Rezensionen, Themenmonat

[Themenmonat] Reihenrezension zu „Crazy“ von Skylar Grayson

Die „Crazy“ Reihe von Skylar Grayson sind drei zusammenhängende Kurzgeschichten. Ich hatte zunächst noch überlegt, für jedes Buch gesondert eine Rezension zu verfassen, da sie sich allerdings auch gut zu einer zusammenfassen lassen können, wage ich heute einmal das Experiment einer Reihenbesprechung. Wenn man an den Büchern interessiert ist rate ich dazu sie in der folgenden Reihenfolge hintereinander zu lesen, da die Figuren miteinander verbunden sind.

 

Band 1: Crazy about you*
Band 2: Crazy right now*
Band 3: Crazy like you*

 

Die Exemplare habe ich durch Edel Elements zum Testlesen erhalten, vielen Dank an dieser Stelle für die Bereitstellung der ebooks.

 

Crazy about you

Seiten: 69
Kosten: 1,99 € (ebook only)
ASIN**: B06ZY7624C

„Harper hat es nicht leicht. Sie wurde verlassen und ihre Schwester Peach ist davon überzeugt, dass Harper einen neuen Mann braucht. Daher setzt sie alle Hebel in Bewegung, damit Harper sich bei einer Single-Börse im Internet anmeldet. Sofort knüpft Harper Kontakte und trifft auf den gut aussehenden und charmanten Dale, der hier eine Frau sucht, die er dominieren kann. Doch da hat er seine Rechnung ohne Harper gemacht. Die Lage spitzt sich zu, als Harper beruflich zu einem neuen Kunden muss, denn dieser kommt ihr sehr bekannt vor.“ (Edel Elements)

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, jedenfalls nicht das, was ich hier vorgefunden hatte. Das Cover suggerierte eine romantische, der Klappentext eine erotische Kurzgeschichte. Erhalten habe ich allerdings eine Kurzgeschichte, die weder das eine, noch das andere ist. Müsste ich ein Genre benennen, würde ich wahrscheinlich auf New Adult zurückgreifen.

Eine komplexe Story zwischen so wenige Seiten zu zaubern ist mit Sicherheit nicht einfach. Allerdings zeigen Werke wie „Kindred Spirits“ von Rainbow Rowell (Seitenzahl: 96), dass es durchaus möglich ist, Tiefgang in Romane zu bekommen, die unter hundert Seiten kurz sind. Umso bedauerlicher war es daher für mich, keinen Zugang zu den Charakteren in dieser Geschichte finden zu können. In kürzester Zeit wird eine Story heruntergebrochen, die völlig unzugänglich und fernab der Realität ist. Der Versuch, BDSM in die Handlung einzubauen ist leider gescheitert und ich würde mir wirklich wünschen, dass AutorInnen die diese Themen behandeln wollen, sich ein wenig mehr in die Materie einarbeiten würden, als 50 Shades of Grey zu lesen. Das Verhalten von Dale ist mir immer noch schleierhaft. Wie kann man ein Leben lang bestimmten Prinzipien treu sein und dann alles über den Haufen werfen, weil ein Mensch – den man überhaupt nicht kennt – einen nicht so akzeptiert, wie man nun eben gestrickt ist?

Explizite Stellen bzw. Details sind kaum bis gar nicht vorhanden.

 

Crazy right now

 

Seiten: 79
Kosten: 1,99 € (ebook only)
ASIN*: B07229HC9N

Es ist zum Verrückt werden! Peach braucht eine neue Wohnung, doch es ist keine in Sicht. Sie zieht kurzerhand in Dales Wohnung, die frei ist. Dort lernt sie Bradford kennen. Ein Windhund – wie sie schnell feststellt. Dass Peach genau die Frau seiner Träume ist, will sie ihm nicht abnehmen. Doch dann geschieht ein Unglück.“ (Edel Elements)

Auch wenn mich der erste Teil eher enttäuscht hatte, wollte ich dem zweiten in der Reihe positiv entgegensehen. Leider waren auch hier die Charaktere in ihren Verhaltensweisen ähnlich derer, aus Band eins. Das Gebärden des männlichen Protagonisten in „Crazy right now“ hatte allerdings etwas so stalkerhaftes an sich, dass es mich wirklich geschüttelt hat. Sich in das Bett einer Person zu legen (die schläft und daher nichts mitbekommt), der man gerade mal die Hand geschüttelt hat, weil man selbst nicht auf dem Sofa übernachten möchte, ist leider nicht niedlich oder sexy, sondern gruselig. Der männliche Protagonist war mir bereits in „Crazy about you“ unangenehm aufgefallen, da er dort keine andere Rolle besaß, als Dale zu fragen, ob Harper nicht noch eine Schwester hätte. Und auch wenn ihm mit der Begegnung mit Peach nun sämtliche Träume in Erfüllung gegangen sind, die ihn nachts wachgehalten haben, ist dies immer noch keine Begründung für ein derartiges Verhalten.

