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[Rezension] Hot Chocolate 1.1 von Charlotte Taylor

hotchoc

Titel: Hot Chocolate: Ava & Jack: Prickelnde Novelle – Episode 1.1 (L.A. Roommates)
Autor: Charlotte Taylor
Verlag: beHEARTBEAT (Bastei Lübbe)
Seiten: 59
Genre: Erotik
Preis: 1,99 € (ebook only)
Erscheinungsdatum: 11.10.2016
ASIN: B01M1C21LJ

Das Buch ist ein Belegexemplar des Verlags. Vielen Dank für die Bereitstellung.

 

 

Klappentext:

„Willkommen im Hot Chocolate!

Die vier Studentinnen Ava, Jill, Kate und Lisa leben in einer schicken WG in Los Angeles. Um ihr Studium zu finanzieren, arbeiten sie nebenbei in der Bar Hot Chocolate, die Lisas Patenonkel Freddy gehört. Diese Kneipe ist beliebter Treffpunkt vieler Kommilitonen und Ehemaliger der Elite-Uni, die die vier Mädels besuchen. Ihre Studiengänge sind anspruchsvoll und zeitaufwändig. Für Beziehungen haben sie eigentlich alle keine Zeit. Doch Gelegenheit macht Liebe – oder zumindest Liebesnächte …

In der ersten Episode der Reihe trifft die kühle, strebsame Ava auf den rauen Jack. Er muss am nächsten Tag wieder auf seine Bohrinsel. Sie haben nur eine Nacht … und die nutzen sie.

Mit Leseprobe der zweiten Episode Jill & George.

Die erste Staffel ist komplett: Auf Ava & Jack (Episode 1.1) folgen Jill & George (Episode 1.2), Kate & Blue (Episode 1.3) sowie Lisa & Dan (Episode 1.4). Im Sammelband The Ladies sind sämtliche Einzelepisoden sowie zahlreiche Bonusszenen enthalten!

Und auch die 2. Staffel nimmt Formen an: Nach Love (Episode 2.1) sind bereits Pleasure (Episode 2.2) und Lust (Episode 2.3) erschienen.

Außerdem wird bald verraten, wie die Geschichte der vier Freundinnen begann in Hot Chocolate – Promise, ab Frühjahr 2017! Lasst euch überraschen!

Lust auf einen Quickie? Dann sind die Shorties Fay & Enrico sowie Merry X-Mas genau das Richtige zum eingrooven – beide können völlig unabhängig von der Serie gelesen werden!“

(Quelle: Amazon.de)

Meinung:

Ich habe lange überlegt, ob ich euch wirklich den kompletten „Klappentext“ zumuten möchte. Aber im Hinblick auf den ebenfalls viel zu langen Titel und meinen Gesamteindruck lautete die Antwort ja: da müsst ihr jetzt durch!

Eine Rezension zu diesem Buch zu verfassen, ohne einen Rant auf die Genres „New Adult“ und „Erotik“ daraus werden zu lassen ist nicht so einfach. Denn hier seht ihr perfekt zusammengefasst, was man in Bezug auf die beiden Richtungen alles falsch machen kann.

