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Nachruf auf einen Kater [Teil 1] – Der Anfang

 

Wie verfasst man einen Blogeintrag über einen Verlust, den man zwar erwartet hat, der jedoch kaum zu ertragen ist? Wie werde ich diesem kleinen wundervollen Geschöpf gerecht, fehlen mir doch schon seit Tagen die Worte? Vielleicht beginne ich einfach ganz am Anfang.

Vielleicht noch vorangestellt: Es wird sehr persönlich, was man vielleicht sonst nicht von meinen Posts gewöhnt ist. Wenn euch das nicht interessieren sollte würde ich euch bitten noch ein paar Tage zu gedulden. Dann erwarten euch wieder wie gewohnt Rezensionen.

Oft finde ich bei meinen Beiträgen nicht die Worte, die mir zuvor noch im Kopf herumgeistert sind. Dies führt dann grundsätzlich dazu, dass die Texte viel kürzer werden, als eigentlich geplant. In dem meisten Fällen ist trotzdem alles gesagt, was unbedingt in die Welt posaunt werden muss. Hier allerdings ist es ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Deswegen habe ich ihn in drei Teile aufgeteilt:

Der Anfang
Anekdoten
Der Abschied

Auch wenn das alles nichts mit dem eigentlichen Blogthema zu tun hat und für den ein oder die andere unvollstellbar ist, warum man so ein Aufsehen um ein Tier macht, ist es mir wichtig, dies alles einmal herunter zu schreiben. Und ja, vielleicht ist es auch ein Teil der Trauerverarbeitung.

Sammy kam zu einem Zeitpunkt in mein Leben, an dem es mir wirklich nicht gut ging. Eine ganze Zeit lang war dies schon so und dann starb auch noch Mitte September 2001 eine mir sehr wichtige Bezugsperson. Jeder erinnert sich daran, was man am 11. September 2001 gemacht hat. Ich war an diesem Tag bei meinen Opa im Krankenhaus. Seine Krankheiten waren schon soweit fortgeschritten, dass er mich bat, den Fernseher abzuschalten. Ich wüsste doch, dass er solche Katastrophenfilme nicht mag. Ihm zu erklären, was gerade wirklich in New York passiert war, schien an dem Punkt unwichtig.

Nach seinem Tod drehte sich alles, was bisher schon aus dem Ruder gelaufen war, immer weiter in einer Abwärtsspirale nach unten. Aus (mittlerweile bekannten) mir damals unerklärlichen Gründen, durfte ich wieder eine Katze haben. Die vorher vorgeschoben Einwände, warum dies nicht ginge, waren anscheinend plötzlich nicht mehr relevant und so wurde ich zu einem der beiden Kölner Tierheime gefahren. Das war mir wichtig, denn schon damals wollte ich einem heimatlosen Tier eine zweite Chance geben. Dort angekommen gab es aber schnell eine Abfuhr. Ein Teenager von 14 Jahre hätte andere Interessen, als sich um ein Tier zu kümmern. Da würde man keine Ausnahmen machen. Dass ich keiner von den Leuten, die den ganzen Tag rauchend an der Bushaltestelle standen oder auch mit vielen Hobbies und Freizeitaktivitäten ausgestattet war, behielt ich für mich. Auch, dass ich mein kurzes vierzehnjährigen Leben lang immer von Katzen umgeben war und durchaus Imstande, mich um ein Tier zu kümmern. Es erschien mir sinnlos. Also führte der Weg zum anderen Tierheim und dort sah schon alles ein wenig anders aus.

