Veranstaltung

Litcamp Bonn 2017

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Hallo ihr Lieben!

Ja, sie lebt noch. Aber dafür schlafe ich momentan wieder mehr. Was auf die Lesezeit geht. Aber das ist es eindeutig wert.

Am Samstag ging es mit der ganzen Familie zum Barcamp nach Bonn. Eine Hälfte in mir freute sich wirklich sehr darauf, die andere hatte so ihre Bedenken. Das Litcamp Bonn war nicht mein erstes Barcamp, die Barcampentjungferung gab es letztes Jahr auf dem Litcamp in Heidelberg. Das Team aus Heidelcamp hatte so richtig vorgelegt und dennoch war die Vorfreude groß. Viele bekannte Gesichter und die Hoffnung auf gute Beiträge lockten uns also in die hübsche Nachbarstadt. Allerdings waren wirklich beide Mäuse mit dabei, da Oma und Opa leider nicht auf die Große aufpassen konnten. Wenn man mit so einem Wirbelwind auf Veranstaltungen fährt kann das wirklich den Hass der Mitmenschen auf sich ziehen. Und auch hier gab es wieder den ein- oder anderen bösen Blick, im Großen und Ganzen wurden wir jedoch freundlich von allen empfangen. Danke an dieser Stelle noch einmal an alle für euer Verständnis und eure Geduld! Nur weil ich Mutter, möchte ich mich nicht verstecken und weiterhin auch m e i n e n Beschäftigungen nachkommen. Immer nur auf Kinderpartys zu gehen, geht echt aufs Gemüt. Ich weiß, dass Kinder generell in unserer Gesellschaft schnell zur Last fallen, weil sie den Drang haben sich zu bewegen und auch mal Geräusche von sich zu geben (wie können sie nur!) aber glaubt mir, wir als Eltern sind am aller meisten gestresst. Egal ob es jetzt ein Barcamp oder auch nur der Besuch eines Cafés oder eine Bahnfahrt ist. Entspannt blicke ich dem zweiten Litcamp in Heidelberg entgegen, denn dort wird es auch dieses Jahr wieder Kinderbetreuung geben *fügen Sie bitte hier tanzenden Eltern ein*.

Obwohl wir uns trotz dank des Navis verfahren hatten, waren wir noch vor der Vorstellungsrunde angekommen. Ich weiß, dass diese ein fester Bestandteil eines Barcamps ist, aber vor allen Leuten seine Hashtags runter zu rattern ist dann doch immer wieder aufregend. Ein wenig anstrengend fand ich leider, dass man statt der Tags drei Fragen beantworten sollte. Da dies aber jetzt schon von einigen angemerkt wurde, gehe ich nicht weiter darauf ein und ich vermute doch sehr, dass man dies nächstes Jahr anders gestalten wird.

Die danach zustande gekommenen Sessions waren in ihrer Anzahl überschaubar, so dass ich keinen Stress hatte, mich zwischen mehreren entscheiden zu müssen. Ich muss auch gestehen, dass ich die Vorträge sehr nach den Referenten ausgesucht hatte, denn wie ich im Vorfeld getwittert hatte:

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In der ersten Session von Michael Schäfer gab es eine tollen Einblick darin, wie man als Autor interessante und lebendige Charaktere erschaffen kann. Den kompletten Vortrag könnt ihr auch >hier< nachlesen. Sollte ich jemals auf die verrückte Idee kommen, einen Roman schreiben zu wollen, dann erschießt mich bitte werde ich mir die Folien auf jeden Fall noch einmal anschauen.

IMG_4089 Direkt danach ging zum Vortrag der lieben Jasmin Zipperling. In dieser zweiten Session ging es um das Vernetzen innerhalb der Literaturszene, in die wir Teilnehmer auch mit einbezogen wurden. Jeder, der etwas zur Session beitragen konnte, wurde von Zippi auch mit Schokolade belohnt. Da der Vortrag sowohl an Autoren, als auch Literaturblogger gerichtet war, konnten wir alle wertvolle Tipps rund ums vernetzen mitnehmen.

