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Rezension zu Ihr einziges Kind von Barbara Wendelken

Rezension zu Ihr einziges Kind von Barbara Wendelken

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Titel: Ihr einziges Kind
Autor: Barbara Wendelken
Verlag: Piper
Seitenzahl: 528
Genre: Kriminalroman
Preis: 10,99 €
Erscheinungsdatum: 02.11.2016
Isbn: 978-3492310123

Vielen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Alle bislang erhältlichen Martinsfehn-Romane in der Übersicht:

Teil 1: Das Dorf der Lügen – Erschienen am 14.07.2014
Teil 2: Die stille Braut – Erschienen am 14.09.2015
Teil 3: Ihr einziges Kind – Erschienen am 02.11.2016


Klappentext:

Cord Cassjen ist überglücklich, sein Sohn Caspar hat das Licht der Welt erblickt. Aber seine Frau Silvana leidet an einer postpartalen Psychose, sieht sich und vor allem das Baby von allen Seiten bedroht. Und dann passiert das Unfassbare – Cord wird erschossen, Silvana ist mitsamt dem Säugling verschwunden. Die Kommissare Renke Nordmann und Nola van Heerden stehen vor einem Rätsel: Gab es vielleicht doch den großen Unbekannten, vor dem Silvana sich so sehr fürchtete? In größter Eile machen sie sich auf die Suche nach den beiden Vermissten, da sie vor allem um das Leben des Kindes bangen.

Meinung:

„Ihr einziges Kind“ ist mein erster Roman aus der Martinsfehn-Reihe. Die Bücher lassen sich, zumindest habe ich es so empfunden, gut voneinander getrennt lesen. Jedoch empfehle ich trotzdem mit dem ersten Band anzufangen, um sich selbst vor Spoiler bzgl. der persönlichen Belange der Ermittler zu schützen.

Der Einstieg in den dritten Fall der Ermittler aus Martinsfehn und Leer gelang mir relativ gut und schnell. Dies ist dem Spannungsbogen, der tatsächlich bis zum Schluss aufrecht erhalten bleibt, zu verdanken. Nicht allerdings dem Schreibstil, da der Roman in einer sehr einfachen Sprache gehalten wurde.

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In diesem Kriminalroman wird der Leser mit vielen Charakteren vertraut gemacht. Einige von ihnen erscheinen auf den ersten Blick vielleicht irrelevant, doch die Autorin weiß geschickt alle einzelnen Erzählstränge miteinander zu verknüpfen. Besonders die Dorfbewohner sind sehr detailreich ausgearbeitet. Wer hängt mit dem Fall zusammen und wer hat nebenbei noch Dreck am Stecken? Beides Fragen, die erst ganz zu Schluss beantwortet werden. Doch so gut diese einzelnen Figuren gezeichnet worden sind, blieben mir die beiden Ermittler, Renke und Nora, eher schlecht in Erinnerung. Dies liegt zum einen daran, dass Renke Nordmann, im Gegensatz zu allen anderen Charakteren, sehr blaß daher kommt. Zum anderen daran, dass mir die Ermittlerarbeit der beiden oft sehr stümperhaft rüber gekommen ist. Meine Kenntnis der Polizeiarbeit ist leider nicht sehr hoch. Jedoch erschienen mir manche Handlungen – oder besser gesagt, dass Nichthandeln – einfach vom gesunden Menschenverstand her, sehr fragwürdig bzw. naiv. Ich frage mich, ob dies einer schlechten Recherche geschuldet ist, oder ob dies mit Absicht eingebaut worden ist. Stichwort Dorfpolizei… Dies ist jedoch mein einziger großer Kritikpunkt, da Wendelken einen soliden und ansonsten gut durchdachten Kriminalroman abliefert und die Dorfbewohner die Fehlleistungen der Ermittler wieder wett gemacht haben. Dieser Krimi glänzt tatsächlich durch seine Nebencharaktere und deren Leichen im Keller.

„Es gab keine wirklich guten Menschen auf der Welt, bloß B-Ware mit kleinen oder größeren Fehlern.“ – Seite 484

Gut zu wissen:

Der Ort Martinsfehn entstammt einzig der Fantasie der Autorin und ist aus diesem Grunde auf keiner Landkarte zu finden.

Fazit:

„Ihr einziges Kind“ ist ein Kriminalroman, der durch seine Nebenfiguren lebt. Er bietet Familiendramen, menschliche Abgründe, Ehekrisen und eine konstante Spannung, steht sich mit seinen Ermittlern jedoch häufig selbst im Weg. Da ich jedoch bis zum Schluss gut unterhalten wurde, lege ich ihn Krimifans, die gerne regionalbezogene Werke lesen, ans Herz.


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