Rezensionen

[Rezension] Lovesong von Sophia Bennet

Titel: Lovesong
Autor: Sophie Bennett
Übersetzer: Sophia Zeitz
Verlag: Chicken House (Verlag)
Genre: Jugendbuch
Preis: Hardcover 16,99 € / 10,99 € ebook
Erscheinungsdatum: 24.03.2017
Isbn: 978-3551520913

Vielen Dank an Carlsen und Netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Klappentext:

Warum alle so verrückt nach The Point sind, ist Nina ein Rätsel. Doch als sie ihre kleine Schwester zu einem Meet-and-Greet begleitet und dabei die Verlobte des Sängers rettet, wird sie prompt deren neue Assistentin. Plötzlich tourt Nina mit den vier begehrtesten Jungs aller Zeiten um die Welt – und sieht, wer sie wirklich sind. Die angesagte Band steht kurz vor der Trennung und ausgerechnet Nina soll das verhindern! Aber viel schwerer fällt ihr das, was sie für unmöglich gehalten hat: Sie darf sich auf keinen Fall in einen der Jungs verlieben.

Meinung:

Die Rezension zu diesem Titel fällt mir dieses Mal wirklich nicht leicht. Ich wollte und würde dieses Buch so gerne lieben, jedoch gab es da ein paar Punkte, die mich wirklich sehr gestört haben.

Wobei ich direkt mit dem Beginn der Geschichte anfangen kann. Dort steht nämlich fett „Vorwort“ drüber. Was ich dann in den ersten Worten für persönliche Anmerkungen der Autorin gehalten habe, war tatsächlich jedoch die Einführung in den Roman. Die Verwendung des Begriffs Prolog wäre an dieser Stelle tatsächlich ratsamer gewesen und nicht so irreführend.

Nina als Protagonistin lernte ich in dem „Vorwort“ als naives und leichtgläubiges Mädchen kennen. Wäre dieser Charakterzug nicht von Dauer und lediglich als Aufhänger ihrer Geschichte angedacht gewesen, hätte ich gut mit ihr als Hauptfigur leben können. Ich sehe jedoch leider keine Entwicklung, die sie durchlebt. Ein Charakter mit Stillstand kann für Romane von anderer Art sicher ein nettes Stilmittel sein. Doch gerade in diesem Buch, hätte ich mir einen Reifeprozess wirklich sehr gewünscht. Nina bleibt das naive Mädchen, das sich seit dem „Vorwort“ im Kreis zu drehen scheint.

Die Art der Erzählung ist entsprechend des Genres jugendlich gehalten, ohne zu gewollt zu wirken. Allerdings bringen klischeehafte Stilelemente die leicht zu lesenden Schreibweise das ein oder andere Mal zu Fall. Dass sich eine Person am Anfang des Romans vor den Spiegel stellt und anfängt sich selbst zu beschreiben, nur damit der Leser sich vorstellen kann, wie diese Person auszusehen hat, mochte ich noch nie und möchte es auch wirklich nicht mehr lesen müssen.

Trotz der zuvor genannten Umstände konnte ich mich schnell in der Geschichte verlieren. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es sich bei „Lovesong“ ausnahmsweise mal nicht um einen „Bad Boy Rockstar trifft auf unscheinbares Girly“ Roman handelt. Als ich mit dem Lesen begann, hatte ich nur noch ungefähr den Klappentext im Kopf und so hatte ich zunächst das Problem, dass mir der Umstand, warum ausgerechnet eine 17jährige Schülerin den Job der persönlichen Assistentin erhalten soll, recht unglaubwürdig erschien. Für das Genre war es vielleicht passend, aber realitätsnah sieht deutlich anders aus. Jedoch kommen hierzu im weiteren Verlauf andere Tatsachen auf den Tisch, die mich positiv überrascht haben und mich das Buch mehr mögen ließen. Genau wie das Katz und Maus Spiel der Autorin mit mir als Leserin. Ich hatte bis zu einem gewissen Punkt andauernd Vermutungen, wen aus der Band es denn nun treffen könnte/würde, die sie einige Seiten später mich wieder über den Haufen werfen ließ. Dazu kam ein spannender Handlungsbogen und sympathische Figuren (Protagonistin Nina ausgeschlossen).

„Täglich warfen sich ihm die Frauen an den Hals, doch er war der einsamste Mensch, den ich kannte.“ – Position 1419

Es hätte wahrlich ein Lesevernügen werden können, wäre da nicht der Einbruch ab wirklich genau der Hälfte gewesen. Der Verlauf nahm ab diesen Zeitpunkt eine komplett andere Richtung ein. All das, was Bennett sich bis zu diesem Zeitpunkt mühevoll bei mir aufgebaut hatte, verpuffte in Unglaubwürdigkeit und an den Haaren herbeigezogenen Ereignissen. Zurück in die Klischeefalle. Genau dazu passte das zuckersüße und extrem kitschige Ende, dass auf einmal abrupt runter erzählt wurde. Sicher habe ich schon deutlich schlechtere Bücher mit genau diesem Thema gelesen und wahrscheinlich bin ich die einzige, die sich einen Verlauf und Ausgang „wie es wirklich hätte passieren können“ wünscht. Jedoch gerade weil mich das Buch auf eine gewisse Art und Weise berühren konnte, ist es schade, dass in der zweiten Hälfte nicht genau an diese Authentizität anknüpft wurde.

Fazit:

Ich hätte „Lovesong“ so gerne zu meinen Lieblingsbüchern zählen wollen. So viel Potenzial, dass für eine naive Protagonistin und klischeehafte Geschehnisse verschenkt wurde. Trotz allem wurde ich gut unterhalten und es ist sicher eine Alternative für alle, die keine Bücher mehr über Rockstars lesen wollen, die nur für eine Nacht bleiben.

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