Allgemein, Testbericht

Erfahrungsbericht: Leserunden

Hallo ihr Lieben!

Ich habe schon länger darüber nachgedacht, einen Post zu meinen bisherigen Erfahrungen mit Leserunden zu verfassen. An sich finde ich das Konzept, ein Buch gemeinsam zu lesen, sehr schön. Aber es gibt auch oft Momente, in denen Haare raufend vor dem Rechner sitze. Darüber mag ich euch heute schreiben. In meinem Beitrag beschränke ich mich allerdings auf die drei Communitys

da ich mit diesen die meisten Erfahrungen gesammelt habe. Es gibt mit Sicherheit viele tolle Communitys und Foren, die ebenfalls Leserunden anbieten. Da der Tag aber nur 24 Stunden hat, hatte ich mich bislang auf diese drei beschränkt.


Lovelybooks

Die Büchercommunity, der ich am längsten beiwohne ist Lovelybooks.de. Mitglied bin ich dort seit Juli 2008 und zu dieser Zeit lag das Hauptaugenmerk (wenn ich mich richtig erinnere) eher auf den Rezensionen der User.

Über die Community:
Lovelybooks wird von der aboutbooks GmbH, einem Tochterunternehmen der Holzbrinck Verlagsgruppe, betrieben.

Leserundenablauf:
Die Leserunden auf LB werden entweder durch die Seite selbst, durch einen Verlag oder den Autoren/die Autorin eines Buchs durchgeführt. Die Anzahl der zu rezensierenden Bücher und der damit verbundenen Teilnehmer schwankt zwischen 15 bis zu 25 Usern. Meist gilt es eine Frage, die oft auch an die Teilnehmer persönlich gerichtet ist, zu beantworten, um sich für ein Rezensionsexemplar zu bewerben. Diese Vorgehensweise ist gut gewählt, da an dieser Stelle schon die ersten User aussortiert werden, die einfach nur ein Buch abstauben wollen. Wer sich auf ein Exemplar bewirbt verpflichtet sich dazu, an den jeweiligen Abschnitten mit zu diskutieren und am Ende eine Rezension zu erstellen. Das Buch wird in mehrere Abschnitte unterteilt, die nach und nach durch die User besprochen werden. Wenn man bei der Auslosung kein Glück hatte ist jedoch möglich, mit einem eigenen Exemplar teilzunehmen. Bei den Büchern kann es sich um Printexemplare, aber auch um eBooks oder Hörbücher handeln.

Mein Eindruck: 
Ich kann euch schon vorab sagen, dass LB von den drei aufgeführten, meine Lieblingscommunity ist, wenn es um Leserunden geht. Dies liegt vor allem daran, dass die Teilnehmeranzahl gering gehalten wird und die Abschnitte alle frei zu Verfügung stehen. Die Benutzeroberfläche ist – zumindest in der Desktopversion – auch am benutzerfreundlichsten gestaltet. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, seinen Beitrag eingeklappt einzustellen, damit die anderen nicht direkt mit einem Abschnitt gespoilert werden, den sie noch nicht gelesen haben. In der – neu eingeführten – Mobilversion ist diese Funktion leider nicht vorhanden und ich verstehe auch nicht warum.  Ich hoffe, dass dies noch nachträglich übernommen wird.

