Abgebrochen

Abgebrochen #9

Warum ich Winterglanz mehrere Chancen gegeben, es dann doch abgebrochen habe und dies alles innerhalb der ersten 33 Seiten erfahrt ihr im heutigen ABGEBROCHEN Beitrag. Und ja, ich weiß das ihr sehnsüchtig auf auf diesen Post gewartet habt, der letzte Teil dieser Reihe liegt schließlich schon länger zurück.



Was wurden abgebrochen?

Titel: Winterglanz
Autor: Elin Hilderbrand
Verlag: Goldmann
Seiten: 283
Preis: 8,99 €
Genre: Weihnachten | Liebe
Erschienen: 19.10.2015

 

Ich verrate euch heute einmal, was mich in der Buchbranche wirklich sauer macht. Werbung wie etwa diese hier

„DAS Winterbuch des Jahres.“

„Nantucket im Winter: Eine kleine Pension, große Gefühle und über allem der Zauber von Weihnachten.“

„Herzerwärmend und herzzerreißend zugleich! Ein Hochgenuss fürs ganze Jahr.“

die komplett am Inhalt vorbei geht. Da hilft auch die tolle Gestaltung von Umschlag und Klappeninnenseiten nicht mehr, im Gegenteil. Bei dieser Art von Marketing mit dem Inhalt, der mich dann tatsächlich erwartet hat, komme ich mir jedes Mal wirklich sehr veralbert vor. Denn diese Gefühle, die mir so sehr angepriesen worden sind, habe ich vergeblich gesucht. Nach den ersten Seiten wollte ich es schon weglegen und mir dann doch einen Ruck gegeben, es weiter zu versuchen. Um es dann wieder nach wenigen Seiten genervt zurück auf den Stapel zu legen. Es mag sein, dass sich der Stil im weiteren Verlauf der Handlung noch ändern könnte, die bisher zurück gelegten Seiten haben jedoch nicht diesen Kampfgeist in mir ausgelöst, um bis zum Ende am Ball zu bleiben.

Die verwendeten Sätze sind kurz, teilweise wirklich sehr kurz. Dazu kommt der im Präsens gehaltene Schreibstil, der mir ohnehin schon in den meisten Romanen sauer aufstößt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies im Original gut funktionieren kann. In der deutschen Übersetzung allerdings führt dies zu einer abgehakten und gefühlskalten Erzählung. Und dann macht sie dies. Und dann macht er das. Gefühle werden in (kurzen) Nebensätzen angedeutet. So stelle ich mir „Das Winterbuch des Jahres“ ehrlich gesagt nicht vor.

Ich war wirklich dazu bereit, über diesen Schreibstil bzw. diese Übersetzung (?) hinweg zu sehen, wäre nicht diese furchtbare Erklärung gewesen, warum einer der Söhne der Familie keinen anderen Ausweg sah, als zu den Marines zu gehen. Spoiler: Er wurde als Kind Zuhause nicht geschlagen. Und durch dieses ungeheuerliche Verhätscheln konnte er als Jugendlicher nur auf die schiefe Bahn geraten. Natürlich, alles andere wäre realitätsfern und unlogisch. Bis zu diesem Punkt wollte ich den Roman wirklich hinter mich bringen, um einen netten kleinen Rant verfassen zu können aber nun gut, Winterglanz und ich – es sollte einfach nicht sein.

 

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