen könnte sie in den Abgrund ziehen. Bald weiß Emma nicht mehr: Was ist Traum und was Wirklichkeit?

Meinung:

Gerade hypt Mona Kastens „Begin Again“ ja sehr. Da es sich mal wieder um einen NA Roman handelt, habe ich bislang die Finger davon gelassen, da ich nach Büchern wie z.B. „Plötzlich Banshee“ keine bösen Überraschungen mehr haben wollte. Da eine liebe Instagram-Freundin gerade ihr Bücherregal am aussortieren, und „Schattentraum: Hinter der Finsternis“ dabei war, nahm ich dies zum Anlass, mir die Erstlingswerke der Autorin genauer anzuschauen.

Wenn sich Bücher so gut verkaufen, muss es ja einen Grund dafür geben. Leider kann ich mich bei diesem Auftakt der Romantasy-Reihe der Autorin den vielen positiven Rezensionen auf Blogs, Amazon und Co. nicht anschließen.

An Grundidee, Schreibstil und Atmosphäre lag dies zumindest nicht. Mona Kasten hat einen angenehmen Erzählstil und ich konnte mich schnell in Emmas Welt hineinversetzen. Emmas Gefühlswelt wird durch die Ich-Erzählung stimmig rüber gebracht doch waren es ihre Entscheidungen und Verhaltensweisen, die mich nicht mit ihr anfreunden ließen. Die Inszenierung, Emma durch ihre nächtlichen Träume in die Schattenwelt driften zu lassen waren mir die liebsten Stellen im Buch. Es hätte also eigentlich ein schönes fantastisches Werk mit romantischen Einflüssen werden können.

Meine Kritikpunkte sind zum einen die starken Ähnlichkeiten zu anderen Büchern des Genres. Ich hatte häufig das Gefühl, genau so etwas schon einmal gelesen zu haben. Der Auftakt erinnert sehr an „Twilight“, der weitere Verlauf an „Plötzlich Fee“. Dazu kommen viele weitere Klischees aus dem Genre romantisch-fantastischer Liebesroman. Der Umzug in eine neue Stadt mit neuer Schule, die Rivalin, der Schulball, der gutaussehende Badboy, die Dreiecksgeschichte. Alles Dinge, ich ich schon (zu) oft gelesen habe. Des Weiteren ist bei den meisten Nebencharakteren schon früh erkennbar, welche Rolle sie später spielen werden. Hier blieb  leider kein Platz für überraschende Wendungen.

Am allermeisten hat mich – mal wieder – gestört, dass auch in diesem Roman die „Heldin“ als starke und durchsetzungsstarke Person beschrieben wird, jedoch nicht so handelt. Auch hier wird ihr der wunderschöne, jedoch rätselhafte Junge an die Seite gestellt, der sie aus jeder misslichen Lage befreien muss. Auch wenn die „magische Anziehungskraft“ die von Gabriel auf Emma ausgeübt wird, durch seine wahres Ich erklärt wird, ist es mir bis zum Schluss nicht nachvollziehbar, warum von Liebe gesprochen wird. Man kennt sich kaum, weiß nichts voneinander, hat auch nicht wirklich viel miteinander gesprochen. Das reicht mir einfach nicht für die „große Liebe“. Das ständige Hin und Her konnte es leider auch nicht mehr retten, da auch diese Handlungen bis zum Schluss für mich unzureichend begründet blieben. Auch dies ist leider wieder ein Buch, dass in meinen Augen auch super ohne den Loveinterest funktioniert hätte. Emmas Verhalten ihm gegenüber war an manchen Stellen wirklich zum Haare raufen:

„Jedem anderen Mädchen hätte ich aufgeholfen und es danach die Begegnung vergessen lassen“, fuhr Gabriel gedämpft fort. „Ich habe dich absichtlich liegen lassen, Emma. Aber nur, weil ich dich kennenlernen wollte. Weil ich mir gewünscht habe, dass du mich im Gedächtnis behältst.“

Gabriel spricht an, dass er sie bei der ersten Begegnung im Café ihrer Großmutter angerempelt hat, so dass sie hingefallen ist und sich der Inhalt ihres Eiskaffees auf sie ergossen hat. Ich hätte den Typen auch im Gedächtnis behalten, aber nicht, als meine wahre Liebe… Auch finde ich das ständige und „zufällige“ Auftauchen eines solchen Kerls gruselig und nicht romantisch. Bei welchem Buch in diesem Genre fing die Romantisierung von Stalking eigentlich an?

Wer der Antagonist der Geschichte sein würde, war mir leider schon sehr früh klar. Doch war er für mich noch mit die interessanteste Person der ganzen Geschichte. Und doch gibt es auch hier für mich ein aber: Warum versteift sich ein „König der Finsternis“ auf ein siebzehnjähriges, unscheinbares Mädchen und ihre Freunde? Der Beweggrund „mir war langweilig“ ist mir da leider nicht ausreichend genug.

Fazit:

Der erste Band von Schattentraum bekommt von mir drei Sterne, weil dies das erste Werk der Autorin ist und ich sehr viel Luft nach oben sehe. Die spannendste Momente waren für mich Emmas Träume, die sehr anschaulich und auch gruselig beschrieben wurden. Ein bisschen mehr Düsternis statt Teenie-Romantik und  ich hätte das Buch wirklich sehr gerne gemocht. So habe ich jedoch leider keinen Anreiz, die Serie weiter zu verfolgen.

12 thoughts on “Rezension zu Schattentraum Band 1 von Mona Kasten *3 Sterne*

  1. Liebe Denise,
    ich beobachte derzeit auch den Hype um „Begin Again“ und lasse erstmal ebenfalls die Finger davon, da ich keine Lust auf Standard-NA habe. Und das wird es sein, befürchte ich 😉 Deinen Beitrag finde ich super! Toll, dass du an ein Erstlinsgwerk von Mona Kasten gekommen bist. Ich kann deine Kritik gut nachvollziehen, genau diese Punkte hätten mich sicherlich auch sehr gestört.
    Liebe Grüße,
    Anna

    1. Liebe Anna, vielen Dank für deinen Kommentar. Das Genre an sich könnte viel toller sein, wenn wir weibliche Hauptcharaktere hätten, die ihr Hirn nicht ausschalten, sobald sie „ihrem“ Badboy begegnen. Die sich auch selbst „retten“, egal aus welcher Lage. Gleiches gilt natürlich auch für das Genre Romantasy.

      1. Ja, ich finde ich, dass es zur Zeit sehr festgefahren nach diesem Schema läuft. Gerade bei interessanten Ansätzen wie bei diesem Buch, ist es dann natürlich schade. Hoffentlich ändert sich daran bald etwas, denn der Büchermarkt ist langsam übersättigt.

          1. Oh man. Ich hatte mir, nachdem ich meine Rezi eingestellt hatte, mal die anderen „schlechten“ Bewertungen angeschaut. Dort wurde in einer bemängelt, dass der Prolog eins zu eins von Samantha Youngs „Dublin Street“ übernommen wurde. Habe mir deswegen gerade mal die Leseprobe herunter geladen, weil mir das keine Ruhe gelassen hat und was soll ich sagen: Ja, es stimmt. Also das finde ich nun wirklich sehr dreist. Hätte ich das vorher gewusst, wäre meine Wertung wahrscheinlich noch ein wenig schlechter ausgefallen.

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