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Was die Teilnahme an sich angeht, muss man Glück haben. In den meisten Fällen habe ich gute Erfahrungen sammeln können, aber ich habe auch krasse Ausnahmen erlebt. Dies kann passieren, wenn sich zum Beispiel Autoren an der Leserunden beteiligen. In der Regel gehen diese gut mit vorhandener Kritik um, ich wurde aber tatsächlich auch schon von welchen für meine (in meinen Augen sachliche) Kritik angegangen. Ich kann verstehen, dass sehr viel Liebe und Herzblut in so einem Buch steckt. Aber wer an so einer Leserunde teilnimmt sollte sich auch bewusst sein, nicht nur Lobhudelei erwarten zu können. Im Allgemeinen finde ich es allerdings sehr schön, die Möglichkeit zu haben, Fragen direkt an den Autor stellen zu können. Auch habe ich schon an Runden teilgenommen, wo jeder nur seine Meinung zum jeweiligen Abschnitt runter geschrieben, eine Rezension eingestellt und sich dann wieder verabschiedet hat. Zum Glück halten sich diese Buchbesprechungen jedoch (zumindest bei den Büchern, auf die ich mich bewerbe) sehr in Grenzen. Ich nehme ja schließlich daran teil, um mich mit anderen Lesern austauschen zu können.

Wie bereits erwähnt, stehen mobil nicht alle Funktionen zur Verfügung. Auch werden nicht alle Änderungen, die man dort beim Lesestatus tätigt, tatsächlich übernommen. Ich nutze daher, wenn ich mobil auf die Seite zugreifen, immer die Desktopversion (was ja nicht der Sinn der Sache ist).

Fazit:

Positiv: Kleine Teilnehmeranzahl, übersichtliche Leserundenabschnitte, Leseabschnitte sind sofort verfügbar, Selfpublisher haben die Möglichkeit, ihre Bücher vorzustellen, möglicher Austausch mit Autoren

Negativ: Mobil nicht gut nutzbar, möglicher Austausch mit Autoren  :p


Wasliestdu

Ich konnte leider nicht herausfinden, wann ich mich genau dort angemeldet hatte. Mein erster Beitrag an einem Gewinnspiel ist allerdings aus dem Januar 2014 und das wird wohl auch der Tag gewesen sein, an dem ich mich dort registriert habe.

Über die Community:

Wasliestdu.de ist die Buchcommuntiy der Mayerschen Buchhandlung. Neben den Leserunden gibt es jeden Monat neue Gewinnspiele und die Möglichkeit, eigene Beiträge im Forum zu verfassen. Durch jedes Verfassen eines Kommentars oder das Einstellen einer Rezension erhält man Bonuspunkte. Diese lassen sich gegen Bücher eintauschen. Allerdings wird dieses Punkteprogramm schon länger nicht mehr gepflegt und es befinden sich seit Ewigkeiten die selben Bücher im Pool, die niemand haben möchte.

Leserundenablauf:

Im Gegensatz zu LB werden die Leserunden hier ausschließlich durch die Plattformbetreiber durchgeführt. Dadurch handelt es sich ausschließlich um verlagsgebundene Bücher und bislang habe ich noch keine Runde entdecken können, an der die Autoren der Bücher teilnehmen. Die Teilnehmerzahl ist immer auf 20 Freiexemplare beschränkt. Es ist jedoch möglich, mit einem selbstgekauften Buch teilzunehmen. Bei den Büchern handelt es sich ausschließlich um Printexemplare.

Mein Eindruck:

Ich habe bislang an nicht all zu vielen Leserunden teilgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass die Bewerberanzahl immens hoch und die Gewinnchance demensprechend niedrig ist. Wenn man unbedingt teilnehmen möchte, kann man sich natürlich das Buch kaufen. Bei LB habe ich dies tatsächlich schon öfters gemacht aber ich bin ehrlich, hier hatte ich immer das Gefühl, dass es „sich nicht lohnt“. Bei den Leserunden, an denen ich nun teilgenommen habe, hatte ich anscheinend nicht so viel Glück. Ich kann mich nur an eine erinnern, an der ein wirkliches Austausch stattgefunden hat. Das war damals „Der dunkle Kuss der Sterne“ von Nina Blazon. Aber das Buch war auch einfach so gut, dass alle begeistert darüber diskutiert hatten. Ich weiß ja nicht wie eure Erfahrungen dort so waren aber ich hatte immer den Eindruck, dass jeder schnell sein Kommentar verfasst und sich dann direkt wieder verabschiedet hat.

