Rezensionen, Themenmonat

[Themenmonat] Rezension zu Kind meines Herzens von Steena Holmes

Die Romane, die ich mir für diesen Themenmonat ausgesucht habe, scheinen auf den ersten Blick alle nicht sehr für Selfublisher und Inieverlage zu sprechen. Bitte nicht davon abschrecken lassen. Ich kann euch versprechen, dass es besser werden wird. Heute habe ich zwar wieder einen Roman für euch, der in Sternen zwischen 2,5 und 3 schwanken würde, allerdings habe ich auch deutlich schlechtere Sachen (auch von namenhaften Verlagen) gelesen. Er ist, soweit ich das beurteilen kann, frei von Fehlern und der Schreibstil ist auch angenehm. Es ist der Inhalt, der nicht bei mir punkten konnte.

 

Titel: Kind meines Herzens
Autor: Steena Holmes
Übersetzer: Claudia Hahn
Verlag: Amazon Crossing
Genre: Drama
Preis: Taschenbuch 9,99 € | ebook 4,99 €
Erscheinungsdatum: 01.08.2017

Steena Holmes wuchs in einer Kleinstadt in Kanada auf und hat einen Bachelorabschluss in Theologie.

Holmes wurde nach einem kurzen Schreckerlebnis inspiriert, »Wo ist Emma« zu schreiben, als sie ihre jüngste Tochter vermisst glaubte. Sie wollte eine Geschichte schreiben, zu der Mütter von kleinen Kindern einen Bezug haben konnten.

Ebenfalls von ihr erschienen ist der Roman »Chocolate Reality«. Darüber hinaus wurde sie im Jahr 2012 mit dem Indie Excellence Award ausgezeichnet.

Zurzeit lebt sie mit ihrem Mann und drei Töchtern in Calgary.

Dieser Roman ist ausschließlich bei Amazon käuflich zu erwerben:

Vielen Dank an Netgalley und Amazon Crossing für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars in ebook Form.

Klappentext:

Eigentlich könnten Josh und Claire Turner glücklich sein: Sie führen eine wunderbare Ehe und schreiben zusammen erfolgreiche Kinderbücher. Doch die beiden wünschen sich nichts mehr als eine eigene Familie. Auf einer ausgedehnten Europareise geschieht dann schließlich doch das Wunder, mit dem sie nicht mehr gerechnet hatten: Nach langem Warten ist Claire endlich schwanger. Die ersten Wochen der Schwangerschaft vergehen für die beiden in reinem Glück. Aber dann leidet Claire plötzlich unter starken Kopfschmerzen und wird kurz darauf mit einer erschütternden Diagnose konfrontiert. Das Paar muss eine unmögliche Entscheidung treffen – zwischen Claires Gesundheit und dem Leben ihres ungeborenen Kindes.

Meinung:

Bereitet man sich auf eine Roman wie diesen vor, rechnet man aufgrund seiner Inhaltsbeschreibung mit einer gewissen Schwere, Traurigkeit, aber auch Hoffnung. Bekommen habe ich größtenteils allerdings nur Schwere. Und keine positive, sie sich aus dem Verlauf ergibt. Sondern langatmige Handlungsstränge und die Suche nach dem roten Faden, der alles zusammenführen soll.

Der Roman, der eine „normale Länge“ von 322 Seiten aufweist, braucht relativ lange, um mit seiner Handlung in Fahrt zu kommen. Genau genommen braucht er die erste Hälfte dafür, da der eigentliche Teil, der auch im Klappentext beschrieben wurde, erst bei ca. 50 % der ebook Version beginnt.

Ich hatte mich für den Roman entschieden, da die Bücher der Autorin bislang gute Bewertungen erhalten haben, sie auch eine Auszeichnung vorzuweisen hat und sich das Thema dieses Werkes zwar dramatisch, jedoch hoffnungsvoll angehört hat. Gerade aus diesem Grunde wurde ich doch recht enttäuscht zurück gelassen. Der Roman will voller Emotionen sein, die aber nie bei mir angekommen sind. Er hält sich zu lange mit der Vorgeschichte auf, ohne dass diese die Haupthandlung wirklich vorantreibt. Claire wird nach einer gefühlten Ewigkeit schwanger, erhält eine vernichtende Diagnose und da wären noch die Dämonen, die sie aus der Vergangenheit begleiten, aber erfahre als Leser, wie sie damit umgeht? Teilweise. Und wenn dann aus einer zu großen Ferne. Anstatt sich auf Claire und ihre Gefühle zu konzentrieren, besonders in solcher Augenblicken, in denen sie was sie Zukunft angeht, nicht mit ihrem Mann übereinstimmt, kommt einfach nichts rüber. Stattdessen erfährt der Leser im Laufe der Geschichte einiges über das Liebesleben ihrer Mutter, dass alle im Ort gerne Cupcakes essen und wie toll doch die Männerabende von Josh verlaufen. Für gewöhnlich mag es ich sehr, wenn auf kleine Details dieser Art eingegangen wird, aber hier wirkten sie nicht nur Fehl am Platz, sondern richtiggehend störend. Ich wollte mich ganz auf Claire und ihre Ängste, Sorgen und Träume einlassen, aber es wurde mir dafür kein Rahmen gegeben. Ich bin mir sicher der Roman hätte sehr davon profitiert, wäre er aus der ersten Person durch Claire erzählt worden.

Fazit:

„Kind meines Herzens“ wusste mich nicht zu berühren, die Emotionen verlaufen sich in unwichtigen Nebenhandlungen und auch mit dem glücklich gewählten – und dennoch überzogenem – Ende konnte ich nicht mehr überzeugt werden.


Bildquelle: Amazon

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