Rezensionen

[Rezension] Bourbon Kings von J. R. Ward

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Titel: Bourbon Kings
Autor: J. R. Ward
Übersetzer: Marion Herbert und Katrin Kremmler
Verlag: Lyx (Bastei Lübbe)
Genre: Familien-Saga/
Preis: 12,90 €
Erscheinungsdatum: 03.01.2017
Isbn: 9783736303225

Ich habe das ebook durch Netgalley zu Rezensionszwecken erhalten. Vielen Dank für die Bereistellung des Rezensionsexemplars.

 

Die Reihe in der Übersicht:

Band 1: Bourbon Kings – erschienen am 03.01.2017
Band 2: Bourbon Sins – erscheint am 28.06.2017
Band 3: Bourbon Lies – erscheint am 24.11.2017

Klappentext:

Seit Generationen geben die Bradfords in Kentucky den Ton an. Der Handel mit Bourbon hat der Familiendynastie großen Reichtum und viel Anerkennung eingebracht. Doch hinter der glänzenden Fassade verbergen sich verbotene Liebschaften, skrupellose Machtspiele, Verrat, Intrigen und skandalöse Geheimnisse.

Meinung:

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„Bourbon Kings“ war mein zweiter Versuch, mit der Autorin warm zu werden. Ich hatte mich bereits an ihre Vampir-Saga „Black Dagger“ heran gewagt, doch leider wurde ich mit dieser so enttäuscht, dass ich diese bereits nach dem ersten Teil abgebrochen habe. „Bourbon Kings“ war mal wieder eines dieser Bücher, die um einen herumschleichen und „lies mich“ schreien, auch wenn man davon ausgehen muss, mal wieder enttäuscht zu werden. Erwartet habe ich einen typischen New Adult Roman. Doch „Bourbon Kings“ war unterhaltsamer als gedacht.

Zum einen sind die Bücher der Reihe nicht so gestaltet, dass wir jeweils eines der Familiemitglieder kennenlernen und in der Ich-Perspektive mit ihnen durch die Story rasen. Hier hat Ward von mir den ersten Pluspunkt erhalten. In jeweils abwechselnden Kapitel begegnen uns Lesern die Kinder der Familie Baldwin, namentlich Lane, Edward und Gin. Des Weiteren hat Lizzy, die Gärtnerin des Anwesens, ihre Auftritte. Neben diesen Hauptfiguren wird man zu anfangs mit weiteren Familienmitgliedern, Angestellten und Love Interrests überhäuft, so dass ich erst einmal alle zusammen sortieren musste. Dank einiger Ausflüge in die Kindheit der Protagonisten, war ich jedoch schnell im Geschehen eingetaucht.

Die Grundgeschichte ist schnell erzählt: Als Lane, der zweitälteste Sohn des Clans, nach zwei Jahren der Abwesenheit zurück zum Familienanwesen kommt, wird er nich nur mit der Krankheit einer lieben Freundin und der Anwesenheit seiner ehemaligen großen Liebe, sondern auch vielen internen Problemen konfrontiert. Eigentlich sollte es nur ein kurzer Aufenthalt werden. Doch als sich im weiteren Verlauf die Dinge zuspitzen, hat er keine andere Möglichkeit, als zu bleiben.

Man stelle sich ein gigantisches Anwesen mit zahlreichen Angestellten, weitläufigen Gärten und einem riesigen Fuhrpark vor. Das Haus mit all seinen Besitztümern ist seit Generationen im Besitz von einer der einflussreichsten Familien der Umgebung, die auch noch sehr erfolgreich im Bourbon-Geschäft ist. Wenn man nun stereotypische Figuren vor Augen hat, die verwöhnt, arrogant jedoch völlig unverstanden sind, liegt man genau richtig. Das Konzept „Reiche Familie, Intrigen, Geheimnisse, Kriminalität“ hat Ward verstanden und gut umgesetzt. Hier und da hatte ich das Gefühl, mitten in einer Soap gelandet zu sein. Dies kommt dem Roman nicht unbedingt zu Gute, eröffnet aber natürlich die Möglichkeit einer Serienadaption.

