Buch vs. Film

[Buch vs. Film] Wenn du stirbst…

…ist dein Filmtitel so lang, dass er nicht mehr auf die Anzeigetafel vor dem Kino passt, sagen sie. Tut mir leid, aber den konnte ich mir leider nicht verkneifen. Vor allem, weil es wirklich so gewesen ist. Der Originaltitel „Before I fall“ wäre mit Sicherheit eingängiger gewesen. Aber die langen Buch- und Filmtitel scheinen derzeit sehr modern zu sein, d.h. auch, dass dieser Trend wieder vorüber gehen wird.

Mein großes Dankeschön noch einmal an Ute Nöth von Carlsen, dank der ich euch nun eine neue Folge von „Buch vs. Film“ präsentieren kann.

Eckdaten:

Bildquelle: imdb.com

Originaltitel: Before I fall
Deutscher Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Filmstart: 01.06.2017
Cast: Zoey Deutch, Halston Sage, Logan Miller
IMDb Bewertung: 6,4
Regisseur: Ry Yusso-Young

 

Inhalt:

Samanthas (Zoey Deutch) Leben könnte perfekter nicht sein. Sie hat einen in ihren Augen großartigen Freund und ihre besten Freundinnen Ally (Cynthy Wu), Elody (Medalion Rahimi) und Lindsay (Halston Sage) bedeuten die Welt für sie. Das Leben der beliebten It-Girls besteht aus Feiern, Knutschen und den richtigen Klamotten, den Außenseitern an ihrer Highschool spielt die Mädels-Clique auch gerne mal einen gemeinen Streich. Bis sich an einem einzigen Tag alles ändert: Sam wird nach einer Party in einen Autounfall verwickelt, der sie das Leben kostet. Doch als wäre nichts geschehen, erwacht sie am Morgen desselben Tages in ihrem Bett. Daraufhin durchlebt Sam die Stunden vor dem Unfall immer und immer wieder, bis sie merkt, dass sie dadurch die Chance bekommt, Dinge richtigzustellen, die nicht sein sollten. Denn hier geht es um mehr als ihr eigenes Leben.

Meinung:

Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf die filmische Umsetzung von „Wenn du stirbst…“ gefreut, da mir der erste Trailer sehr zugesagt hatte. Auch wollte ich direkt nach Filmstart ins Lichtspielhaus aufbrechen, um ihn mir anzusehen. Allerdings hatte ich keines in Köln gefunden, dass es OV oder OmU zeigt. Als ich dann die die Karte von Carlsen im Briefkasten hatte, hat eine erneute Suche ergeben, dass das „Weisshaus Filmkunsttheater“ (auf der Luxemburger Straße, in Köln) es in in OV zeigt. Nur noch an diesem Tag und in der spätesten Vorstellung. An dieser Stelle deshalb noch einmal ein großes Dankeschön an Martin, dass wir das so kurzfristig hinbekommen haben. Das Filmtheater ist übrigens sehr schön, wenn die Leinwand auch nicht all zu groß ist. Aufgrund der Arthaus Filme, die dort (vorallem in OV und/oder OmU) laufen, werde ich mit Sicherheit noch einmal dort hingehen. Also auch danke für diese neue Erfahrung in meiner Heimatstadt und vielleicht schaut ihr auch einmal dort vorbei, wenn ihr auf der Suche nach Filmen fernab des Mainstreams seid. (Wir haben generell einige Filmtheater, wo ihr euch Arthaus- oder auch ältere Filme ansehen könnt. Wenn ihr da Empfehlung braucht, schreibt mir gerne eine Mail).