Fangen wir bei der Einstellung der Autorin an: Sowohl aus der Danksagung, als auch aus ihrem Vortrag bei der „Digital Night“ im Hause Bastei Lübbe kann man entnehmen, dass sie dazu „aufgefordert“ wurde, erotische Bücher zu verfassen. Wer die Autorin nicht kennt: Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Romanautorin Carin Müller, die unter anderem „Tage zwischen Ebbe und Flut“ verfasst hat, welches ich bereits rezensiert habe. Es mag sein, dass jeder einmal klein anfängt. Wem es jedoch schwer fällt, explizite Szenen zu schreiben und sie noch nicht einmal bei einer Lesung vortragen kann, der ist meiner Meinung nach im falschen Genre gelandet. Genauso hölzern, wie man es sich nun vorstellen mag, wirkten die „erotischen“ Szenen auch auf mich. Der Roman erstreckt sich, wie oben angegeben, auf noch nicht einmal 59 Seiten. Ab ca. 86 % war das Buch zu Ende und es folgten Teaser, Danksagung sowie eine Leseproben für den nächsten Teil. Ich bin generell kein Fan von Kurzgeschichten und der Inhalt muss mich wirklich mitreissen, damit ich ihn auch lesen mag. Was hier allerdings nicht der Fall war. Alle Figuren, seien es die Mädels aus der WG, als auch die dazu geschaffenen Männer, wirkten so konstruiert, dass mir im Nachhinein Gigi aus Trinity geradezu lebendig vorkam. Von der Inhaltsangabe, über den Inhalt, weiter über den Teaser als auch die Leseprobe schreit alles nach Vermarktung. Ob die Figuren nun für voll zu nehmen, oder der Plot einigermaßen plausbil ist, scheint egal zu sein. Hauptsache eine weitere Erotikreihe wird auf den Markt geworfen. Es handelt sich nicht um einen „prickelnden Genuß für abends in der Badewanne“, wenn ich mir ernsthaft um sodomistische Gedanken der Charaktere Sorgen machen muss!

„Weder mit deinem Vater noch mit mir und schon gar nicht mit deinem Hund wirst du jemals wahre Leidenschaft erleben, die Energie spüren, die nur durch tiefste Hingabe freigesetzt wird.“

„Lisa war „flexibel“, was die Auswahl ihrer zahlreichen Bettgenossen anging – manchmal sorgte sich Ava sogar ein wenig um ihren Pudel Henry -, hatte aber einen eindeutigen Hang zu schönen Frauen.“

Die Protagonisten prüde darstellen zu wollen, in dem man die Mutter als eine sexbegierige Esoterikerin auftreten lässt könnte man noch ernst nehmen, wenn da nicht Vergleiche mit Behinderungen aufgegriffen würden, die auf keinen Fall in Ordnung sind.

„Aber ohne Liebe und Hingabe wird ein wichtiger Teil deines Seins verkümmern. Das wird wie eine Behinderung sein“.

Was soll das Buch nun sein? Ein Erotikkurzroman? Dafür gibt es zu wenig Erotik und zu viel unwichtiges Aufgebausche. New Adult? Dafür ist das Drumherum zu plump. Wieso muss eine weitere Serie auf die Leser losgelassen werden, die nichts Ganzes und nichts Halbes ist? Warum müssen die Titel, samt Untertitel immer länger werden, damit auch wirklich jeder sofort merkt, dass es sich um eine Reihe handelt? Aus welchem Grund bedarf es so einer langen Beschreibung, um das Buch und seine Nachfolger vermarkten zu müssen? Bonusinhalte, Specials usw. sind m. E. nicht von Nöten, wenn man der Inhalt allein überzeugen kann.

Fazit:

Dank den fünfzig Schattierungen ist es mittlerweile wirklich schwierig geworden, gute Erotikliteratur bei den den „großen“ Verlagen zu finden. Ich bin wirklich froh, für dieses Buch kein Geld ausgegeben zu haben, denn die knapp 2 € sind leider immer noch zu viel für diese Art von Literatur. Der Roman, ja die komplette Reihe wirkt komplett erzwungen, was sich auf die Charaktere und den Plot auswirkt. Ich hasse es wirklich, Verrisse zu schreiben, aber leider kann ich zu „Hot Chocolate“ Teil 1.1 (usw.) nichts positives sagen.

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18 thoughts on “[Rezension] Hot Chocolate 1.1 von Charlotte Taylor

  1. Oh verdammt… ich habe mir das Buch vor Kurzem gekauft. Hätte ich mal deine Rezension zuerst gelesen. Mal schauen, ob ich da nun überhaupt noch rein lese. Das hört sich ja übel an… Gut, dass es nicht so teuer war.
    LG
    Yvonne

    1. Hahaha, sorry 😀 Vielleicht findest du es ganz gut. Ich war ja auch auf der Veranstaltung von :be wo unter anderem dieses Buch vorgestellt worden ist. Da hat sie dann erwähnt, dass es ihr peinlich ist, erotische Szenen zu schreiben und noch viel peinlicher, sie vorzulesen. Naja und das hat man dann leider auch im Buch gemerkt. Und ja, es hat sie mir selbst auch ein klein wenig unsympathisch gemacht. Ich habe auch noch einen anderen Roman von ihr gelesen (unter anderem Namen) der mir leider auch nicht gefallen hat.

