Rezensionen

[Rezension] Totalabsturz von Beate Dölling

„Totalabsturz“ war der erste der „Carlsen Clips“, welchen ich mir aus dem Stapel gezogen habe. Wie ich in dem Ankündigungsbeitrag bereits erläutert hatte, wollte ich mich einmal quer durch dieses Novellensortiment durchlesen. Dabei war diese erste, aus der Feder von Beate Dölling, leider eine totale Enttäuschung. Und das lag nun nicht an eventuell zu hoch angesetzten Erwartungen.

Titel: Totalabsturz
Autor: Beate Dölling
Verlag: Carlsen
Genre: Jugendbuch | Novelle
Seiten: 95
Erscheinungsdatum: 30.01.2015
ISBN: 978-3551313553

Nie wieder Alkohol! Lotte liegt im Rosenbeet, nachdem sie sich bei einer Party die Seele aus dem Leib gekotzt hat. Aber ihre Freunde finden das anscheinend ganz normal. Dann begegnet ihr der Querdenker Squirrel und einiges scheint sich zu ändern. Doch auch in seiner Clique wird viel zu viel getrunken. Als Lotte eines Nachts wieder richtig abstürzt, wird ihr klar, welch fatale Folgen es haben kann, die Kontrolle zu verlieren.

Beate Dölling, 1961 in Osnabrück geboren, lebt als freie Autorin mit ihrer Tochter in Berlin. Die vielseitige Schriftstellerin hat sich vor allem als gute Beobachterin moderner Kinder- und Jugendwelten einen Namen gemacht. Ihre Kinder- und Jugendromane wuden mehrfach ausgezeichnet.

Meinung

Es macht wirklich keinen Spaß, Jugendbücher, die eine Botschaft übermitteln wollen, zu verreißen. Über den schlichten Schreibstil hätte ich noch hinwegsehen können, wäre da nicht diese triefende Doppelmoral gewesen.

„Totalabsturz“ scheitert bei mir an zwei großen Punkten. Zum einen wäre da der Stil. Selbst für ein Jugendbuch mit einer Länge von unter 100 Seiten ist der Schreibstil sehr einfach gehalten. So einfach, dass man meinen könnte, ein Kinderbuch zu lesen. Bei all den Jugendbücher, die ich bislang gelesen habe ist mir noch keines untergekommen, das so einen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Der weitere Kritikpunkt bezieht sich auf die gewollte Doppelmoral der Autorin. Das Buch vermittelt, dass es egal ist, wie dein Umgang mit Alkohol ist, solange du „aus einem guten Umfeld“ stammst. Der Alkoholkonsum der Familie und Freunde der Protagonistin ist „der gute“, der Konsum ihrer neuen Bekanntschaft (Alternativ/Punk) und dessen Freunde „der böse“. Offenes Trinken und dessen Folgen machen Angst, sind abschreckend und führen zu Filmrissen sowie Ausflügen ins Krankenhaus. Dabei musste auch noch unbedingt die persönliche Abneigung gegen ein Aussehen, das fernab des Mainstreams liegt, mit eingebaut werden. Gibt man sich hingegen trotzdem regelmäßig, jedoch mit Stil die Kante, scheint es kein Problem darzustellen. Die eigentliche Aussage geht komplett aufgrund des gegenseitigen Ausspielens von Gesellschaftsmustern unter. Vielleicht sind diese wenigen Seiten auch einfach nicht ausreichend, um Alkohol, Süchte und deren Folgen genügend auseinander zu nehmen.

Der Klappentext suggeriert ein ganz anderes Auseinandersetzen mit dem Thema. Die „fatalen Folgen“ werden dabei am Rande erwähnt und betreffen noch nicht einmal die Protagonistin und lassen sie in Weiten teilen sogar kalt.

Fazit

Das Thema, welches hier erörtert werden will, sprengt offensichtlich den Rahmen. Anders kann ich mir diesen „Totalabturz“ leider nicht erklären. Ich kann somit keine Empfehlung für meine Leser und schon gar nicht für Schulklassen geben, werde bei Zeiten aber einmal ein paar Bücher raussuchen, die dieses Thema besser aufgegriffen haben.

 

Bildquelle Cover: amazon.de

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3 thoughts on “[Rezension] Totalabsturz von Beate Dölling

  1. Ein Freitagabend zu Hause und somit ein wenig nächtlicher Blog-Runden-Gang 😉

    Und AUTSCH! Meine Tochter ist versiert genug und hätte das Buch nach der Hälfte abgebrochen, aber was wird denn suggeriert an Jugendliche die nicht reflektiert sind? Egal was die eigentliche Message sein soll, wenn es SO daran vorbei geht fehlen mir nur noch die Worte …

  2. Wie schade, dass bei dieser Novelle der Name gleich Programm ist. In einer nicht so langen Geschichte die Oberfllächlichkeit zu verlassen, ist sicher nicht leicht. Aber wenn das bisschen an message, was enthalten ist, auch noch in die falsche Richtung geht, lohnte es sich wohl nicht, diesen „Clip“ zu lesen.

    Ich hoffe, Du hast mit anderen Geschichten dieser Reihe mehr Glück!

    LG Gabi

    1. Ja, es ärgert mich schon sehr. Besonders, weil ich leider selbst mit Personen, die Alkoholkrank waren/sind, auseinander setzen musste. Es wirkt hier alles so falsch. Ich hätte noch so viel mehr dazu schreiben können, aber das hätte den Rahmen deutlich gesprengt. Aber hey, die anderen können nur besser werden. 🙂

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