Die Tatsache, dass in unserem Haushalt jahrelang Tiere und auch zu dem Zeitpunkt im Haus lebten sowie das Vorhandensein von Erwachsenen, die notfalls einschreiten könnten, schien dort ausreichend zu sein. Also durfte ich mir die Katzen in der Außenanlage ansehen. Mit so einer Samtpfote und einem selbst ist es ja immer so eine Sache. Aussehen, Rasse usw. sind unwichtig, wenn die Chemie nicht stimmt. Bei Katzen und mir war dies immer ein Ding von wenige Sekunden. Das einzige Tier, auf welches dies zutraf hatte einen riesigen Bauch und wurde nur im 9er Pack vermittelt. Ich durfte aber, wenn ich denn wollte, einen Blick in die Quarantäne werfen. Stellt euch einen nicht all zu großen, länglichen Raum vor. Ihr tretet durch eine Türe und eine komplette Wand ist voll mit kleinen Metallkäfigen. Nicht alle sind belegt, jedoch ist eine ordentliche Anzahl an Katzen vorhanden. Ihr lasst euren Blick einmal kurz durch den Raum schweifen und sie bleiben sofort an diesem einen Käfig hängen. Der kleine Bewohner erblickt euch ebenfalls und fängt vor lauter Freude so laut an zu schnurren, dass es den ganzen Raum ausfüllt. Ihr tretet näher ran und das kleine schwarze Etwas reibt sich so doll an den Gittern, dass der Napf voller Wasser, der daran befestigt ist, umkippt. An eure durchgestreckten Finger wird sofort ein kleines Köpfchen gerieben. Eine Stimme neben euch weißt euch daraufhin, dass es noch mehr Katzen zu bewundern gibt, aber euer Herz hat sich bereits entschieden. Dieser kleine schwarze, ca. fünf Monate alte, noch namenlose Kater, soll es sein.

Nun gilt bei Neuankömmlingen erst einmal die vierzehntägige Quarantänepflicht. Das namenlose Katerchen war an dem Tag meines ersten Besuchs gerade einmal zwei Tage dort gewesen. Ich musste also warten. Man gab mir noch den Rat, in dieser Zeit öfters vorbei zu schauen, um meine „Chancen“ zu erhöhen. Also begab ich mich jeden Tag nach der Schule ins Tierheim bis mir auf „nettem“ Wege mitgeteilt wurde, dass sie es verstanden hätten und ich nur noch zur Abholung auftauchen sollte. In der Zwischenzeit bereitete ich Zuhause alles auf die Ankunft Sammys vor (leider wurde wirklich alles, was dem altem Kater davor gehört hatte, weggeworfen). Ein Teil davon war, die Namensliste mit eventuell in Frage kommenden Namen für Katzen und Kater wegzuwerfen. Schon nach dem ersten Blick auf ihn wusste ich, dass es ein Sammy werden sollte. Dabei stand der Name überhaupt nicht auf der Liste.

Als der große Tag dann endlich da war und ich mit Katzenkorb bewaffnet ins Tierheim gefahren wurde, wurden wir dort als aller erstes mit den Worten: „Nico (so hatte man ihn dort genannt weil, O-Ton „wir alle schwarzen Kater so nennen.“) hat Katzenschnupfen“, begrüßt. Den hatte eine neue Katzen mit eingeschleppt und die komplette Station damit angesteckt. Man ließ uns offen, ob wir diesen selbst behandeln, oder den Kater zur Behandlung da lassen wollten. Ich entschied mich, es selbst zu versuchen da ich sicher war, dass er in einem richtigen Zuhause schneller kurieren würde. Das war meine erste eigene Erfahrung mit einer ernsten Katzenkrankheit. Es sollte nun nicht die letzte bleiben, aber was Sammy betraf, kamen die anderen zum Glück erst im Alter. Zu Beginn des Katzenschnupfens ging es ihm noch soweit gut, dass er sein neues Zuhause neugierig erkunden konnte. Allerdings erinnere ich mich auch an schlaflose Nächte, in denen ich neben meinem kranken Katerchen lag und hoffte, dass er es überstehen würde. Einen Katzenschnupfen hat er danach zum Glück nie wieder gehabt, allerdings war seit dieser Erkrankung im Winter anfällig für Erkältungen, die ich jedoch mit pflanzlichen Mitteln gut in den Griff bekommen habe.

