Rezensionen

[Rezension] Erste Liebe, zweite Chance von Meg Cabot

Wäre mir der Roman im Buchladen in die Hände gefallen, hätte ich es nach dem ersten Blick hinein direkt wieder zur Seite gelegt. Zum Glück habe ich es online gekauft und erst einmal auf den SuB (Stapel ungelesener Bücher) verbannt. Ich finde es immer wieder schön, eine Auswahl an verschiedenen Genres zur Verfügung zu haben und als ich nach „Erste Liebe zweite Chance“ griff, war mir nach einem leichten Liebesroman. Der erste Blick ins Buch brachte dann die Überraschung. Denn bei „Erste Liebe zweite Chance“ handelt es nicht um einen klassischen Roman und trotzdem hat er mir wirklich gut gefallen.

Titel: Erste Liebe, zweite Chance
Originaltitel: The boy is back
Autor: Meg Cabot
Übersetzer: Claudia Geng
Genre: ChicLit
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,99 €
ISBN: 978-3956497131
Erschienen: 10.04.2017

Es läuft rund für Becky: Sie führt ein gutgehendes Umzugsunternehmen in ihrer Heimatstadt Bloomville und hat mit Graham einen netten, verlässichen Freund. Den Sommer mit ihrer ersten großen Liebe Reed hat sie verdrängt. Was auch ganz gut klappt, denn Reed hat vor zehn Jahren Bloomville - und auch Becky - überstürzt verlassen und ist mittlerweile als erfolgreicher Golfprofi in der Welt unterwegs. Doch als seine Eltern anfangen, sich seltsam zu verhalten und in einem Restaurant mit einer Briefmarke bezahlen, ist es mit Beckys Frieden vorbei. Reed kehrt zurück. Und ausgerechnet Becky wird engagiert, seine Eltern in ihren neuen Alterswohnsitz umzusiedeln. (Mira)

Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana. Nach dem Studium zog sie nach New York und schrieb ihren ersten Roman. Inzwischen hat Meg Cabot zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter auch die von Hollywood verfilmte Plötzlich-Prinzessin-Serie. Ihre Bücher werden in über 30 Sprachen übersetzt und haben sich weltweit millionenfach verkauft. Sie lebt mit ihrem Ehemann in Key West.

Die "Traummänner und andere Katastrophen“ beinhaltet jeweils einen Einzelband, der sich völlig frei von den anderen Teilen lesen lässt.

Meinung:

„Erste Liebe, zweite Chance“ besitzt keinen Fließtext, sondern ist aufgeteilt in E-Mails, Chatverläufe und noch einige andere Stilmittel, die ich an dieser Stelle nicht verraten werde. In solchen Fällen stellt sich mir direkt als erstes die Frage, ob es ein solcher „Roman“ schafft, die Figuren und ihre einzigartigen Charakterzüge zu transportieren oder nicht. Ob es generell ihrem Schreibstil geschuldet ist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen, da dies mein erster Roman von Meg Cabot ist. Allerdings ist ihre Art zu Schreiben so humorvoll, dass diese Bedenken direkt verflogen sind. Das Buch lässt sich sogar so flüssig lesen, dass man ihn innerhalb weniger Stunden zu Ende bringen kann.

Da der Roman in den verschiedensten Kommunikationsmitteln verfasst ist, lernt der Leser alle wichtige Figuren kennen. Dadurch wird sich nicht allein auf die im Klappentext erwähnte Protagonistin beschränkt. All diese Figuren sind herrlich überzogen, ohne dass es in irgend einer Weise zu viel wirkt. Der Roman lebt sehr von seiner Situationskomik und konnte mich wirklich sehr erheitern. Ob es nun um die schrulligen Eltern des Loveinterests der Protagonistin, oder den exzentrischen Exschwager geht: Die Charaktere werden in Maßen überspitzt dargestellt, so dass ihre Handlungen noch nachvollziehbar sind. Generell dürfte das Dorfleben in diesem Buch so manch einem bekannt vorkommen. Es ist erstaunlich, dass solch stereotypische Figuren in der dargestellten Art und Weise einen gewissen Tiefgang aufweisen können.

Mein einziger Kritikpunkt ist die genretypische „durchgeknallte beste Freundin“, die in diesem Fall als die Schwester der Protagonistin ihren Weg in den Roman gefunden hat und nur dazu dient, Dinge auszusprechen, die sich die Hauptfigur niemals zu sagen trauen würde. Des Weiteren sollte man Anhänger von flauschigen Happy Ends sein, wenn man dies noch als negativen Aspekt mit aufführen möchte. Generell ist ein schnell herbeigeführtes „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ nicht mein favorisierter Schluss, in diesem Fall passt er jedoch gut zum Gesamtbild.

An den Anfang wurde ein Stammbaum gestellt, der mir zunächst einmal eine Hilfe war, welchen ich im weiteren Verlauf aber nicht mehr benötigt habe. Ausnahmsweise sind Cover und Titel der Deutschen Ausgabe auch tatsächlich einmal sehr passend zum Inhalt. Gerade in diesem Genre ist dies keine Selbstverständlichkeit. „Erste Liebe, zweite Chance“ bildet den vierten Teil der „Traummänner und andere Katastrophen“ Reihe, da diese alle im selben Stil verfasst worden sind. Allerdings lassen sich alle Bände völlig unabhängig von einander lesen. Die ersten drei Teile, die bis 2012 in Deutschland erschienen sind, verfolgen alle noch den Trend mit niedlichen Tieren auf dem Cover, die aber ansonsten nichts mit dem Inhalt gemein haben. Zum Glück ist man bei den meisten Verlagen von dieser Covergestaltung abgerückt.

Fazit:

„Erste Liebe, zweite Chance“ ist ein Chat- und Emailroman der durch seinen Humor besticht und Fans von Kerstin Gier oder Sophie Kinsella mit Sicherheit ansprechen wird. Er hat mir einige unterhaltsame Lesestunden beschert und mich neugierig auf die anderen Romane der Autorin machen können. Chatromane erfreuen sich immer mehr Beliebtheit, aber nicht alle vermögen es, die Gefühle der Figuren authentisch darzustellen. „Erste Liebe, zweite Chance“ kann als gutes Beispiel vorangehen, vorausgesetzt ihr mögt heitere Liebesromane.
Bildquelle Cover: amazon.de

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