Noch mehr als die geringe Beteiligung, stößt mir jedoch die Seite an sich auf. Zum einen bauen sich die Seiten sehr langsam auf. Darüber könnte ich noch hinwegsehen, wenn die Leserunen an sich gut nutzbar wären. Sind sie aber nicht. Klickt man auf eine der Leserunden, landet man jedes Mal automatisch auf der Seite mit den Beiträgen zur Bewerbung. Ich erwarte hier eigentlich, die letzten aktuellen Beiträge vorzufinden. Auch landet man wieder jedes Mal dort, wenn man einen Beitrag verfasst hat, egal in welchem Abschnitt man etwas geschrieben hat. Um immer wieder zu seiner Lesrunde zurück zu finden, muss man sie mit einem Lesezeichen versehen, da sie nicht auf der persönlichen Profilseite auftauchen. Da sich die Anzahl der Leserunden jedoch in Grenzen hält, kann man sie auch über den oberen Reiter „Leserunen“ finden, wo noch einmal alle aufgeführt werden. Hier fehlt mir die Aktion, nur LR anzeigen zu lassen, an denen ich selbst teilnehme.

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Von der mobilen Nutzung rate ich ab, da die Seite nicht darauf ausgelegt ist. Bei Absätzen springt der Zeiger zum Beispiel an den Anfang, statt in die nächste Zeile.

Fazit:

Positiv: User die keinen Reader haben erwartet immer eine Printausgabe, Leseabschnitte sind sofort verfügbar, Teilnehmeranzahl überschaubar

Negativ: Seite ist baut sich sehr langsam auf, ist mobil sehr schlecht bis gar nicht nutzbar, geringe Beteiligung, Seitenaufbau nicht  benutzerfreundlich, ausschließlich Printausgaben (korrigiert mich bitte, wenn ich hier falsch liege), ausschließlich verlagsgebundene Bücher


Lesejury

Dieser Community bin ich erst dieses Jahr beigetreten. Ich bin auch eigentlich nur zufällig beim Stöbern auf der Verlagsseite von Lyx darüber gestolpert.

Über die Community:

Lesejury ist gehört zu der Verlagsgruppe Bastei Lübbe und Lyx. Die Bücher, die man dort für Leserunden anfragen kann sind aus diesem Grunde ausschließlich von Bastei, Lyx und Ink, man kann jedoch zu allen anderen Büchern Rezensionen einstellen und dadurch Punkte sammeln. Diese Punkte können dann im Bonuspunkteshop eingetauscht werden. Im Gegensatz zu WLD wird dieser Shop auch weiterhin aktualisiert.

Leserundenablauf:

Die aktuellen Leserunden werden auf der Startseite beworben. Es finden meist nur zwei Runden gleichzeitig statt, was alles übersichtlicher macht. Im Gegensatz zu den anderen Communitys gibt es hier jedoch keine Bücher, sondern Manuskripte, da die Bücher zu dem Zeitpunkt der Teilnahme noch nicht erschienen sind. Ein Buch vor allen anderen lesen zu dürfen gibt einen natürlich ein tolles Gefühl. Die Beschaffenheit der Manuskripte macht das Lesen jedoch nicht sehr einfach. Die Seiten sind doppelt gedruckt und das Manuskript muss nach oben aufgeklappt gelesen werden. Wenn es als Ringbuch gedruckt wurde, ist es jedoch nicht ganz so schlimm (wie immer mein persönliches Empfinden).

Um sich für eines der „Bücher“ zu bewerben, muss man die Leseprobe gelesen und einen Eindruck dazu verfasst haben. Man muss sich jedoch darauf einstellen, dass sich nicht nur sehr viele auf die Bücher bewerben, sondern, dass am Ende auch 50 Teilnehmer ein Exemplar erhalten werden.

