Rezensionen

[Rezension] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Der Roman ist bereits 2010 als Hardcover sowie 2013 in der Taschenbuchausgabe erschienen. Weil die Verfilmung dieses Jahr in die Lichtspielhäuser Einzug hält, bin ich auf den Titel neugierig geworden. Da ich im Vorfeld viele positive Stimmen dazu gehört hatte, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch.

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Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Autor: Lauren Oliver
Übersetzer: Katharina Diestelmeier
Verlag: Carlsen
Genre: Jugendbuch
Preis: 8,99 €
Erscheinungsdatum: 23.08.2010 bzw. 15.03.2013
Isbn: 978-3551312006

 

 

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Einen lieben Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung.

 

Klappentext:

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte.

Meinung:

Es ist mir schon lange nicht mehr so schwer gefallen, eine Bewertung für ein Buch zu verfassen. Dies liegt zum einen daran, dass mir das Buch so unglaublich gut gefallen hat. Auf der anderen Seite wiederum, weiß ich – auch nach drei Nächten darüber schlafen, immer noch nicht, was ich vom Abschluss halten soll.

Wer den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray kennt, hat in etwa ein Ahnung vom Handlungsbogen der Geschichte. Setzt man diese Handlung in das Setting eines Highschoolfilms, kommt dabei „Wenn du stirbst…“ raus. Zusammen mit Samantha – meist Sam – genannt habe ich mich auf dies ungewöhnliche Reise durch den immer wiederkehrenden 12.02. begeben.

Sams Figur ist wirklich gut geschrieben und ausgearbeitet. Sie ist Mitglied der beliebtesten Clique der Schule und als Teil der Abschlussklasse ganz oben in der Schulhierachie. Sie kam zunächst genauso unsympathisch rüber, wie man sich ein solches Mädchen vorstellt. Oberflächlich, selbstgefällig und doch auf ihre Art immer ehrlich. Sie weiß ganz genau, was sie mit ihrem Mobbing anrichten kann, war sie doch einst selbst in der Rolle des Opfers. Mit jedem neuen Tag nach ihrem Unfall kommt sie jedoch allmählich zu der Erkenntnis, dass sie ihr Leben nicht so enden lassen kann. Ob sie sich ändert, und ob es ein Happy End gibt, müsst ihr allerdings selbst herausfinden.

Da der Roman aus ihrer Sicht erzählt wird, bekommt das ganze eine noch persönlichere Note. Sam ist ein Charakter, in dem man sich gut hineinversetzen kann. Selbst, wenn man ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen bzw. gutheißen kann. Man darf Sam nicht als die typische Protagonistin eines Jugendromans sehen, die engelsgleiche Charakterzüge und ein unscheinbares, doch hübsches, Aussehen aufweist. Sie ist einfach ein typischer (amerikanischer) Teenager, der sich über die Tragweite seiner Handlungen nicht bewusst ist.

Besonders der Tag, an dem sie beschließt auf alles bisherige zu pfeifen, hat mir gut gefallen. Was wäre, wenn man einfach in die Rolle eines anderen schlüpfen könnte? Wenn man einen Tag lang leben könnte, ohne sich auf Konsequenzen gefasst machen zu müssen?

Im Allgemeinen sind sämtliche Figuren realitätsnah gestaltet. An Jugendbüchern bemängele ich häufig die unglaubwürdig entworfenen Teenager. „Wenn du stirbst…“ merkt man die Arbeit, die Lauren Oliver in ihre Charaktere gesteckt hat, wirklich an.

Obwohl sich die Handlung durch das ständige Wiederkehren des 12.02. ähnelt, ist keiner dieser Tage uninteressant. Die tiefergehende Botschaft des Romans, wird erst nach und nach an die Oberfläche gespült und hat mich gegen Ende hin förmlich mitgerissen.

Der Roman hätte eines meiner ersten Highlights des neuen Jahres werden können, wäre da nicht das Ende gewesen, dass meine Euphorie ausgebremst hat. Es hat jedoch geschafft, Emotionen in mir auszulösen, was natürlich wieder für sich spricht. Allerdings kann man sich ausmalen, wie es für die Charaktere nach diesem Abschluss weitergehen würde und dies ist der Punkt, der mich ein wenig enttäuscht zurück lässt.

Auch jetzt noch, nach ein paar Tagen, muss ich immer wieder an das Buch, seine Charaktere und natürlich das Ende denken. Ihr seht, es ist ein Roman, der einen nicht so schnell loslassen wird.