Die Jahre die darauf folgten waren für mich nicht einfach und es hat bis vor einiger Zeit gedauert, damit abzuschließen. Aber egal was passierte, egal wie es mir ging, Sammy war immer an meiner Seite. Er war zwar der frechste Kater, der mir je begegnet ist, aber er hatte ein gutes Gespür für die Stimmungen der Menschen um ihn herum. Meine Schwester übernachtete einmal bei uns, war aber zeitgleich krank. Da sie in einem anderen Zimmer, als meinem schlief, hatte ich selbst nichts mitbekommen. Und so wurde ich von Sammy geweckt, der aufgeregt und maunzend ins Zimmer lief, in der meine Schwester aufgrund eines Hustenanfalls um Luft rang. War ich so betrübt, dass Tränen nur in Strömen flossen, lief er maunzend und schnurrend um mich herum, streifte mich und wollte durch Köpfchenreiben mich dazu bekommen, mich zu beruhigen. Klappte dies nicht, wurde er nach einiger Zeit sauer und zwickte mich. Gleichzeitig strafte er mich mit einem bösen Blick ab der wohl sagen sollte „so, jetzt ist aber Schluss!“, der mich dann wirklich jedes Mal zum Lachen brachte.

Bis heute bin ich mir sicher, dass ich durch diese Zeit Zuhause nur so gut durchgekommen bin, weil ich ihn an meiner Seite hatte. Es gibt nichts, was ein Schnurren nicht in Ordnung bringen kann, auch wenn man es im jeweiligen Augenblick noch nicht sehen kann. Aber die Zeit dort bekam auch ihm nicht sehr gut. Wenn ich tagsüber erst in der Schule und danach in der Berufsschule sowie im Ausbildungsbetrieb war, wurde er mit allem möglichen vollgestopft, so dass er bald ein Kampfgewicht von 11 kg erreicht hatte. Bei einem Kater, der halb EKH, halb Siam war, kann man sich vorstellen, was dieses Gewicht angerichtet hat. Auch wenn er sehr in die Breite gegangen war, blieben die Beinchen so schmal wie eh und je, was am Ende zu einer Fehlstellung der Vorderbeine geführt hat. Auch war das Risiko, Diabetes zu bekommen, dadurch erhöht. Es macht mich heute noch sauer, aber damals war ich einfach machtlos. Wenn deine Stimme schon in anderen Dinge überhört wird, wieso sollte meine Einwände in Bezug darauf etwas bringen? Die einzig logische Konsequenz, um uns beiden einen neuen Start zu geben, war mein Auszug, nach Beenden der Ausbildung. Festanstellung sei Dank. Eine konsequente Futterumstellung und ein halbes Jahr Wirkzeit brachten Sam dann auf ein gutes Gewicht von 4,5 kg, welches er bis zu Beginn seiner späteren Erkrankungen auch gehalten hatte. Auch wenn es für ihn bergauf ging, war in meinem Leben immer noch das Chaos zu Hause. Aber auch hier konnte ich mich auf seine Unterstützung verlassen.

Weiter geht es dann in Teil 2 mit einigen Anekdoten aus dem Katerleben.

Das Bild mit der Marke wurde erstellt von Simon & Schuster UK zum „National Pet Memorial Day“, der genau an dem Tag von Sammys Abschied stattgefunden hat. Auf Twitter gab es eine Aktion, bei der man den Namen seines verstorbenen Haustiers einreichen konnte. Die entsprechenden Marken wurden dann aufgehangen und getwittert. Unter dem Hashtag #neverFURget findet ihr auf Twitter alle Bilder, die zur Aktion hochgeladen wurden.

