Rezensionen

[Rezension] The Romantics von Leah Konen

Regel Nr. 1: Ab und an ist es doch hilfreich, den ausführlichen Klappentext vorher zu lesen.

Regel Nr. 2: Nicht alles, was auf Instagram auftaucht, muss auch wirklich gut sein.

Regel Nr. 3: Besonders bei kreativen und innovativen Ideen ist eine mehr schlechte als rechte Umsetzung sehr enttäuschend.

Titel: The Romantics, oder wie Gael das mit der Liebe lernte
Original Titel: The Romantics
Autor: Leah Konen
Übersetzer: Frauke Lengermann
Verlag: Lyx (Bastei Lübbe)
Genre: Jugendbuch
Seiten: 336
Erschienen: 25.08.3017
ISBN: 978-3736304956

Gael ist ein Romantiker. Das heißt, er war ein Romantiker - bis seine Eltern sich scheiden ließen und seine Freundin ihn mit seinem besten Freund betrog (direkt nachdem er ihr zum ersten Mal "Ich liebe dich" gesagt hat). Jetzt fällt es ihm zugegebenermaßen schwer, an so etwas wie ein Happy End zu glauben. Oder die einzig wahre Liebe. Dabei ist diese doch direkt vor ihm.

Leah Konen wuchs auf einem Bauernhof in Washington auf, bevor sie nach North Carolina zog. Nach ihrem Studium an der UNC, verfolgte sie in New York ihren Traum, Autorin zu werden. Wenn sie nicht schreibt, liebt sie es, mit dem Fahrrad in Brooklyn herumzufahren oder fernzusehen.

Meinung 

Bei diesem Roman hatte ich wie so oft lediglich die Kurzbeschreibung gelesen. Teilweise lasse ich auch nur Titel, Genre und Cover über den Kauf des Buchs entscheiden, da Inhaltsangaben neuerdings häufig viel zu viel im Voraus verraten. In einem Fall wie diesen wäre ein Blick in die ausführliche Inhaltsangabe sicher ratsam gewesen, denn sie gibt doch einen guten Einblick in das, was einen bei The Romantics erwartet.

Erzählerisch weiß der Roman nicht, wo er genau hinmöchte. Der Wechsel zwischen nüchterner und doch schöner Erzählung und den eigenen, umgangssprachlichen Worten der Liebe, lässt ihn unstrukturiert erscheinen.
Es bedarf 130 Seiten, bis die die eigentliche Geschichte beginnt und in Schwung kommt. Jedes Kapitel zuvor endet mit mehr oder weniger identischen Worten der Liebe, dass dies eigentlich nicht der Plan gewesen ist, den sie für Gael vorgesehen habe.

Insgesamt bin ich schnell durch das Buch durch gewesen, was jedoch vielmehr daran lag, dass ich es endlich beenden und zu einem anderen übergehen wollte. Der Handlung, so interessant die Idee auch war, fehlt es an Spannung und es ist bereits in einem frühen Stadium absehbar, welche Richtung später eingeschlagen wird.

Gael ist mir als Protagonist nicht all zu positiv in Erinnerung geblieben. Für den typischen Außenseiter, den er darstellen soll, erscheint er in den unpassendsten Situationen zu tough. Seine Weltanschauung ließ bei mir ein Gefühl von Ablehnung und Desinteresse zurück. Wer Ted Mosby aus How I met your mother nicht mochte, wird auch kein Freund von Gael Brennan werden. Überhaupt liest sich der Roman, als ob er unbedingt eine filmische Adaption bekommen möchte, was dem eigentlichen Inhalt nicht gut bekommen ist.

Der eigentliche Aufhänger, die Liebe und wie sie handelt, wirkte über weite Strecken Fehl am Platz. Der Roman bietet viel Potenzial in Richtung Charakterentwicklung und die Einmischung der erzählenden Liebe stört diesen Erzählfluss. Würde man das Lesen lediglich auf die letzten Absätze eines jeden Kapitels beschränken, wäre man trotzdem komplett im Bilde. Eine Entdeckung meinerseits, die mich doch ein wenig erschreckt hat.

Die Kapitelüberschriften sind in einem hübschen Kalligraphiefont verfasst, der sich allerdings leider nicht auf dem Cover wiederfindet. Auf diesem befinden sich bereits drei verschiedene Schriftarten. In der Kombination mit den Überschriften der Kapitel wirkt dies leider sehr unruhig.

Fazit

Als reiner Coming of Age Roman wäre The Romantics trotz unsympathischem Protagonisten eine kurzweilige Unterhaltung gewesen. Aufgrund des Gefühls, eine reine Filmvorlage gelesen zu haben, konnte ein Eintauchen in das Geschehen kaum stattfinden. Die eigentliche Idee, den Roman aus Sicht der Liebe erzählen zu lassen gefällt mir immer noch gut, die Umsetzung ist in meinen Augen jedoch nicht gelungen.

 


„Der für mich einzigartige Stil macht dieses Buch ganz klar zu einer Leseempfehlung!“
Tati von Bücherquatsch

 

 

Bildquelle Cover: amazon.de

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