Wie auch in dem Band zuvor werden hier Lebensentwürfe über den Haufen geworfen, obwohl man sich gefühlt 3 Sekunden kennt. Für viele mag sich vielleicht romantisch sein, mich schreckt so etwas einfach nur ab. Da wird ein gutlaufendes Geschäftsmodel innerhalb einer Nacht (in der nichts passiert) aufgegeben, nur um jemanden etwas zu beweisen, mit dem man zuvor kaum eine richtige Unterhaltung geführt hat. Selbst ein Unterhaltungsroman der zum Abschalten dient, sollte in irgendeiner Weise für den Leser nachvollziehbar erscheinen. Vielleicht bin ich aber auch nur der unromantischste Mensch dieses Planeten und sehe die Funken einfach nicht, die hier versprüht werden sollen.

Band zwei war tatsächlich der schwächste der Reihe.

 

Crazy like you

 

Seiten: 57
Kosten: 1,99 €
ASIN*: B072NSJSQY

„Paisley ist erst einundzwanzig, als sie ihre Eltern durch einen Hausbrand verliert. Sie zieht zu ihrer Schwester Peach, um kurz darauf in Havard zu studieren. Als sie im Nachtclub „Peaches“ Eliot begegnet, ist sein erster Satz: „Ich glaube, wir sollten heiraten.“ Paisley hält das für einen Scherz, doch dass Eliot gar nicht zu Scherzen aufgelegt ist, merkt sie erst, als er ebenfalls als Student in Havard auftaucht.“ (Edel Elements)

Nachdem mir die beiden vorangegangenen Teile Kopfzerbrechen bereitet haben, wollte ich diesen letzten Band leider nur noch hinter mich bringen. Aufgrund der geringen Seitenzahlen habe ich auch alle drei Teile an einem Abend lesen können. Bewusst habe ich ein paar Tage nach Beenden der Bücher bis zur Verfassung der Rezensionen verstreichen lassen. Mir ist bewusst, dass es sich hierbei immer noch um einen Veriss handelt, allerdings ist er schon sehr abgemildert und ja, auch dieses Beitragsformat hat seine Daseinsberechtigung.

Band drei hat mich noch am ehesten unterhalten können, auch wenn ich dafür meine Kritikpunkte zu den anderen Teilen außer Acht lassen musste. Schöner wäre es natürlich gewesen, wären mir den ganzen Charaktere mittlerweile sympathisch geworden. Paisley ist, auch wenn es am Ende alles anders kommt, erst einmal aufmüpfig und scheint dann doch Charakter und Ziele abbekommen zu haben. Allerdings verflüchtigt sich dies schon nach kurzer Zeit und die Kurzgeschichte endet genau wie die anderen beiden Teile auch. Tatsächlich hätte hier viel mehr daraus werden können, hätte man nicht krampfhaft versucht, eine Novelle daraus zu machen.

 

Gesamtfazit:

 

Auch wenn das Hauptaugenmerk von Kurzgeschichten darauf liegt zu unterhalten, möchte ich wenigstens dieses einen Punkt erfüllt haben. Dies funktioniert leider nicht, wenn ich mich die meiste Zeit des Lesens über den Inhalt ärgere.

Sämtliche Figuren sind untereinander austauschbar, da die weiblichen Charaktere ihre Lebenserfüllung in einer Heirat sehen und der männliche Gegenpart lediglich gutes Aussehen und viel Geld besitzen muss. Es ist drei Mal die klassische New Adult Geschichte: Unzähmbarer Mann wird von der einen Wahren gebändigt und wirft daraufhin nicht nur sein bisherigen Leben, sondern auch direkt alle seine Prinzipen weg. Wenn einem diese Instant Love Stories auf 400 Seiten schon stören, wird man sich hiermit ebenfalls keine Freude machen.

Leider hat mir die Reihe so wenig zusagen können, dass ich keine Leseempfehlung aussprechen kann. Ich muss so ehrlich sein und hinzufügen, dass ich froh darüber bin, kein Geld für diese Buchserie ausgegeben zu haben. Ich würde sie weiterhin eher als Fanfiction (zu was genau habe ich noch nicht herausgefunden) einordnen. Anhänger von Romanen, in denen Protagonistinnen den fernen und arroganten Milliardär bändigen können und dabei nicht so viel Wert auf Schlüssigkeit legen, können aber sich nichts falschen machen, wenn sie sich diese Bücher zulegen. Ich selbst werde keine weiteren Romane der Autorin lesen.

Nachdem nun alles komplett anders gelaufen ist, als ich mir das angedacht hatte, habe ich mir gerade „Hinter dem Spiegel“ von Michaela Kastel (Thriller) aus dem Verlag gekauft. Denn nur weil mir die „Crazy Reihe“ nicht zusagen konnte, muss dich nicht für die anderen Titel des Verlags gelten. Ein Titel des Hauses, der mir auf jeden Fall gefallen hat, war „Das Herz und die Dunkelheit“ von Emily Byron. Schaut doch einmal bei meiner Rezension dazu vorbei.

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Quelle der Bilder: Amazon.com.

 

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