Buch vs. Film, Highlights

[Buch vs. Film] Valerian and the City of a Thousand Planets

Bildquelle: universumfilm.de

Mit wenig bis gar keinen Erwartungen in einen Film zu gehen, macht Vieles einfacher. Schlechte Kritiken und zwei Comicbände, die mich nicht ganz zu überzeugen wussten, waren Schuld an diesem Umstand. Dazu kamen noch Schwierigkeiten, den Film überhaupt sehen zu können, da nur ein Kino in Köln den Film in Omu/OV gezeigt hat und dort zusätzlich die Boxen in genau dem Saal, in dem Valerian laufen sollte, für ein paar Tage ausgefallen waren. Tatsächlich habe ich es dann zur letzten Vorstellung in den Film geschafft und ich kann euch an dieser Stelle schon verraten, dass es sich am Ende doch gelohnt hat.

Originaltitel: Valerian and the City of a Thousand Planets
Deutscher Titel: Valerian und die Stadt der tausend Planeten
Filmstart: 20.07.2017
Cast: Dane DeHaan, Cara Delevingne
Regie: Luc Besson
Imdb Score: 6,7

Im 28. Jahrhundert sind Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) als Spezialagenten der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt. Während der verwegene Frauenheld Valerian es auf mehr als nur eine berufliche Beziehung mit seiner schönen Partnerin abgesehen hat, zeigt ihm die selbstbewusste Laureline jedoch die kalte Schulte. Auf Anordnung ihres Kommandanten (Clive Owen) begeben sich Valerian und Laureline auf eine Sondermission in die atemberaubende, intergalaktische Stadt Alpha: einer Mega-Metropole, die Tausende verschiedener Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums beheimatet. Die siebzehn Millionen Einwohner haben sich über die Zeiten einander angenähert und ihre Talente, Technologien und Ressourcen zum Vorteil aller vereint. Doch nicht jeder in der Stadt der Tausend Planeten verfolgt dieselben Ziele – im Verborgenen wächst eine dunkle Macht heran, die nicht nur Alpha, sondern die gesamte Galaxie in Gefahr bringt. (Universum Film)

Meinung:

Einen direkten Vergleich, wie sonst auch, wird es an dieser Stelle nicht geben können. Die mir zur Verfügung gestellten Comicbände 3 & 4 waren nicht die Vorlage zu „Valerian and the City of a Thousand Planets“ und konnten mich auch leider nicht von der Reihe begeistern, so dass ich mir die anderen Teile nicht gekauft habe.

Noch eine Information vorweg: Ich habe den Film nicht in 3D gesehen und kann daher keine Auskünfte dazu geben. Martin war vor mir im Kino und hat ihn sich in 3D angeschaut. Er fand die Effekte gut eingearbeitet. Schnelle Bewegungen waren allerdings – wie immer – relativ unscharf.

Meine Bedenken wurden gleich zu Anfang weggefegt. Nach dem Opening mit dem Klassiker „Space Oddity“ von David Bowie, durch den die Entstehungsgeschichte der „Stadt der tausend Planten“ erzählt wird, geht es direkt weiter zur eigentlichen Eröffnungsszene die durch wunderschöne Landschaften und Wesen besticht. Eine Anmerkung von Martin hierzu ist, dass gerade dieser Teil in 3D am besten umgesetzt worden ist.

Wie auch in den Comics ist eine klare Rahmenhandlung nicht direkt zu erkennen. Die vielen kleinen Nebenschauplätze bilden ihre eigenen kleinen Geschichten und sind in sich sehr spannend. Der rote Faden läuft dabei aber eher nebenher. Wer auf der Seite „Der Guten“ und wer auf Seiten „Der Bösen“ steht wird auch schnell klar, auch wenn man den Zuschauer versucht bewusst im Unklaren zu lassen. Dieses „offene Geheimnis“ trägt leider nicht zum Spannungsaufbau bei. Dafür sind die gerade erwähnten „Einzelgeschichten“ in ihrer bildlichen Umsetzung und auch in ihrer Erzählweise wundervoll und genau deswegen würde ich mir wünschen, mehr aus diesem Universum sehen zu können.