      -> https://kitsunebooks.de/2016/10/07/rezension-zu-tage-zwischen-ebbe-und-flut-von-carin-mueller-35-sterne/

      1. Kann ich total verstehen. Ich verstehe nicht, warum man einen erotischen Roman schreibt, wenn einem das unangenehm ist. Es gibt doch so viele andere Genres, die man dann bedienen könnte. Merkwürdig!

  2. […] Dank den fünfzig Schattierungen ist es mittlerweile wirklich schwierig geworden, gute Erotikliteratur bei den den „großen“ Verlagen zu finden. Ich bin wirklich froh, für dieses Buch kein Geld ausgegeben zu haben, denn die knapp 2 € sind leider immer noch zu viel für diese Art von Literatur. Der Roman, ja die komplette Reihe wirkt komplett erzwungen, was sich auf die Charaktere und den Plot auswirkt. Ich hasse es wirklich, Verrisse zu schreiben, aber leider kann ich zu „Hot Chocolate“ Teil 1.1 (usw.) nichts positives sagen. Zur vollständigen Rezension. […]

  3. Fünfzig Schattierungen 😀 ich weiß heute noch, wie wir vor vier Jahren oder so in den Italien-Urlaub mit der Famile vom Herzmann wollten und meine Freundin und ich uns im Vorfeld über unsere Lektüre gedanken gemacht haben. Da waren die Schattierungen noch weit von einem Hype entfernt und nach der Leseprobe meinte meine Freundin nur: Nee, also einen Groschenroman brauchen wir nicht 😀

      1. Ja, dass ist ja das größte Problem. Ich war auch letztens leicht irritiert als ich in der Bahn saß und wie immer gelesen habe und da saßen zwei Männer und der eine meinte irgendwas von wegen Shades of Grey. Ich hab mich nicht angesprochen gefühlt und als ich dann auf mein Handy geschaut habe, konnte er wohl mein Cover sehen und meinte: Oh, doch nicht Shades of Gtey…Ich dachte mir so: Puh…okay er kannte einen Buchtitel, aber traurig, dass wohl der einzige Titel, der in den letzten Jahren in diesen Haushalt eingezogen ist, eben dieser war :/

  4. Gute Rezi! Ich bin auch kein Fan von all den Erotikbüchern, die auf der Welle von 50 Shades mitschwimmen. Wirklich schade, wenn man beim Lesen dann so enttäuscht wird.

    1. „Die auf der Welle von 50 Shades mitschwimmen“. Genau dies ist das Problem. Nicht nur, dass die Schattierungen ein fragwürdiges Licht auf die Szene werfen, es scheint kaum noch etwas „eigenes“ hinterher zu kommen. Lediglich ein Abklatsch nach dem anderen.

      1. Da hast du wirklich Recht! Ich habe mich auch schon durch mehr als eine von diesen neuen Reihen gequält und kann einfach nicht nachvollziehen, was viele andere daran finden.

  5. Diese sodomistischen Ansätze halte ich ehrlich gestanden für recht befremdlich … Soll das Versuch einer Steigerung sein, um noch ein paar Leser mehr anzulocken? Es gibt ja auch aus dem Bastei-Verlag eine ähnliche Reihe, wo ich aber nur einen einzigen Band gelesen habe, weil es dann wirklich nur noch um Sex geht – und Punkt. Für den Rest ist ja schon aufgrund der Seitenzahlenbeschränkung kein Platz mehr. Da kann ich dann auch nur sagen: Wer’s braucht … >:-).

    Liebe Grüße
    Ascari

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