Auch hier wird das Buch in mehrere Abschnitte unterteilt. Diese werden jedoch zeitlich begrenzt. Die Leserundenabschnitte stehen aus diesem Grunde erst ab einem gewissen Zeitpunkt zur Verfügung. Dies verhindert zwar, dass Teilnehmer durch die Runde „durch preschen“. Bei mir führte das aber entweder zu einem stockenden Lesefluss oder aber, dass ich vergaß, rechtzeitig einen Beitrag zu posten.

Erst wenn man eine Rezension eingestellt hat, erhält man das eigentliche Buch übersandt.

Teilnehmen können nur die User, die ein Exemplar gewonnen haben (was bei der sowieso schon hohen Anzahl auch gut so ist).

Mein Eindruck:

Wie bereits geschrieben, sagt mir die zeitliche Eingrenzung der einzelnen Abschnitte nicht zu. Auch erschwert der Druck der Manuskripte das Lesen. Durch die hohe Teilnehmerzahl kommt schnell ein großer Berg an Kommentaren zusammen. Man kann jedoch filtern, ob der älteste oder der letzte Beitrag als erster angezeigt werden soll. Etwas verwirrend ist, dass es zwei Leisten zu den Abschnitten gibt. Ganz oben auf den Leserundenseiten sind die einzelnen Abschnitte nur für die entsprechende Zeit anwählbar. Hat man also einen Zeitabschnitt verpasst, kann man diesen Link nicht mehr benutzen und er ist eingegraut. Weiter unten gibt es die Abschnitte als Links jedoch noch einmal in kleiner und kann dort auch die älteren Abschnitte noch einmal anrufen.

Problematisch wird es, wenn jemand auf einen Kommentar Bezug nimmt, diesen aber nicht zitiert. Bei so vielen Usern verliert man schnell die Übersicht und muss sich erst einmal durch alle anderen Beiträge durchklicken, bis man den entsprechenden gefunden hat. Dies erschwert die Kommunikation leider etwas.

Für die Einstellung der Rezensionen in der Leserunde (es ist wirklich wichtig, sie nicht als normale Rezension einzufügen) sowie den Link zur Rezension auf dem eigenen Blog oder anderen Communitys und Büchershops gibt es zusätzliche Punkte für den Bonusshop. Zusammen mit meinen normalen Rezensionen hatte ich so schnell die ausreichende Punktezahl zusammen, um mir mein Wunschbuch einzutauschen. Dieser Anreiz, sowie am Ende das „richtige“ Buch zu erhalten, hat mich bislang am Ball gehalten.

Ich habe jetzt nach zwei Leserunden beschlossen, bei Leserjury nur noch Rezensionen einzustellen und nicht mehr an Leserunden teilzunehmen. Das Konzept sagt mir leider nicht wirklich zu. Ohne die Zeitbegrenzung und mit weniger Teilnehmer sähe das schon anders aus.

Heute ist übrigens das Buch aus der ersten Leserunde eingetroffen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet und hatte es schon vergessen.

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Fazit:

Positiv: Man erhält vor Erscheinen das Manuskript und nach Einstellung der Rezension zusätzlich das fertige Buch, durch die Teilnahme an der Leserunde kann man sein Bonuspunktekonto schnell aufstocken

Negativ: Zeitliche Eingrenzung der Leseabschnitte, zu hohe Teilnehmeranzahl, verwirrender Aufbau der Abschnitte online


Ein allgemeines Problem, welches Leserunden mit sich mitbringen ist, dass durch diese „Gefälligkeitsrezensionen“ enstehen können. Da dies jedoch ein Thema für sich ist, habe ich es aus diesem Bericht rausgehalten.

Generell nehme ich gerne an Leserunden teil. Ich mag den Austausch mit anderen Lesern und auch mit den jeweiligen Autoren. Allerdings muss für mich das Gesamtbild stimmen. Habe ich eine schlecht designte Website, geht schon viel Freude an der Teilnahme verloren.