Bildquelle: valerianmovie.com

Wie eingangs erwähnt waren meine Erwartungen eher im unteren Bereich. Die Schauspieler sagten mir nicht wirklich zu und die beiden Comics „Land ohne Sterne sowie „Willkommen auf Alflofol“ waren bezüglich der Zeichnungen sowie des sozialkritischen Charakters zwar ansprechend, ihre Figuren (besonders die beiden Protagonisten) wirkten jedoch sehr platt, was vielleicht auch etwas mit dem Alter der Comics zu tun hat. In dieser filmischen Adaption wussten mich die beiden Protagonisten – gespielt von Dane DeHaan und Cara Delevingne – jedoch sehr zu überzeugen. Gerade bei dem Model Cara Delevingne wurde ich positiv überrascht. Sie mag vielleicht keine Schauspielerin sein, die ich mir immer wieder gerne anschaue würde, die Rolle der Laureline hat sie jedoch in meinen Augen gut verkörpert. Meine Skepsis galt vor allem dem Alter der Schauspieler. Sie und ihre Figuren wirken sehr jugendlich, was im krassen Kontrast du den gezeichneten Protagonisten steht, die ich vom Alter her eher in den mittleren 30ern anordnen würde. Besson hat sich auch bezüglich der beiden Hauptfiguren an den Comics orientiert was dazu führt, dass zwei ebenbürtige Charaktere aufeinander treffen. Es gibt keine klassische Heldenreise, bei der Valerian seine wahren Stärken erkennen muss und auch Laureline ist keine „Jungfrau in Nöten“ die ständig gerettet werden muss. Vielmehr helfen sich die beiden ständig gegenseitig aus misslichen Lagen. Dies war übrigens nicht das erste Mal, dass Besson ein Model für der Hauptbesetzungen gewählt hat, erinnert man sich an Milla Jovovich in „Das fünfte Element“ zurück.

Die Welten die hier geschaffen wurden, sind bildgewaltig ohne überladen zu wirken, wie es bei CGI (Computer Generated Imagery) so oft der Fall ist. Dadurch, dass es sich bei allen animierten Wesen um Alienrassen handelt, hatte ich auch an keiner Stelle das Gefühl, im Uncanny Valley gelandet zu sein.

Wer den Film „Valerian and the City of a Thousand Planets“ nach dem Ansehen mit Star Wars vergleichen mag, sollte sich bewusst sein, dass die Grundlage der Stars Wars Filme auf George Lucas Verehrung der Valerian Comics beruht. Eine der bekanntesten Stellen aus „Stars Wars“ (Episode IV) ist wohl die „Cantina Scene“. Genau wie beim Sklavenoutfit von Leia hat sich Lucas hier von „Valérian et Laueline“ ein wenig zu sehr inspirieren lassen. Und auch Raumschiffe wie der „Falcon“ oder der „Star Destroyer“ wurden von Schiffen aus den „Valérian et Laureline“ Comics inspiriert.

Auch Luc Bessons „Fünfte Element“ bediente sich an Elementen der Comics, da er seit seiner Kindheit ein großer Fan der Reihe war. Zu dem Zeitpunkt, als Besson an „Das Fünften Element“ arbeitete, kam bereits der Zeichner der Valerian Comics, Jean-Claude Mézières, auf ihn zu, ob er nicht lieber Valerien auf der Leinwand zum Leben erwecken möchte. Aufgrund des damaligen Stands der Technik blieb dieses Vorhaben jedoch zunächst noch ein Zukunftstraum. Ähnlich hat es James Cameron mit seinen „Avatar“ Filmen gehalten. Der erst Teil der „Avatar“ Reihe sollte dann schließlich der Stein des Anstoßes sein, um Valerian und Laureline endlich auf die Kinoleinwand bringen zu können.

