Rezensionen

[Rezension] Das Geheimnis der Sternentränen von Anke Höhl-Kayser

Dieser Titel wurde mir beim Stöbern auf Netgalley angezeigt und der Klappentext hat mich quasi sofort davon überzeugt, das Buch lesen zu wollen. Allerdings mit dem kleinen, aber nicht wegdenkbaren Nebengeschmacks, der das Cover bei mir heraufbeschworen hatte. Dieses (besonders in Kombination mit dem Verlagsnamen) erinnerte mich zu stark an die Bücher des Drachenmondverlages. Bekanntlich konnten mich deren Werke, die ich bislang gelesen hatte, nicht überzeugen. Das Geheimnis der Sternentränen sollte jedoch seinen Weg auf mein Kindle finden und heute möchte ich euch von dieser Erfahrung berichten.

Titel: Das Geheimnis der Sternentränen
Autor: Anke Höhl-Kayser
Verlag: DrachenStern (Bookspot Verlag)
Genre: Sci-Fi | Fantasy | Dystopie | Endzeit
Seiten: 350
Erscheinungsdatum: 03.01.2017
ISBN: 978-3956690730

Im Jahr 2162 ist die Erde hoffnungslos verseucht. Um die Umweltbedingungen vergangener Tage erforschen zu können, richtet die Wissenschaftlerin Jade einen Zeitkorridor ein. Da steht plötzlich Ranon vor ihr - der junge Mann, der vom mittelalterlichen Planeten Ägeon stammt, ist über den Korridor auf die Erde gelangt! Das Potenzial des Portals zwischen den Welten bleibt nicht unbemerkt: Die beiden Despoten, die über die Erde und Ägeon herrschen, wollen es jeweils für sich nutzen, um den anderen Planeten zu erobern …
Als Jade und Ranon entdecken, dass ihnen dabei eine ganz besondere Rolle zugedacht ist, fliehen sie gemeinsam vor den Häschern der Regenten. Zusammen mit Keiare, einem humanoiden Echsenwesen, versuchen sie, die Pläne der Herrscher zu durchkreuzen und stoßen dabei auf eine geheimnisvolle Legende um die Tränen der Königin Risa. Ist sie der Schlüssel, der es Jade und Ranon erlaubt, das Schicksal ihrer Welten noch zu wenden? (Verlag)

Anke Höhl-Kayser ist seit 2009 als Autorin und Lektorin tätig. Sie studierte Literaturwissenschaft (Abschluss M.A.).
Sie schreibt Fantasy, Kurzgeschichten und Lyrik. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden mit Preisen ausgezeichnet. (Verlag)

Vielen Dank an Netgalley und den DrachenStern Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Meinung

Anke Höhl-Kayser hat bereits einige Romane in kleineren Verlagen veröffentlicht, Das Geheimnis der Sternentränen ist jedoch mein erster Titel aus ihrer Feder. Grundsätzlich würde ich auch wieder eines ihrer Bücher lesen, wären nicht ein paar Kleinigkeiten gewesen, die das Lesen nicht ganz so einfach gemacht haben.

Als erstes möchte ich da mit der technischen Darstellung des ebooks anfangen, was jedoch auf den Verlag bzw. Netgalley zurück zu führen ist. Die Buchstaben waren verhältnismäßig riesig und ließen sich auch nicht anders darstellen. Für gewöhnlich lese ich immer auf der niedrigsten Einstellung, jedoch musste ich hier über all diese Seiten mit den großen Buchstaben leben. Apropos Buchstaben, in den Teilüberschriften (wenn es denn welche waren?) wurden willkürliche Buchstaben groß geschrieben, was mich doch sehr in die frühen 2000er Jahre zurückversetzt hat.


Mit dem Screenshot versteht man vielleicht besser, was ich meine. Im oberen Teil sind die Absätze zu sehen, die keinerlei Sinn ergeben, jedoch über das ganze Buch verteilt sind. Die Schrift, vielleicht auf dem Bild nicht ganz so gut erkennbar, ist fast doppelt so groß wie die, die ich normalerweise nutzen würde. Und dazu kommt der seltsame Satzanfang nach der Zwischenüberschrift, der beim besten Willen kein Stilelement des Romans sein kann. Die oben eingebette Leseprobe von Amazon USA weißt diese Fehler nicht auf. Auch der Blick ins Buch auf der deutschen Amazon Seite zeigt Anderes an. Ich hoffe wirklich sehr, dass es lediglich an der von Netgalley übersandten Datei gelegen hat.