Fazit:

Bist du auf der Seite der „Gewinner“, oder der „Verlierer“? Und was sagt das Einteilen in solche Kategorien über uns aus? Würdest du versuchen, dich und dein Verhalten zu ändern, wenn du plötzlich vor deinem letzten Tag stehen würdest? Samantha muss sich in „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ mit diesen Fragen auseinandersetzen. Der Weg dorthin wurde für einen Jugendroman sehr gefühlvoll und mitreissend geschrieben. Auch wenn ich immer noch unschlüssig bin, was ich vom Schluss halten soll, empfehle ich euch die Lektüre des Romans, denn gerade gegen Ende hin kommen die Emotionen noch einmal so richtig in fahrt.

 

Weitere Meinungen zu dem Buch:

Sternenbrise Chaoskingdom | Live your Life with Books | Bookilicious

Buch kaufen:

Amazon | Verlag

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19 thoughts on “[Rezension] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

  1. Hey 🙂

    Im Laden schleiche ich immer wieder um das Buch herum, bin mir aber auch immer wieder unschlüssig, ob ich es mir nun holen soll. Mir hatte es damals eine Freundin empfohlen, aber ich bin da nicht so wirklich drauf eingegangen. Zwar habe ich mal das Hörbuch angefangen zu hören, aber davon ist nicht mehr viel hängen geblieben.
    Nach deiner Bewertung bzw. Einschätzung denke ich, ich nehme das Buch vielleicht doch mal in Angriff.. 😉

    Liebste Grüße,
    Maja

    1. Mehrere Leute, die einen ähnlichen Buchgeschmack haben, sind genau wie ich der Meinung, dass das Buch eine Achterbahnfahrt der Gefühle ist. Am Anfang fragt man sich, wo der Hype herkommt, dann ist man auf einmal mitten drin und fiebert mit um Ende will man es gegen die Wand schmeißen. 😀 Eine Mischung, die ein gutes Buch auch ausmachen kann, wie ich finde. 😀

  2. Erstmal danke für die Verlinkung! 🙂
    Es freut mich, dass dir das Buch gefällt. Ich kann deine Gefühle zu dem Buch sehr gut nachvollziehen. Jedoch fand ich das Ende so perfekt. 🙂
    Bei einem anderen wäre die Botschaft nicht so gut rüber gekommen.
    Liebe Grüße
    Charlon

  3. Manoman, jetzt bin ich neugierig! Das Buch zieht wohl gerade seine Runden durch das Bloggeruniversum und man hört viel gutes. Ich bin gespannt wie ich das Ende finden werde, nachdem ich das Buch gelesen habe. Das wird zwar nich dauern, aber auf meiner Leseliste ist es bereits 🙂
    Liebste Grüsse
    Julia

  4. Eine wirklich tolle Rezension, die Deine Gefühle und Gedanken zu dem Buch richtig gut rüber bringt. Selbst Deine Rezension regt schon zum Nachdenken an und macht mir persönlich noch mehr Lust auf dieses Buch. Und danke für die Info, dass das Buch verfilmt wurde, das wusste ich gar nicht. Weißt Du schon, ob Du dir den Film ansiehst?
    Vielleicht schaue ich mir dann zuerst den Film an und lese dann das Buch, bevor ich wieder enttäuscht werde. 😉

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Julia

    1. Hallo Julia. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich muss mal sehen, wann der Film genau ins Kino kommt. Bin ja wieder Mama geworden und bis dahin sollte es sich auf jeden Fall mit dem Stillen eingependelt haben, sonst klappt es nicht. Habe auch ein wenig Sorge, dass mir der Film überhaupt nicht gefallen wird. Ja, erst den Film schauen ist oft sinnvoller. 🙂

      1. Durch Deinen Beitrag bin ich ja neugierig geworden und habe mir gerade direkt den Trailer angesehen und nachgeschaut, wann der Film anläuft. Wir müssen uns wohl noch etwas gedulden, obwohl es für Dich dann zeitlich vll. etwas besser passt, der Film läuft erst am 1. Juni an.

        1. So, habe mir jetzt beide Trailer angesehen. Der erste erzählt ist mal wieder so gestaltet, dass er die komplette Geschichte erzählt.. Aber der zweite hat mich jetzt doch neugierig auf den Film gemacht. Vielleicht bekomme ich das ja mit dem Kino hin. ✌🏻

    1. Habe ich auch nur durch Zufall mitbekommen. Kam bei der Kinovorschau der Filmfabrik und ich dachte mir nur so „hmm.. den Titel kennst du doch?“ 😀

      Allerdings habe ich ein wenig Angst vor der Umsetzung.. 🙁

        1. Habe weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen. (Cinema wird jetzt mit Baby eh wieder schwierig werden) Aber Martin fand das Buch richtig toll (erinnere mich daran, dass ich ihn zwinge, eine Gast-Rezi zu schreiben :D).

          Die Verfilmungen zu The fault in our stars und The perks of being a wallflower sind so mit die einzigen – die mir gerade einfallen – die wirklich richtig gut sind.

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