Und jetzt meine Fragen an euch:

Welche Erfahrungen habt ihr in den von mir genannten Communitys gemacht? Decken sich eure mit meinen oder habt ihr ganz andere Eindrücke sammeln können? In welchen Communitys und Foren seid ihr sonst noch unterwegs?

Liebe Grüße,

Kit

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21 thoughts on “Erfahrungsbericht: Leserunden

  1. Toller, informativer Beitrag!
    Ich werde mal bei Lesejury reinschauen. Das mit dem Punktesammeln für Bücher klingt super.
    Habe bisher an Leserunden bei Lovelybooks und bei Facebook teilgenommen
    Bei Lovelybooks geht durch die Vielzahl an Kommentaren leider vieles unter, auch finde ich das Einklappen der Beiträge gar nicht so sinnvoll, da man den jeweiligen Abschnitt ja i.d.R. schon gelesen hat, bevor man ihn öffnet..
    Leserunden bei FB finde ich toll, da sie oft recht klein sind.

    Lieben Gruß,
    Nicci

    1. Hallo Nicci und vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Bei FB bin ich schon seit längerem nicht mehr aktiv. Ich hatte tatsächlich mal einen Buchclub gegründet, der sich einmal im Monat getroffen hat. Die Kommunikation lief über eine FB Gruppe. Allerdings gingen die Leseinteressen zu sehr auseinander. Eine gewissen Übereinstimmung sollte schon vorhanden sein. ^^

      Wenn dir die Anzahl der Kommentare auf LB schon zu viel sind, dann ist Lesejury wohl eher nichts für dich. Dort nehmen pro Runde immer 50 Leute teil. Ich finde das ist einfach viel zu viel.

      Liebe Grüße

      1. Ein Buchclub klingt großartig. Schade, dass die Interessen dabei so auseinander gegangen sind.
        Ich habe zum Glück ein paar wenige lesebegeisterte Freundinnen in meiner Umgebung, mit denen ich mich auch face-to-face austauschen oder sogar mal ein Buch zusammen lesen kann. 🙂

        Oh Gott, das ist ja echt mega viel. Ich hab es bei Leserunden lieber kleiner, übersichtlicher. Dann werde ich die Lesejury primär als Rezensionsplattform nutzen. Danke nochmal für den Tipp – habe mich eben direkt angemeldet. 🙂

        Liebe Grüße!

        1. Es war zwar schön, dadurch auch mal Bücher zu lesen, die man sonst nie lesen würde. Aber oft habe ich mich auch mit diesen Büchern gelangweilt. Sollte ich sowas noch einmal auf die Beine stellen, suche ich direkt nach Leuten, die gerne die gleichen Bücher lesen.

          Hast du dich mittlerweile bei Lesejury angemeldet? Wenn ja, wie findest du es bisher so?

          LG

  2. Liebe Kitsune,

    deinen Beitrag hatte ich ja bereits gelesen, doch wie das immer so ist, es fehlte Zeit zum kommentieren.

    Du hast eine schöne Übersicht über die für uns wichtigsten Plattformen geschrieben. Ein toller Beitrag auch für Anfänger in der Scene.

    LovelyBooks gefällt mir von der Übersichtlichkeit, den Strukturen und Funktionen sowie auch von der Community her am besten. Ich mag die kleineren Leserunden und habe da sehr viel Positves erlebt und sogar Freundschaften geschlossen. In letzter Zeit habe ich mich dort allerdings etwas zurückgezogen, denn meine letzten Leserunden waren nicht mit besonders viel Leben gefüllt. Wenn ich spüre dass der Großteil hier nur Bücher abstauben möchte und nur wenig zum Austausch beiträgt, dann macht es mir einfach keinen Spaß. Ich nehme Leserunden wirklich sehr ernst, bereite mich vor, mach mir Gedanken und gebe mir wirklich Mühe, aber das erwarte ich auf von anderen. Eventuell sind meine Erwartungen zu hoch ;-).