Der Plott mag sich zwar dem aktuellen Trend der Endzeit- und Dystopieschwemme angepasst haben, jedoch wird durch das Hinzufügen der phantastischen Science Fiction ein spannender neuer Weg eingeschlagen. Höhl-Kayser verbindet mit einer zerstörten Erde im Jahre 2162, einer diktatorischen Regierung, einem Zeitreisenden sowie einer Protagonistin, die mit ihrem bisherigen Leben nicht einverstanden ist, all diese Genres, ohne dass es zu gewollt wirkt. Jedoch stand dem perfekten Vermischen die Phantastik vielleicht das ein oder andere Mal zu sehr der Wissenschaft im Weg. Hier und da kann man unsere Gesellschaft – oder zumindest das, was aus ihr mal werden könnte – durchblitzen sehen, jedoch unterscheidet sie auch ihre Art komplett von unserer. Im Jahr 2162 sind Männer lediglich für niedere Arbeiten von Belang. Alles ist durch die Regierung geregelt, vom Kinderkriegen bis hin zum frühen Tod Mitte 50. Aufzeichnungen aus der Zeit, in der wir gelebt haben, sind zwar vorhanden, jedoch verboten. Und doch kann Jade (wie der Stein) nicht davon absehen, immer wieder diese Unterlagen durchzugehen. Dabei wird der Scientistin immer mehr bewusst, dass dieses scheinbar perfekte Leben zu Lasten ihrer aller Freiheit geht. Viele kleine Einfälle und Ideen runden das Ganze ab, jedoch hat es nicht voll zu einem perfekten Roman für mich gereicht.

Ich bin mir sicher, dass ich den Roman geliebt hätte, wäre meine Bindung zu Jade stärker gewesen. Generell mochte ich sie sehr gerne, jedoch hat mir der direkte Draht zu ihr gefehlt. Sie war immer eine Spur zu sehr auf Distanz, dass ich zwar gerne ihren Abenteuern gefolgt bin, aber nicht direkt mitgefiebert habe. Gehadert habe ich weiterhin mit dem Schreibstil, der sehr jugendlich wirkt und damit auch Jade in ein ganz anderes Licht rückt. Vor meinem geistigen Auge war sie immer eine 16jährige. Dies kann aber auch den zahllosen Jugenddystopien geschuldet sein, die ich bislang konsumiert habe. Schmunzeln musste ich auch, als ein Kommentar unserer Oberbürgermeisterin Reker („Immer eine Armlänge Abstand“) in den obersten Regeln der Gesellschaft seine Verwendung gefunden hat. Solche Kleinigkeiten (oder auch die Präsidentin Pitt-Jolie) konnte ich leider nicht ganz ernst nehmen.

Fazit

Für einen Indietitel bietet Das Geheimnis der Sternentränen in Vielerlei Hinsicht reichlich Stoff für spannende Lesestunden. Der Weltenbau ist nicht perfekt, überrascht jedoch mit vielen neuen Ideen. Gewohnte Endzeit- und Dystopieszenarien werden gekonnt in die phantastische Science Fiction eingeflochten, ohne dass einer dieser Teile fehl am Platz wirkt. Lediglich in der technischen Umsetzung, die das sprachliche und die Darstellung des ebooks anbelangt, wussten mich nicht zu überzeugen. In meinen Augen wird einer jüngere Zielgruppe mehr Spaß an diesem Roman haben, Spaß gemacht hat er mir, trotz einiger Abzüge, trotz allem.

DrachenStern bzw. Coverrechte: Bookspot Verlag

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1 thought on “[Rezension] Das Geheimnis der Sternentränen von Anke Höhl-Kayser

  1. Liebe Nise,

    Ich habe das Buch im Print und kann dir versichern, hier ist tatsächlich die Technik Schuld. Diese seltsamen Anzeigen gibt es im gedruckten Buch nicht. Ich fand es aber sehr schön, mal wieder von den Sternentränen zu lesen. Danke dafür.

    LG
    Eva

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