Eine ganz wichtige Botschaft:

„Weniger meckern und mehr sagen, was euch gefällt!”

Mein absolutes Tageshighlight war Session Nr. 3 von Stephanie Braun. Nach einer kurzen Vorstellung aller Teilnehmer (die meisten kannten sich bereits durch Twitter, was es noch angenehmer machte) fand direkt ein reger Austausch statt, bei dem schnell Gemeinsamkeiten entdeckt wurden. Stephanie betreibt auf ihrem Blog Kleiner Komet eine spannende Beitragsreihe und war auf der Suche nach interessierten Bloggern, die sich ihr anschließen wollten. Und ja, die hat sie mit uns gefunden. Von nun an werden Anna, Melina, Silvia, Methapernpark, Martin und ich Stephanies Idee aufgreifen und ebenfalls Beiträge zum „Projekt Bücherschrank“ posten. Die Idee ist, sich jeden Monat ein Buch aus einem Bücherschrank zu nehmen, es zu rezensieren und mit einer kleinen Botschaft versehen wieder in den Schrank (oder einen anderen) zu legen. Es wurde auch nicht lange gefackelt und nach dem nächsten Bücherschrank in der Nähe gefragt. So machte sich unsere bunte Truppe auf den Weg nach draußen, um den Schrank, der praktischerweise um die Ecke steht, zu plündern. Alleine nur für diese Session hat sich der Besuch schon gelohnt. Ich liebe solche spontanen Ideen und ich hoffe doch sehr, dass sich unsere Crew bald wieder zum Austausch treffen wird.

Die vierte Session haben Martin und ich ausgelassen, da wir ein wenig zu spät von unserem kleinen Ausflug zurück gekommen sind und nicht in einen laufenden Vortrag platzen wollten. Für die Große war das auch ganz gut, so konnte sie sich draußen noch ein wenig austoben.

nilsEin wenig Schlaf hätte ihr allerdings nicht geschadet, so hätte sie sich nicht in der letzten Session, ein Skypetelefonat mit Nils, der sich gerade mit Ärzte ohne Grenzen im Irak befindet, weinend auf die Erde geschmissen. Schön war Nils Kommentar dazu: „so schlimm ist es (das Telefonat mit ihm) nun auch wieder nicht“. Sorry noch mal für die kurze Unterbrechung.

Ärzte ohne Grenzen suchen nahezu immer nach Helfern. Schaut doch einfach mal auf deren Seite vorbei, ob ein solcher Einsatz auch für euch in Frage kommt. Es werden auch immer wieder Leute gesucht, die aus anderen Berufsgruppen kommen.

In der Abschlusssession gab es noch einen Auszug aus den Improkünsten der beiden Taubenhaucher Gabi und Axel. Ich bin überhaupt kein Theaterfan, aber dafür hat es mir dann doch gefallen. Einen ganzen Abend lang würde ich mir so ein Programm aber wahrscheinlich nicht ansehen.

Ich möchte mich zum Schluss noch einmal dafür Bedanken, dass auch an uns Veganer bei der Essenbestellung gedacht. Natürlich ist ein Camp wie das in Heidelberg Luxus, da es von Veganern organisiert wird und damit das komplette Essen auch vegan ist. Aber indem man sich bei der Hauptmahlzeit für eine vegane Option entschieden hat, gab es immerhin damit den kleinsten gemeinsamen Nenner. Auf die Nachspeise mussten wir leider verzichten, aber da wir mit so etwas gerechnet hatten, waren wir selbst mit Süßkram versorgt. Ich freue mich für die Veranstalter und alle Helfer, dass das Camp so ein positives Feedback erhalten hat und dass es – so wie es momentan aussieht – nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird. Mit Sicherheit gibt es eine paar Punkte, wie die Vorstellungsrunde, die man verbessern könnte, aber wir sind auch nächstes Jahr bestimmt wieder mit dabei. Und dann hoffentlich mit Babysittern.