    Schlechte Erfahrungen mit Autoren habe ich bei LovelyBooks noch nicht erlebt. Ganz im Gegenteil, es waren stets nette Runden, in denen der Autor auch konstruktive Kritik erwünscht hatte und damit auch umgehen konnte.

    Wasliestdu, naja. Die Community ist dort manchmal echt zickig. Mir gegenüber glücklicherweise nicht, doch ich habe dort schon des Öfteren einen recht unfreundlichen Ton gegenüber anderen Usern gelesen. Bisher habe ich erst an einer Leserunde teilgenommen, und das vor vielen vielen Monden. Eigentlich waren wir nur zu zweit, der Rest hatte sich kaum gerührt. Schade eigentlich. Mir gefällt die Seite nicht so gut. Sie ist unübersichtlich, hat kaum Strukturen und die wenigen Beiträge reißen das auch nicht raus. Aber, die Community wurde aufgefordert Verbesserungsvorschläge zu liefern, da man wohl genau daran arbeiten möchte. Ich bin gespannt.

    Meine erste Leserunde bei der Lesejury fand ich super schrecklich. Es waren wirklich sehr nette Mitglieder dabei, aber die Masse an Usern, die vorgegebene Zeit für die Leseabschnitte und das große Durcheinander beim Kommentieren fand ich wirklich fürchterlich. Ich lese kein Buch vier Wochen lang, fühlte mich dadurch ausgebremst und on Top las ich ja noch nicht einmal ein Buch sondern ein Manuskript und dann noch in Querformat. Ich hatte richtig Lesechaos 😉 auf dem Schoß. Selbstverständlich kann ich es allein aus wirtschaftlicher Sicht eines Verlages nachvollziehen, dass man erst nach der Leserunde ein Buch herausgeben möchte, um so dem sogenannten Abstauben vorzubeugen, finde ich schon ok. Doch ich verzichte lieber auf diese Leserunden, denn ich möchte ein Buch fühlen, ein Buch riechen und darin blättern.

    Nun wünsche ich dir ein schönes Wochenende, eine Tüte Schlaf zwischendurch und ein gutes Buch in den Händen.

    Herzliche Grüße
    Anja von Nisnis’s Bücherliebe

    1. Danke für dein Kommentar 🙂 Ich habe auch sehr tolle Erfahrungen mit Autoren auf LB gemacht, aber gerade bei den Selfpublishern bin ich vorsichtig geworden.

      Bei Lesejury geht es mir genau wie dir. Hatte mich praktisch zeitgleich auf zwei beworben, wobei eine erst viel später ausgeführt wurde. Hätte ich geahnt, wie die so ablaufen, hätte ich es nach der ersten auch komplett sein gelassen. Echt schade.

  3. Cooler Beitrag und gerade für Leserunden-Neulinge eine tolle Übersicht! 🙂 Ich bin gerade bei einer Lesejury-Leserunde dabei und da stört es mich vor allem auch, dass die Leseabschnitte zeitlich begrenzt sind – was ich einfach nicht nachvollziehen kann. Ich zumindest lese kein Buch über drei oder vier Wochen lang – deswegen habe ich es jetzt einfach so gemacht, dass ich den ersten Abschnitt ganz normal kommentiert habe und für die zwei weiteren Abschnitte, die erst freigeschaltet werden, meinen Text schon fertig geschrieben und erst einmal am PC abgespeichert habe.
    Lustigerweise habe ich mich damals für die eBook-Version beworben, statt für das Manuskript, aber da es wohl mit den eBooks ein Problem gab, habe ich jetzt schon das Leseexemplar in Buchform bekommen – also gleich viel besser als das Manuskript.