17 thoughts on “Nachruf auf einen Kater [Teil 1] – Der Anfang

    1. Danke, das ist lieb von dir. Am Dienstag habe ich seine Asche vom Tierbestatter angeholt. Wir sind ja gerade auf der Suche nach einem Haus und ich möchte ihn dann dort beerdigen, damit er bei uns ist. Eventuell lasse ich die Urne aber auch im Schrank stehen, ich bin mir da gerade noch nicht so sicher. Auch wenn sich das komisch anhört, bin ich doch froh, dass er jetzt „wieder Zuhause“ ist..

  1. Ach Nise,

    Es tut mir so leid um Sammy. Er scheint wirklich ein magischer, toller Kater gewesen zu sein.
    Mit meinem Lollo geht es mir ähnlich, er kam auch zu einem schweren Zeitpunkt mehr zufällig in mein Leben. Inzwischen ist er auch schon alt und ich habe oft Angst, dass er nicht mehr da ist, wenn ich meine Eltern wieder besuche. Ich kann ihn leider nicht mit zu mir nehmen und er würde sich auch gar nicht wohl fühlen fernab von seiner vertrauten Umgebung.
    Katzen sind Familienmitglieder, Seelenheiler und erschnurren sich soo schnell einen Platz im Herzen.
    Ich bin sicher, Sammy hatte eine ganz wundervolle Zeit bei dir.
    Ich wünsche dir viel Kraft und Rückhalt in dieser schweren Zeit.

  2. Hey,

    ich sitze hier und mir laufen die Tränen. Ich würde dir gerne so viel schreiben, weiß aber gerade nicht, wie ich es in Worte fassen soll…
    Es gibt Tiere, die sind etwas besonderes und es nimmt ein Stückchen von einem selber, wenn diese gehen müssen. Meine Hündin ist seit 11 Jahren bei uns. Sie ist meine allerbeste Freundin. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, wenn sie nicht mehr da sein sollte.

    Fühl dich ganz doll umarmt!

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

    1. Hey Steffi,

      ich wollte nicht, dass einer von euch weint. *drück*

      Ich wünsche dir noch viele tolle Jahre mit deiner Hündin. Sammy war auch mein bester Freund, deswegen kann ich es sehr gut nachvollziehen.

      Liebste Grüße,
      Nise

  3. Dein Beitrag ist so rührend und ich sitze gerade hier und hab Tränen in den Augen. Ich muss mich echt zusammenreißen … Ich musste mich auch bereits von einer Katze verabschieden. Sie war leider an einem Tumor hinter dem Auge erkrankt und hatte mehr Schmerzen, als sonst was. Um ihr Leiden zu beenden mussten wir sie einschläfern lassen. Es war grauenvoll. Ich war zu der Zeit im Ausland und konnte mich nicht einmal verabschieden. Meine Mutter hat sich daraufhin geschworen, sich nie wieder ein Tier anzuschaffen, weil es einfach viel zu schmerzhaft ist … ein paar Monaten später jedoch hat sie festgestellt, dass es ohne Tier im Haus nicht geht; dass das Haus viel zu leer, viel zu verlassen wirkt. Also haben wir uns doch zwei neue Katzen angeschafft. Als ich dann später ausgezogen bin, habe ich mir dann ebenfalls zwei Katzen angeschafft, weil auch ich gemerkt habe, dass es mit Haustier viel schöner ist. Die vier Kätzchen bedeuten mir echt die Welt <3

    Man gewöhnt sich so sehr an die kleinen Wesen. Sie werden zu Kindern, Geschwistern, Freunden – sie gehören einfach zur Familie dazu, was den Abschied umso schwerer macht.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

    Ivy <3

    1. Oh, vielen Dank. Ich hatte einfach das Bedürfnis, alles einmal runter zu schreiben. Ich hoffe, die anderen beiden Beiträge werden euch nicht auf die Nerven fallen, aber ohne sie wäre es nicht vollständig.