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Und natürlich geht auch noch einmal ein Gruß an all die tollen Menschen raus, die ich wiedersehen, endlich „in echt“ treffen und neu kennenlernen durfte. Seitdem ich wieder blogge habe ich so viele tolle Leute über deren Blogs und Twitter kennengelernt, die ich alle nicht mehr missen möchte. Ich hoffe, wir sehen uns alle spätestens ins Heidelberg auf dem #litcamp17 wieder.

Liebe Grüße,
Nise

Weitere Beiträge zum #litcampbn17 findet ihr hier:

Jasmin Zipperling
Sven Hensel
Andreas Hagemann
Kleiner Komet
Kaisu
Babsi taucht ab

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8 thoughts on “Litcamp Bonn 2017

  1. Hey,
    ich finde diesen Beitrag einfach grandios. Vor allem die Durchgestrichenen Teilen waren zum totlachen😂!! Ich finden im Allgemeinen hast du eine sehr schöne, unterhaltsame und oft vor Witz sprühende Schreibweise, die ich einfach bei jedem Text aufs neue genieße😍❤️!

    Von Litcamps habe ich ehrlich gesagt vorher noch nie etwas gehört, also war es wirklich spannend für mich diesen Text zu lesen und zu Erfahren wie du die ganze Sache wahrgenommen hast.

    Ich wünsche dir und deiner Familie noch frohe Ostern 🐰
    Alles Liebe
    -Felia❤️

    1. Hallo Felia und vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Barcamps sind wirklich eine tolle Sache und es gibt sie zu jedem Thema. Ich finde es ist eine tolle Sache, um Menschen kennen zu lernen, die gleiche Interessen haben. Wünsche dir auch ein tolles Osterfest.

  2. Hallo Nise, ich fand es toll, dich auch einmal persönlich kennenzulernen. Zudem zolle ich dir großen Respekt, deinen Besuch aus genau den genannten Gründen trotzdem zu machen. Sicherlich mag es für den ein oder anderen Vortragenden schwerer sein, sich zu konzentrieren, dafür sind die Kids aber auch einfach zu süß 😛
    Ich habe zu eurer spontanen Aktion bereits von anderen gehört und finde die toll! Gerade so, glaube ich, hat man tolle Chancen den ein oder anderen Schatz zu finden.

    Vielen Dank für die Verlinkung, das hole ich noch nach. Habe ich in der letzten Session zum Bloggen auch gelernt und direkt wieder vergessen 😀

    Viele Grüße, Andreas

  3. Hallo Denise, ich ärgere mich nach wie vor ein bisschen darüber, dass ich zwischendurch keine Zeit zum Plaudern gefunden habe. Aber ich plane fest, auch aufs Literaturcamp in Heidelberg zu kommen und liege deswegen schon auf Ticketlauer.
    Ich fand deine Kinder wirklich bezaubernd und ein bisschen Toben ab und zu lockert die Stimmung wunderbar auf! <3 Das ist zumindest meine Meinung.
    Die Bücherschrank-Idee klingt absolut fantastisch! Ich stelle gerne ausgelesene Bücher, die ich nicht unbedingt im Regal behalten muss um sie zu bewundern, in Bücherschränke. Allerdings nehme ich mir selten was raus. Vielleicht sollte ich das doch mal ändern!
    Ich bin schon gespannt, eine tolle Aktion jedenfalls.

    Viele liebe Grüße und hoffentlich bis Heidelberg!

    1. Hey 🙂 Ja, die Zeit zum Reden war wirklich sehr gering bemessen. Da ist so ein Camp wie in Heidelberg, das über zwei Tage geht, schon angenehmer. Ich drücke dir die Daumen, dass du bei der nächsten Ticketwelle eines bekommen wirst. *toi toi toi* Ich war vorher auch die Fraktion „in den Bücherregal stellen, aber nichts mitnehmen“ doch die Idee hat mir echt gut gefallen. Wir haben hier in unserem Stadtteil einen ziemlich coolen: eine ehemalige Telefonzelle. Der wird immer gut gefüllt, da müsste sich sicher etwas lustiges/skurriles finden lassen. 😀

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