Eine Romanverfilmung steht und fällt – meiner Einschätzung nach – mit den ausgewählten Schauspielern. Personen, die das Buch vorab nicht gelesen und aus diesem Grunde sich nicht im Vorfeld mit den Figuren identifiziert haben, müssen sich auf ein komplett neues Erlebnis einstellen und sehen Plot und Charaktere im Vordergrund. Für jemanden – wie mich in diesem Fall – der die Handlung bereits kennt, kann sich voll und ganz auf den Figurenausbau und die Änderungen, die für den Film vorgenommen wurden, konzentrieren. Die Auswahl der Schauspieler ist in diesem Fall sehr geglückt. Auch wenn ich mir den ein oder anderen Charakter damals bei der Lektüre mit Sicherheit anders vorgestellt habe, passten sie alle zu den vorgegebenen Rollen. Besonders Hauptdarstellerin Zoey Deutch hat in meinen Augen ihre Rolle perfekt gespielt. Bislang hatte ich sie nur in „Vampire Academy“ (2014) gesehen, wo sie Rose Hathaway gespielt hatte. Ihre schauspielerische Leistung hat sie in dieser Zeit merklich verbessert und so glänzte sie in ihrer erneuten Hauptrolle vor allem durch ihre Wandelbarkeit. Egal ob in den verzweifelten oder den vergnügten Augenblicken, konnte ich ihr jederzeit ihre Rolle abkaufen. Besonders gut besetzt wurde ebenso die Rolle des Kents, den ich im Roman schnell ins Herz schließen konnte. Logan Miller, den ich hier zum ersten Mal auf der Leinwand sehen durfte, spielt Kent so selbstverständlich und auf eine charmante Art und Weise, dass ich, wäre ich fünf Jahre jünger, sicherlich einen Crush entwickelt hätte.

Bei Romanverfilmungen vermisse ich oft die Kleinigkeiten, die auf den ersten Blick nicht wichtig erscheinen, im Buch jedoch dafür sorgen, eine gewisse Stimmung zu erzeugen. In „Wenn du stirbst…“ sind alle wichtigen Schlüsselszenen vorhanden und führen nach und nach zu einem Verstehen, so dass der gesamte Plot logisch und nachvollziehbar erscheint. Aber auch hier fehlten mir einige Szenen, die meines Erachtens wichtig für das Vorankommen der Geschichte gewesen wären. Vor allem, was die Figur der Juliet betrifft. Ihrer Geschichte wird zu wenig Beachtung geschenkt, weswegen ich euch den Griff zum Roman rate, falls ihr noch mehr über sie erfahren wollt.

Auch wenn ich den Schluss im Roman vorausgeahnt hatte, war ich „damals“ doch nicht ganz mit diesem einverstanden. Hier in der filmischen Version fügt er sich allerdings perfekt in die Geschichte ein, auch wenn man ihn hier ebenso in Frage stellen könnte. Es war nicht das tatsächliche Ende, sondern die Konsequenzen, die es mit sich bringt. Ich würde mich sehr über eure Meinungen hierzu freuen, wenn ihr das Buch schon gelesen und/oder den Film bereits gesehen habt.

Technisch gesehen, kann dieser Film, der tatsächlich in 24 Tagen abgedreht wurde, mit Produktionen mit einem größeren Budget mithalten. Die Kamerafahrten waren interessant und die Musik wurde stimmig in die jeweilige Szene eingebaut. Gegen Ende hin war mir ein kleiner Filmfehler aufgefallen, bei dem ich mir zunächst nicht so sicher war, ob es nich doch Absicht gewesen ist. Eine kurze Recherche zeigte mir, dass mir tatsächlich auch einmal ein solcher Fehler aufgefallen ist (ich bewundere Leute, die so etwas sofort und immer sehen), aber es ist wirklich keiner, der all zu schlimm auffällt.

Zusammengefasst wurde ich gut unterhalten. Wie auch gerade in der Verfilmung zu „Everything, Everything“ war der Soundtrack passend zum Plot und der Zielgruppe. „Before I Fall“ ist ein Film, den ich mir auch ein zweites Mal ansehen würde.

Wer konnte mich mehr Überzeugen:

Ein guter Cast und ein ernst gemeinter Versuch, den Roman auf die Leinwand zu bringen erhalten von mir eine klare „Muss man gesehen haben“ Empfehlung. Was auf den ersten Blick wie der Xte Teenagerfilm wirkt, hat – genau wie seine Vorlage – eine ernstgemeinte Botschaft. Im Grunde sogar zwei. Da sie im Roman jedoch noch stärker wirken würde ich euch empfehlen, diesen vorab zu lesen. Mein Fazit lautet demnach: Erst das Buch lesen, dann den Film ansehen.

Weitere Informationen zu Film und Buch:

Offizielle Homepage | Carlsen Verlag | Spotify Playlist | Rezension Roman

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