      Es tut mir leid, dass du dich nicht verabschieden konntest. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Bei drei meiner ganzen Degus, die ich ihn all den Jahren hatte, kam ich auch zum Käfig und habe sie so gefunden. Und nur einer davon war an Altersschwäche gestorben..

      Ein Haushalt ohne Tier kann ich mir auch nicht vorstellen. Unser Seniorenhaushalt ist nun um ein Tier geschrumpft und auch wenn ich es nicht hoffe, steht auch schon der nächste Abschied in den Startlöchern. Jumper, mein letzter Degu, ist bereits neun Jahre alt, was für diese Tiere wirklich ein seeeehr stolzes Alter ist. Meine andere Katze, Diva ist 12 und ich hoffe, dass sie noch einige Jahre bei uns bleibt. Wenn Jumper dann irgendwann über die Regenbogenbrücke geht, geht auch meine „Deguära“ zu Ende, was sich sehr seltsam anfühlt. Aber aufgrund der „normalen“ Lebensspanne von vier bis fünf Jahren ist es ein ständiges Kommen und Gehen, was trotzdem jedes Mal sehr traurig ist. Diva fühlt sich als Einzelkatze gerade – soweit ich das einschätze kann – sehr wohl, deswegen werde ich an dieser Situation erst einmal nichts ändern. Aber komplett ohne Katzen kann ich mir ein Leben auch nicht vorstellen.

      Ganze liebe Grüße,
      Nise

  4. Ich wünsche dir von Herzen alle Kraft der Welt, um diese Zeit zu überstehen. Wenn ich mir vorstelle, dass mein kleiner Bär mich auch irgendwann verlassen wird, bricht bereits jetzt eine Welt für mich zusammen.
    Ich find es toll, dass du diejenigen, die es gern lesen wollen, an deinem Leben mit Sammy teilhaben lässt.

    Alles Liebe!
    Gabriela

    1. Ich danke dir sehr. Ich denke jeder, der mit einem oder mehreren Tieren zusammenlebt, wird es nachvollziehen können. Natürlich ist dies in erster Linie ein Buchblog aber hinter diesem steht ja immer noch ein Mensch. Deswegen ist es ja auch ein Blog und nicht ein Feuilleton.

      Ich hoffe, dass du deinen Schatz noch lange bei dir haben wirst. <3

      Alles, alles Liebe,
      Nise

  5. Ich wußte zuerst nicht, ob ich das lesen kann, ohne zu weinen. Wenn man ähnliche Erlebnisse hat, ist so eine persönliche Geschichte ja oft Katalysator für eigene Gefühle. Aber es ging, heute fast ohne Tränen bei mir. Nicht weil ich deinen Verlust nicht mit betrauere oder mir der Verlust meines Freddy nicht immer noch ins Herz stechen würde, sondern weil neben mir Teddy in seinem Pappkarton auf dem Schreibtisch liegt und selig vor sich hin schnurrt. Sie begleiten uns, schleichen sich in unser Herz und verlassen uns dann wieder. Das ist der wunderbare und zugleich grausame Kreislauf. Aber wessen Herz einmal von Samtpfoten berührt wurde, wird es nie anders wollen. Ich drück dich und Martin!