Auch wenn ich relativ zügig durch das Buch gekommen bin, waren hier und da kleine Längen eingebaut, die nicht hätten sein müssen. Diese vergeudeten Zeilen hätten dem Charakterausbau wirklich gut getan. Kleine Cliffhanger an jedem Ende eines Kapitels, haben dies jedoch wieder wett gemacht und mich am Lesen gehalten. Hätte sich die Autorin ein wenig mehr Mühe beim Verfassen des Romans gegeben, wäre dies noch nicht einmal so schlimm gewesen. Denn der Schreibstil ist wirklich sehr schlicht und einfach. Nicht so schlimm, wie in Black Dagger, aber immer noch viel zu anspruchslos. Aus diesem resultieren auch Logikfehler, wie eine „frei stehende Einbaukommode“. Die zahlreichen und wahllosen Wiederholungen von Marken- und Desingernamen empfinde ich ebenfalls als der überflüssig. Die meisten waren mir noch nicht einmal bekannt.

Das Buch glänzt durch seine Intrigen und Geheimnisse. Durch seine überspitzen Charaktere und die (hier und da übertriebene) Dramatik. Man muss in der Stimmung für solch einen Roman sein und das war ich auch. Aus diesem Grunde hat er mich sehr gut unterhalten und ich konnte über die kleinen Fehler und klischeehaften Darstellungen hinwegsehen.

Fazit:

Ward erfindet mit „Bourbon Kings“ das Rad nicht neu, doch weiß sie zu unterhalten. Fans von Gossip Girl und „Downtown Abby“ werden sicher auf ihre Kosten kommen. Oft ist die Rede von „einfachen und unterhaltsamen Büchern, bei denen man abschalten kann, die aber trotzdem nicht zu stumpf sind“. Wenn ihr genau so etwas sucht, seid ihr hier richtig. Ich habe mich mit der Familie Baldwin gut amüsiert und tatsächlich den zweiten  Band vorbestellt.

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6 thoughts on “[Rezension] Bourbon Kings von J. R. Ward

  1. […] Ward erfindet mit „Bourbon Kings“ das Rad nicht neu, doch weiß sie zu unterhalten. Fans von Gossip Girl und „Downtown Abby“ werden sicher auf ihre Kosten kommen. Oft ist die Rede von „einfachen und unterhaltsamen Büchern, bei denen man abschalten kann, die aber trotzdem nicht zu stumpf sind“. Wenn ihr genau so etwas sucht, seid ihr hier richtig. Ich habe mich mit der Familie Baldwin gut amüsiert und tatsächlich den zweiten Band vorbestellt. Zur vollständigen Rezension. […]

  2. Ich schleiche jetzt schon seit dem Erscheinen des Buches immer wieder darum herum. Habe es in der Buchhandlung mal in der Hand, lege es wieder weg und denke: Ellen, es wird dich enttäuschen, kaufe dir lieber ein anderes Buch. Aber irgendwie ist es wie du schon sagst: Es schreit „LIES MICH!“
    Deine Rezension kommt also zur perfekten Zeit, denn ich glaube, ich werde diesem Buch eine Chance geben. Ich hoffe nur, ich kann auch über die Logikfehler etc. hinwegsehen. Vor allem, wo ich nun schon weiß, dass sie da sind. ^^ Aber das wird schon. 🙂

    Liebste Grüße
    Ellen

  3. Hi 🙂
    Deine Rezi finde ich super – sie vermittelt einen guten ersten Eindruck. Das Buch werde ich vermutlich nie lesen – wäre eher nichts für mich. Mit Downton Abby hatte ich auch so meine Probleme … und mit Black Dagger. Bin trotzdem gespannt ob dich der zweite Teil auch überzeugen kann!
    Liebe Grüße, Maria

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