    Hab ein schönes Wochenende!
    Jess

  4. Danke für Deinen interessanten Erfahrungsbericht.

    Ich bin quasi ein alter Leserundenhase und mache seit vielen Jahren (ziemlich genau 10) welche mit, allerdings bis jetzt fast ausschließlich beim Forum „Büchereule“. Vom Ablauf und Deinem Fazit her könnte man die Büchereule wohl am ehesten mit Lovelybooks vergleichen. Es sind ziemlich oft deutschsprachige Autoren mit von der Partie (mit dem Manko, dass sich dann viele Leser mit Kritik zurückhalten, aber eigentlich ist man generell in dem Forum nicht auf Autoren-Lobhudeleien aus, sondern auf kritischer Auseinandersetzung mit den Büchern).
    Ich habe aber schon den Eindruck, dass sich über die Jahre immer mehr Leute dazugesellt haben, die tatsächlich mehr oder weniger den Inhalt des Abschnitts wiedergeben und eine Rezi schreiben und das war’s. Das liegt wahrscheinlich schon daran, dass es immer mehr Reziexemplare „abzustauben“ gibt und manche Leute gezielt auf die Suche danach gehen.
    Übrigens gibt es bei weitem nicht bei jeder Leserunde bei der Büchereule Reziexemplare, bei vielen wird erwartet, dass man sich sein Buch selbst organisiert – und diese Leserunden sind mir die Liebsten, weil die Leute dann NUR aus Interesse am Buch und am Austausch mitmachen und entsprechend lebendig und konstruktiv ist die Diskussion.
    Diese Leserunden werden nicht gelöscht und sind auf Dauer aufrufbar und so kommt es, dass auch manchmal noch jemand Jahre später die Abschnittseinteilung nutzt und seine eigenen Eindrücke dazu schreibt. Das lese ich auch immer noch gerne mit, wenn ich es auf der Startseite sehe, und wenn man Glück hat, ergibt sich daraus noch mal eine Diskussion. Das ist zwar selten, aber grundsätzlich finde ich die Möglichkeit, diese Runden auf Dauer zu nutzen, sehr gut.

    Ich bin noch nicht so lange bei Lovelybooks aktiv, aber was Du über die Leserunden dort erzählst, gefällt mir. Ich werde mich dort wohl mal näher umsehen.

    LG Gabi

    1. Die Wiedergabe des Inhalts bringt mich regelmäßig auf die Palme ;-). LB bittet förmlich darum es nicht zu tun, aber manche wissen glaube ich sonst gar nicht was sie schreiben sollen ;-).

      1. Das habe ich noch nie verstanden. Aber es sind auch oft die selben Leute, die sich konsequent weigern, die Spoilerfunktion zu nutzen. Ich denke, sie haben einfach den Sinn und die Funktionen der LR nicht verstanden.

      2. So ganz ohne Bezug zum Inhalt geht’s natürlich auch nicht. Aber es ist schon ein riesiger Unterschied, ob man z. B. schreibt, dass man überrascht war von Ereignis X oder nicht verstehen konnte, wieso Charakter Z dieses und jenes tun konnte oder ob man einfach doof die Handlung wiedergibt. Das lese ich aber auch schon regelmäßig bei Amazon, Vorablesen und wo es sonst noch Rezensionen gibt.
        Dabei gäbe es so viele Diskussionsansätze, wenn diese leute mal darauf eingehen würden, was die anderen Leserundenteilnehmer geschrieben haben. Aber so lange es noch Leute gibt, die verstanden haben, was eine Diskussion ist, ignoriere ich eben die anderen 😉

