Rezensionen

[Rezension] Forever 21 von Lilly Crow

forever 21

Titel: Forever 21: Zwischen uns die Zeit
Autor: Lilly Crow
Verlag: One (Bastei Lübbe)
Seiten: 288
Genre: Fantasy Jugendbuch/Zeitreisen
Preis: 15,00 € Hardcover, 9,99 € ebook
Erscheinungsdatum: 16.03.2017
Isbn: 978-3846600443

Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Band 1: Forever 21 „Zwischen uns die Zeit
Band 2: (Titel wird noch ergänzt) erscheint im Herbst 2017

Klappentext:

Ava ist 21 Jahre alt. Für immer. Sie hat eine schwere Schuld auf sich geladen und wurde zur Strafe mit einem dunklen Fluch belegt. Nun muss sie immer wieder durch die Zeit reisen, an immer neue Orte, in unterschiedliche Situationen. Nur ihre Aufgabe ändert sich nie: Sie muss zwei Seelenverwandten helfen, zueinanderzufinden. Dazu hat sie jedoch nie viel Zeit. Ihr Blut ist wie Säure, und wenn sie sich nicht beeilt, ihre Aufgabe zu erfüllen, leidet sie unsagbare Schmerzen. Dann lernt sie in einem der Sprünge Kyran kennen. Und auf einmal ist alles anders. Doch haben die zwei eine Zukunft, wenn Ava die Zeit und den Ort, an dem Kyran lebt, wieder verlassen muss?

Meinung:

Ich habe „Forever 21“ im Zuge einer Leserunde auf Lesejury, der Community von Bastei Lübbe, als Vorab-Manuskript gelesen. Warum es mich nicht überzeugen konnte, für euch zusammengefasst:

Der Einstieg in den Roman verlief noch relativ gut, da der Schreibstil eingängig und recht schlicht gehalten wurde. Er ist eindeutig auf ein jüngeres Publikum ausgelegt, sorgt jedoch für ein zügiges Vorankommen. Es gab hier und da ein paar „tiefgründigere Einschübe“, die mit Sicherheit zitierfähig sind, aber insgesamt kann man ihn als nicht besonders einstufen.

„Ava war fort, und fast erschien es ihm, als wäre sie nur das Traumgespinst einer mondlosen Nacht gewesen.“ – Seite 80

Mit der Protagonistin Ava hatte ich so meine liebe Mühe. Schon lange ist mir kein oberflächlicherer Charakter mehr untergekommen. Ich kann noch gerade so nachvollziehen, dass man eine Figur zu anfangs klischeehaft und mit Schubladendenken ausgestattet einführt, damit sie im weiteren Verlauf der Handlung eine Wandlung durchläuft. Mit Ava konnte ich jedoch bis zum Ende nicht warm werden. Ihre Denkweisen erinnerten mich mehr als einmal an Chic-Lit Protagonistinnen von vor zehn Jahren. Ihre Aufgabe, Seelengefährten zusammen zu bringen, mag romantisch anmuten. Jedoch kam weder diese Stimmung bei mir auf, noch nahm ich ihr ab, dies nicht ausschließlich aus egoistischen Gründen durchführen zu wollen.

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Gegen ihren männlichen Gegenpart Kyran (dessen Name ich immer wieder nachschlagen musste) hege ich sogar noch mehr Antisympathien, da er ein fast schon stalkerhaftes Verhalten an den Tag legt, das ich weder gutheißen, noch die Absichten der Autorin nachvollziehen kann.

Der Roman strotzt des Weiteren nur so von Logikfehlern. Dies betrifft sowohl klassische Zeitreisefehler, wie das Verändern von unveränderbaren Ereignissen, als auch Fehlern im Text, die anscheinend im Lektorat nicht weiter aufgefallen sind. Fehler können passieren, aber gerade bei Zeitreisen dürften solche Dinge wirklich nicht passieren.

Ein weiterer großer Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Autorin sich ihre eigene Logik schafft, wie es eben gerade in die Geschichte passt. Avas „Fähigkeit“ bzw. Strafe, durch die Zeit zu springen bringt sie in die verschiedensten Situationen und Körper. Da heißt es einmal, dass die Personen, nach ihrem Sprung aus dem Körper an alles erinnern können und beim nächsten Mal, dass Gedächtnislücken zurück bleiben. Die unwirklichsten Zufälle kommen zusammen, damit Ava Adressen und Namen von ihren „Wirten“ herausfindet. Unnatürliche Unterhaltungen werden geführt, nur um den Leser auf Offensichtliches hinzuweisen. Und Unglückliche Formulierungen wie

„Im Jahr 1907 hatte es schließlich keine Fingerabdrücke gegeben.“ – Seite 117

runden dies noch ab.