Im Zuge der Recherche für diesen Beitrag ist mir wieder einmal unser Konsum und Umgang mit Filmen (aber auch

Bildquelle: valerianmovie.com

Büchern) aufgefallen. Wir sehen (lesen) und bewerten. Und dann wieder. Und dann wieder. Besonders bei Verfilmungen von Büchern und Comics sind die Bewertungen von Menschen, die rein den Film gesehen haben, oftmals schlechter als tatsächlich von uns Büchermenschen. Bei den „Das war aber im Film anders“ Aussagen kaum vorstellbar, aber dennoch wahr. Dabei muss auch noch erwähnt werden, dass ich Filme wie „Eragon“ da nicht mir einbeziehe, da dieses „Werk“ wirklich unterirdisch war. Denn es geht um den Gehalt der fehlenden Informationen. Hätte ich „Valerian“ ohne diese ganzen Informationen gesehen, hätte ich ihn auch für eine Kopie von Star Wars gehalten. Ein anderes Beispiel ist Crimson Peak von Guillermo del Torro. Nach dem ersten Anschauen fand ich ihn „okay“. Als ich mir jedoch die Extras auf der Blue Ray mit der Entstehung des Films angesehen habe, musste ich ihn mir noch einmal anschauen um die ganzen kleinen Feinheiten und versteckten Details zu erkennen, die del Torre eingebaut hat. Ich versuche nun wieder bewusster Filme zu schauen. Beim Lesen eines Romans mache ich mir innerlich so viele Notizen für spätere Rezensionen (egal ob ich eine schreibe oder nicht) und auch Gedanken, warum eine bestimmte Szene genau so verfasst wurde, wie sie eben niedergeschrieben wurde. Ich sollte Filmen auch wieder mehr Achtung schenken, auch wenn sie wahrscheinlich nie mein bevorzugtes Medium sein werden.

Wer konnte mich mehr überzeugen:

„Valerian and the City of a Thousand Planets“ erfindet das Rad der SciFi Fantasy nicht neu, geht man von allen Werken die davor erschienen, aus. Sieht man ihn jedoch als das was er ist, nämlich die Inspiration zu Kultfilmen wie „Das fünfte Element“ oder Star Wars, wird man – ist man Fan dieser Filme – sehr viel Spaß mit ihm haben.

Ich finde es wirklich sehr schade, dass dieser Film an den Kinokassen nicht den Erfolg einfahren konnte, den sich die Macher erhofft hatten. Wenn ihr also noch die Chance habt, ihn euch im Kino anzusehen, würde ich sie an eurer Stelle nutzen. Ansonsten beginnt der Verkauf der DVDs und Blurays am 28.12.2017.

„Valerian and the City of a Thousand Planets“ ist kein Film, den ich ab sofort zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählen würde, jedoch konnte mich diese Welt wirklich sehr begeistern. Es wäre schade, nicht mehr davon sehen zu können, da alleine die Stadt/Raumstation Alpha so viel weiteres Erzählpotenzial bietet.

Und zum Schluss muss ich noch hinzufügen, dass ich mir nun doch die andere Teile der Comicreihe ansehen möchte. Dem Film sei Dank!

 

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9 thoughts on “[Buch vs. Film] Valerian and the City of a Thousand Planets

  1. Huhu,
    es mag ja Models geben, die den Sprung zum Film schaffe, aber Cara gehört für mich nicht dazu. Deshalb werde ich den Film erst gucken, wenn er im TV kommt.
    LieGrü
    Elena
    #litnetzwerk

    1. Ich habe sie in den anderen Filmen nicht gesehen. Hier fand ich sie nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Aber an sich ist der Film wirklich sehr schön anzusehen. Ich denke, dass ich ihn mir auch auf BlueRay kaufen werde, um ihn mir noch mal anzuschauen.