        LG Gabi

  5. Hallo Kit,
    ein sehr schöner Beitrag. Mich hat vorallem WLD und Lesejury interessiert. Bei WLD bin ich gar nicht und bei Lesejury hab ich noch nie ein Leserunde gemacht. Das mit dem Manuskript finde ich ja eigentlich was besonderes, wer hat schon sowas. Nur bräuchte ich das Buch danach gar nicht mehr; da ich seltenst ein Buch zweimal lese.
    Bei LB habe ich schon viele Runden mitgemacht. Meist auch mit viel Spaß, gerade wenn es viele Diskussionen und gegenseitiges Beachten gibt. Mich nervt es wenn da in jedem Abschnitt ein einziger Beitrag hingeklatscht wird und fertig. Das ist wohl nicht Sinn der Sache. Außerdem finde ich es immer seltsam das von z.B 30 Exemplaren letztendlich für nur um die 20 eine Bewertung abgeben.
    Dein Beitrag ist echt toll. In Sachen AutorenBeteiligung hatte ich bis dato nur positive Erfahrungen und hoffe das es so bleibt.
    Liebe Grüße
    Kasin

    1. Danke! Es kann ja immer mal Gründe geben, warum man dann doch nicht mitmachen kann. Aber (wenn man dazu in der Lage ist) kann man dies dann auch dort mitteilen. Sonst entsteht wirklich der Eindruck, man wolle nur ein Buch abstauben.

  6. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich am liebsten ein Buch mit 1/2/3 Personen lese. Bei LB bin ich in letzter Zeit (bzw. seit ich Goodreads wieder für mich entdeckt habe) echt inaktiv. Außerdem hab ich da nie Glück (also echt nie!) und zu richtigen Diskussionen kam es bis jetzt auch nie. Da lese ich lieber mit wenigen Menschen ganz ungezwungen das Buch und plaudere ein bisschen darüber. Leserunden sind also nur bedingt meins.
    Aber trotzdem ein toller Beitrag!

    1. Aus dem Grund habe ich mal versucht, einen Leseclub im RL ins Leben zu rufen, hab ihn dann aber irgendwann wieder aufgegeben. Am Tag des Treffens haben immer fast alle abgesagt und die Lesegeschmäcker gingen doch recht arg auseinander. (Und da war ein Mädel, die den Club von dem Zeitpunkt, wo sie dabei war, “ an sich reißen“ wollte.. War mir auf auf Dauer auch zu anstrengend. Jetzt hat sie ihn. Viel Spaß damit).

  7. Sehr schöner Beitrag!
    Bisher habe ich nur an Leserunden auf WLD teilgenommen. Dort hatte ich schon oft Glück. Ich kann dir auch zustimmen, die Beteiligung ist immer sehr mau und Diskussionen finden selten statt. Ich denke aber auch, dass das an der unterschiedlichen Lesegeschwindigkeit liegt. Wenn jemand das Buch schon innerhalb 4 Tagen durch hat wird er wohl eher nicht nach 2 Wochen nochmal in den Thread schauen. Das ist wohl bei der Lesejury anders geregelt, aber du hast ja auch erwähnt, dass diese Variante auch nicht so toll ist.
    Ich habe auch das Gefühl, dass einige Leser nur ein kostenloses Buch wollen. Ich habe schon gesehen, dass sich jemand für den 8. Band einer Reihe beworben hat, obwohl er die anderen Bücher nicht gelesen hat. Und andere melden sich bei der Leserunde nie zu Wort. Es ist einfach schwierig. Dass sich Autoren auch über negative Kritik beschweren, finde ich unschön. Dafür sind solche Leserunden ja auch da und es ist klar, dass nicht jedem ein Buch gefällt.
    An sich sind Leserunden toll, aber wie du gesagt hast, muss die Atmosphäre sage ich mal stimmen. Die Website, die Teilnehmer und die Diskussionen 🙂

    1. Danke dir! Momentan hatte ich diesen „guten Eindruck“ nur bei LB. Die letzten drei LR waren sehr unterhaltsam und es wurde viel diskutiert. Da die Zeit bald sowie so nicht mehr für lesen, Leserunden und das Bloggen aussreichen wird, hab ich mich auf den anderen Seiten erst mal zurückgezogen.

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