    1. Hey Jürgen. Erst einmal vielen Dank für deine Unterstützung und auch für „Leb wohl, lieber Dachs“. Das Vorhandensein eines weiteren Vierbeiners macht es wirklich ein wenig einfacher. Natürlich tut es weh, morgens nur von einer Katze geweckt zu werden, aber dass man sich um sie kümmern „muss“ und noch jemanden hat, der einen Trost durch Schnurren spendet ist so viel wert. Ich hatte mir vorgestellt, in einen Haushalt zurück kehren müssen, in dem Kratzbaum, Schüsseln usw. alles ungenutzt und leer ein Mahnmal bilden würden. Durch die Anwesenheit von Diva ist dem aber nicht so. Sie hat sich auch verändert. Vor dem Kindern war sie immer sehr anhänglich, hatte aber auch ein paar blöde Angewohnheiten. Wenn ihr was nicht passte oder Sammy auf alle der fünf Toiletten (man soll ja die Anzahl der Katzen +1 aufstellen, aber das reichte hier schon nie) gegangen war, wurde dann auch schon mal vor das Klo gemacht oder vor die Tür der Gästetoilette (in der die Katzenklos stehen). Nachdem sie sich von Sammy verabschiedet hat (was ihr Angst gemacht hatte – ich nehme an aufgrund der Gerüche der Klinik) wurde sie wieder genauso anhänglich wie „früher“ und es ist auch seitdem kein „Unfall“ mehr passiert. Ich habe zwar das Gefühl, dass sie ihn auf irgendeine Weise vermisst, allerdings wirkt sie als Einzelkatze tatsächlich glücklicher. Dahingehend hatte ich aber schon immer diese Vermutung. Deswegen wird auch erst mal kein weiteres Tier mehr einziehen.

  6. Ich heul jetzt schon. Meine zwei Kater sind die ersten, die ich je hatte. Und sie bedeuten mir alles. Ich kann definitiv sagen, dass die beiden mich zu einem demütigeren und vielleicht sogar besseren Menschen machen.

    Der ältere der beiden kam auch zu einem Zeitpunkt in mein Leben als es mir alles andere als gut ging, aber er hat mir einen Sinn gegeben, weswegen er einen besonderen Platz in meinem Herzen genießt. Ich mag aber beide nicht mehr missen und fürchte mich vor dem Tag, an dem ich sie mal loslassen muss. Deswegen kann ich mir nur im Bruchteil ausmalen, wie es dir gerade geht.
    Ich wünsch dir Kraft und alle Ruhe und Zeit, die du brauchst.

    Alles alles Liebe
    Rebecca

    1. Oh nein, ich wollte dich nicht zum Weinen bringen. Aber ich kenne das. Ich konnte mir auch nie gut solche Texte durchlesen ohne dann direkt zu weinen. Ich konnte mir auch nie vorstellen wie es denn mal sein würde, wenn er nicht mehr da ist. Sammy war nicht nur ein Haustier, sondern so etwas wie mein bester Freund. Vor ein paar Tagen hatte ich das Zitat „Als ich eine Hand suchte, fand ich eine Pfote.“ auf Twitter geteilt, denn genau so war es damals auch gewesen.

      Ich wünsche dir noch viele tolle Jahre mit deinen beiden. Und auch wenn man sich nicht mit dem Tod der Fellnasen auseinander setzen möchte kann ich raten dass wenn man merkt, dass es auf das Ende zu geht, sich schon einmal über das Wie und das Danach Gedanken macht. Mir war es wichtig, bei ihm dabei zu sein und auch, dass man auf keinen Fall T61 verwendet. Und auch was danach mit ihm passiert. (Das wird diese Woche auch noch mal hart, wenn wir morgen oder übermorgen – ich habe noch nicht Bescheid bekommen – die Urne abholen müssen).

      Ganz liebe Grüße,
      Nise

  7. Es ist schon faszinierend, wie sehr ein Tier zu einem vollwertigen Familienmitglied und Freund werden kann – ich hätte das früher nie geglaubt. Um so schmerzhafter ist der Abschied. Ich wünsche dir, dass du dich an all die schönen Momente mit Sammy erinnern kannst und drück dich mal ganz feste ….

    1. Für mich waren Tiere schon immer Bestandteil meines Lebens. Ob bei uns im Haus und Haushalt, oder an jedem Urlaubsort: Ich hab schnell alle möglichen Katzen um mich versammelt. Und jede hat ihren eigenen unverwechselbaren Charakter. Es sind kleine besondere Persönlichkeiten, denn sie sind in vielen Dingen viel ehrlicher als es die meisten Menschen sind. Ich danke dir sehr für deine Worte.

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