Avas Zeitsprünge sind kleine Geschichten innerhalb der großen Geschichte, die zu einem Ganzen zusammenlaufen sollen. So die Theorie. In der Praxis wurden ihnen viel zu wenig Raum und Seiten eingeräumt um nur ansatzweise mit den Figuren sympathisieren zu können. Den sogenannten Rote Faden ging leider aufgrund von Nichtigkeiten unter.

Natürlich darf auch dieser Fantasy-Jugendroman nicht ohne eine Liebesgeschichte ausgekommen. Wie so viele anderen Romanzen des Genres die ich zuvor gelesen habe, wirkt auch diese erzwungen und extrem konstruiert. Wie aus dem Nichts sind auf einmal große Gefühle vorhanden, die weder nachvollziehbar sind, noch in irgend einer Art und Weise realitätsnah anmuten.

Im ganzen Verlauf sind einige Fragen entstanden, die bis zum Ende nicht aufgeklärt werden und für die man sich wohl Teil 2 kaufen muss, um sie geklärt zu bekommen. Aber weder dieser Umstand, noch der Cliffhanger am Schluss haben dazu geführt, dass ich wissen möchte, was aus Ava und Kyran werden wird.

Fazit:

Zeitreise-Roman sind nichts Neues. Die Grundidee von „Forever 21“ machte jedoch neugierig und hätte wirklich gut werden können. Leider wurde in so vielen Punkten Potenzial verschenkt, dass ich es bei Band 1 belassen werde. Ich kann für „Forever 21“ leider keine Leseempfehlung aussprechen. Dafür kamen leider zu viele Kritikpunkte zusammen. Meine sehr hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt.

Wer Interesse an einer spannenden Zeitreise-Reihe hat, dem lege ich die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier ans Herz.

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Verlag

Weitere Meinung zum Buch:

Fiktive Welten
The Ujulala
Wortgeflumselkritzelkram

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19 thoughts on “[Rezension] Forever 21 von Lilly Crow

    1. Ja, wir waren uns ja während der Leserunde schon sehr einig. Es ist wirklich schade, habe mir mehr von dem Buch erhofft. Ich bin mal gespannt, was noch zum dritten Abschnitt kommentiert wird.

  1. Hey 🙂

    Okay, ich muss jetzt mal wieder die Dummy-Frage stellen, aber seit wann werden eigentlich Fingerabdrücke bei der polizeilichen Arbeit berücksichtigt? Irgendwann um die letzte Jahrhundertwende muss es schon gewesen sein, oder?

    Ich bin ja ansonsten durchaus Zeitreise-Fan, aber schon die Inhaltsangabe lässt eigentlich darauf schließen, dass sie mehr Mittel zum Zweck als sonst was ist. Und eigentlich klingt deine Rezi so, als ob schon Potenzial vorhanden gewesen wäre, die Autorin das aber nicht genutzt hat, oder?

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Forensik, Ermittlungsarbeit und so einen Kram gab es schon um 1890 rum. Was mich an dem Satz stört ist aber nicht die polizeiliche Arbeit. Der Satz hört sich für mich an, als ob wir bis vor dieser Zeit mit nackten Fingerkuppen rumgerannt sind 😀

  2. Ich würde auch nie auf die Idee kommen in eines meiner Bücher zu schreiben ^-^‘ Aber für so eine Aktion wie das Wanderbuch würde ich über meinen Schatten springen 😀 Schere? Du musst aber immer noch einen drauf setzen. :’D

  3. Das Buch hatte ich schon auf der Wunschliste, weil ich das Thema sehr interessant finde und der Klappentext mich einfach neugierig gemacht hat. Aber wenn ich das jetzt so lese, überlege ich es mir auf jeden Fall zweimal, ob ich dieses Buch wirklich lesen möchte. Aber deiner Empfehlung bezüglich der Edelstein-Trilogie werde ich sehr bald nachkommen, denn die wird auf jeden Fall gelesen. 🙂 Ich bin nur noch am Überlegen, ob ich sie mir als Taschenbuch oder HC hole.

    Liebste Grüße
    Ellen

      1. Die sind doch nicht peinlich, sondern für mich mega interessant! 😀 Sollte ich das Buch wirklich unbedingt lesen wollen, komme ich darauf zurück. 🙂 Oder was machst du mit diesen Scripten? ^-^

        Aber das mit den Notizen bringt mich auf eine Idee: Wir müssen unbedingt mal ein Wanderbuch veranstalten mit ein paar anderen Bloggern. Und dann am besten zu einem Buch wie Trinity, oder so. :’D Das Buch würde ich mir nach all den Kommentierungen in eine Vitrine stellen. 😀

        1. Die lagern hiern in ner Schublade. Wie gesagt, kanns dir zuschicken. Wanderbuch klingt interessant. Normalerweise schreibe ich ja in Büchern nicht rein, aber ich besser mich. Für so ne Sache *hö hö* werde ich jetzt auch mit einer Schere an eins ran „müssen“. :O

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