Rezensionen

[Sachbuchrezension] Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen

Daten:

kann mein.png

Titel: Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen? Wissenschaft in Kultserien
Autor: Andrea Gentile
Übersetzer: Marco Goran Romano
Verlag: Atlantik (Hoffmann & Campe)
Genre: Sachbuch
Preis: 17,00 €
Erscheinungsdatum: 14.10.2016
Isbn: 978-3455700213

Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

Diese Rezension ist quasi eine Weltpremiere, da Martin und ich uns das erste Mal gemeinsam an eine Bewertung gesetzt haben. Wir haben das Buch zusammen gelesen und anschließend jeder für sich seine Meinung verfasst.

Klappentext:

Wissenschaftlich geprüfter Stoff für alle Serienjunkies:

Wie reagiert man nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen am besten auf eine Zombie-Epidemie à la Walking Dead? Könnte jeder Chemielehrer einfach so Crystal Meth produzieren wie Walter White in Breaking Bad? Wann ermöglicht die Wissenschaft das Teleportieren wie in Star Trek? Und was für eigentümliche klimatische Bedingungen herrschen eigentlich in Game of Thrones? Andrea Gentile stillt jeden Wissensdurst nach der nächsten Session Binge Watching. Mit vielen farbigen Illustrationen von Marco Goran Romano.

Meinung Martin:

Was mich sehr gestört hat war der Schreibstiel des Autors oder auch der des Übersetzers. Es reiht sich zum Teil Schachtelsatz and Schachtelsatz.

Die Abschnitte zu den einzelnen Serien sind recht kurz geraten. Dennoch scheint es dem Autor schwer gefallen zu sein, wirklich mit relevantem wissenschaftlichem Inhalt zu füllen. Sei es die Biographie von Werner Heisenberg im Teil zu Breaking Bad oder eine Abhandlung zur Relativitätstheorie und dem Thema Zeitreisen bei Doctor Who. Wer sich für diese Themen interessiert findet hier sicher interessante Quellen. Zudem wird immer wieder Namedropping von Wissenschaftlern oder Studien betrieben, um Inhalte zu generieren. Dabei finden sich jedoch keine Quellenangaben, die einem erlauben würden Behauptungen zu überprüfen oder bei vielleicht gewecktem Interesse noch mehr dazu lesen zu können.

Man hat das Gefühl, dass der Autor versucht hat das Buch möglichst schnell mit Inhalten zu füllen. Dabei ist es weder sonderlich unterhaltsam, noch bringt es in den meisten Fällen einen tatsächlichen Erkenntnisgewinn.

Meinung Denise:

Zunächst einmal möchte ich die Aufmachung des Buchs hervorheben. Es ist komplett farbig gestaltet und jeder Serie wurden passende Bilder beigesteuert. Auch die Größe und Bindung ist für ein Sachbuch gut gewählt worden. Was die Haptik angeht, kann ich also nichts bemängeln.

Der Inhalt war an manchen Stellen sehr trocken. Wenn man sich nicht wirklich für das jeweilige Thema interessiert hat, war es stellenweise mühsam, einen guten Lesefluss beizubehalten. Dies lag vor allem an den von Martin bereits erwähnten sehr langen Schachtelsätzen. Dank meiner jahrelangen Tätigkeit für Rechtsanwälte falle ich auch oft in diese Falle, versuche aber stets, mich zu bessern.

In Sachbücher, egal welcher Art, gehören nach meinem Empfinden immer Quellenangaben. Der Autor hat in diesem Werk leider keine einzige angegeben. Besonders bei Studien und deren Ergebnisse wüsste ich gerne, auf wen sich der Autor an dieser Stelle bezieht.

Ich empfehle des Weiteren bei Serien, die man noch nicht gesehen bzw. nicht bis zum Schluss gesehen hat, diese zu überspringen. Wir haben uns das Buch gegenseitig vorgelesen und Martin hat jedes Mal, wenn ein Hinweis auf etwas kam, was ich noch nicht gesehen habe, diesen Teil übersprungen. Spoilerwarnungen an den entsprechenden Stellen wären meiner Meinung nach sehr angebracht.

Gentile behandelt zu jeder Serie ein bis zwei Themen und ob diese in der Realität umsetzbar sind. Dies ist durchaus unterhaltsam, Fantasyserien wie Game of Thrones würde ich aber grundsätzlich ausschließen. Highfantasy ist nicht dafür angedacht, genauestens analysiert zu werden. Am Ende eines jeden Serienabschnittes gab es noch Fakten, die für Fans der jeweiligen Serie interessant zu lesen waren (wenn man sie nicht bereits kannte). Die angesprochenen Themen fand ich zwar durchgehend interessant, das „Aha Erlebnis“ blieb jedoch bei mir aus.

Fazit:

„Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen“ ist sicher ein nettes Geschenk für Serienjunkies. Richtigen Fangirls und Fanboys werden die meisten Fakten jedoch bereits bekannt sein. Für uns beide gab es leider keinen sonderbaren Mehrwert nach Beenden der Lektüre, was wir sehr schade fanden.

Fakten und Befunde wurden leider ohne jegliche Belege niedergeschrieben und es müssten dringend Spoilerwarnungen mit eingebaut werden.

Das Buch kaufen:

Bei Amazon
Beim Verlag

Könnte dir auch gefallen

5 thoughts on “[Sachbuchrezension] Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen

  1. Ahoi ihr beiden!

    Ich finde, Martin darf häufiger mal mitschreiben, das war knackig und eindeutig! Für mich war das Buch da schon abgehakt…
    Was deinen Teil, Denise, nicht schmälern soll. Ihr habt nur sehr unterschiedliche Stile, die aber schön zusammenpassen. Und wie – tschuldigung, zu sowas lasse ich mich selten hinreißen – süüß ist das denn, dass Martin auf die Spoiler aufgepasst hat!

    Übrigens lese ich derzeit an Höllensturz von Ian Kershaw, der auf Wunsch seines englischen Verlegers auf Fußnoten verzichtet hat. Bei ihm funktioniert das allerdings, was aber nicht zuletzt daran liegt, dass er einer DER Professoren auf dem Gebiet der Weltkriege ist. Ich ziehe Anmerkungen vor, eben um die Möglichkeit einea tieferen Einstiefs zu haben.

    Cheerio
    Mareike

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich werde das Lob an ihn weiter geben. Wenn er mehr Zeit zum lesen findet, darf er in Zukunft gerne öfters Gastbeiträge schreiben. 😊 Aber das bisschen Freizeit, was neben Job und Kind bleibt investiert er dann momentan lieber in Games, so wie ich es halt mit Büchern handhabe, was ich aber auch gut verstehen kann. Es gibt so viele tolle neue Games, aber dann käme ich nicht mehr zum bloggen. 😄 Zum Geburtstag hat er die komplette Red Rising Reihe von mir bekommen. Vielleicht mag er die ja dann hier rezensieren. 🙂

  2. Schade dass sie keine Spoilerwarnungen anbringen 🙁 Zwar habe ich Breakind Bad durchgeschaut, aber für andere ist das bestimmt sehr schade. Ein Sachbuch ohne Quellenangaben? Wo gibts denn sowas? 🤔
    Ich werd mal schauen ob es etwas für mich wäre 🙂
    Viele Grüsse
    Julia

    1. Es gibt sicher Bücher, wie in dem Beispiel von Bookcrow unten, wo es funktioniert. Aber in diesem Fall wären sie wirklich angebracht gewesen.

      Falls du es liest bin ich schon sehr auf deine Meinung dazu gespannt!

Kommentar verfassen