  2. Guten Morgen!
    Oh, ich hätte nicht gedacht, dass sich außer mir überhaupt irgendwer den Film angeschaut hat. Wir haben in der Schule im Französischunterricht öfter Ausschnitte aus den Comics zum Übersetzen bekommen, deshalb hat es mich fasziniert. Ich kenne die Hintergrundgeschichte und liebe das All und habe auf den Film hingefiebert, seit sie ihn angekündigt haben. 🙂
    Ich fand die Darstellung genial. Die Farben, die Welten, die Architektur – ich hab mich beim Schauen gar nicht satt sehen können daran. Ein wenig enttäuscht war ich allerdings vom Casting schon. Zumindest teilweise fand ich nicht, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren stimmte. Irgendwas passte mir daran einfach nicht, auch wenn ich es nicht direkt beschreiben kann. Fandest du, dass sie gut harmoniert haben?
    Ihr habt den Film also im Original gesehen? Das hätte ich auch gerne getan, aber in der Nähe spielen die Kinos die Filme leider nie im Originalton. Hat es sich gelohnt?
    LG, m

    1. Hey 🙂 Mir kommt es auch ein wenig so vor, als ob ihn niemand, den ich kenne, gesehen hat. Dass ihr den Comic im Unterricht benützt habt, finde ich toll. Wir haben im Japanischkurs anhand von Totoro Richtungen gelernt, was ich als Totorofan ziemlich toll fand 😀

      Der Film hat mir auch so gut gefallen, dass ich ihn mir auch noch mal ansehen würde. Die beiden Schaupspieler in den Hauprollen fand ich auch nicht unbedingt gut besetzt, kann aber damit leben. Ich fand sie auch nicht unbedingt harmonisch zusammen, aber das trifft auch auf die beiden Comicbände zu, die ich vorher gelesen hatte.

      Wir haben in Köln mehrere kleinere Kinos (mindestens vier), die Filme auch im OV zeigen. Zwei davon sind allerdings eher Arthauskinos, weswegen man wegen solcher Blockbuster dann doch nur eines hat. Und da die nur zwei Säle haben, zeigen sie auch nicht jeden Film. Ich finde es wirklich schade, dass nicht mehr Kinos (besonders die großen mit vielen Sälen) diese Option liefern. Gelohnt hat es sich auf jede Fall, nachdem ich mir hinterher den deutschen Trailer angesehen habe.

      1. Okay, dann werde ich ihn mir auf jeden Fall noch einmal im Original anschauen, wenn es ihn auf DVD gibt. 🙂
        Valerian und Laureline sind nicht nur so unterschiedlich, weil sie eben charakterlich eher gegensätzlich sind, Laureline kommt ursprünglich auch aus dem Frankreich des elften Jahrhunderts. Aber ich glaube, das haben sie im Film nicht angesprochen. 🙂

          1. Der Anfang war großartig. Die Musik war sehr passend (den ganzen Film über eigentlich) und die ganze Sache mit der ISS, die immer mehr wächst. Am Anfang hab ich mich noch gewundert, dass die Menschen so aufgeschlossen auf die Aliens zugingen. Normalerweise wird da ja immer alles beschossen, wenn man nicht weiß, wo es herkommt, oder?
            Die Orchesterversion von „Gangsta’s Paradise“ liebe ich. Ich höre sie ganz gern beim Schachspielen. 😀

          2. Ja, die Musik ist großartig! Höre immer noch den Soundtrack. Die Begrüßungen haben mir auch gut gefallen. Wie du ja schon geschrieben hast, kennt man normalerweise nur feindliche erste Begegnungen.

  3. Hey!
    Ein sehr interessanter Beitrag. Irgendwie hatte ich den Film gar nicht auf dem Schirm. Ich habe aber auch die Comics nicht gelesen. Und Star Wars habe ich tatsächlich erst letztes Jahr für mich entdeckt 😀 Und generell so Sci-Fi Sachen, die ich vorher abgelehnt habe, warum auch immer.
    Ich denke, dass ich mir die DVD zulegen werde. Cara Delevingne finde ich cool, wenn ich mich jetzt nicht irre hat sie in Margos Spuren mitgespielt (wo mir auch das Buch viel besser gefallen hat, wie so oft).

    Liebe Grüße,
    Nicci

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