Rezensionen

[Rezension] New York Pretty von Eva Pfeiffer

Ein Geständnis direkt zu Beginn. Mein erster Gedanke beim Blick auf das Cover von New York Pretty war in etwa Folgender: „Wow, da versucht jemand auf den Zug der New York Diaries Reihe von Carrie Price und Ally Taylor aufzuspringen.“ Kein netter Gedanke, jedoch leider die Wahrheit. Ihr wisst, ich bin immer ehrlich zu euch. Aber direkt vorweg ein Spoiler: Es ähnelt in keiner Weise der zuvor genannten Reihe. Der Klappentext war jetzt auch nicht wirklich der ausschlaggebende Punkt, um unbedingt diesen Roman lesen zu wollen. Aber ich konnte einfach nicht anders und habe für euch getestet, was dieser Roman wirklich kann. DER neue Liebesroman oder doch nur der nächste 0815 New Adult Einheitsbrei?

Titel: New York Pretty "Nur wir beide"
Autor: Eva Pfeiffer
Verlag: Piper F
Genre: Liebesroman
Seiten: 263
Erscheinungsdatum: 01.02.2018
978-3492501293

Vom beschaulichen Freiburg nach New York City: Rebecca reist für ein Praktikum bei einem Magazin in ihre Geburtsstadt New York. Sie lernt die Celebrity-Zwillinge Alex und Jeremy kennen und verliebt sich in den stillen Alex. Doch um als Paar eine Chance zu haben, müssen beide erst ihre Vergangenheit bewältigen... In Zeiten von Facebook, Instagram, Snapchat und Co. sind Techies wie Mark Zuckerberg die neuen Celebritys. Im hippen New York bewegt sich die junge Deutsche Rebecca zwischen dieser glamourösen Welt der Hyperreichen und der Realität des Alltags, in dem das Geld kaum für die Monatsmiete reicht. Und dennoch zeigt die aus drei Perspektiven erzählte Geschichte über Rebecca, Alex und Jeremy, dass uns Menschen alle das Gleiche bewegt: die Suche nach Halt, Liebe und uns selbst.

Eva Pfeiffer, geboren 1982, studierte Ethnologie und Politikwissenschaft in Heidelberg und Wien, bevor sie begann, als Redakteurin für verschiedene Zeitungen und Magazine zu schreiben. 2017 erschien ihr Debütroman „Off the record – So schreibt man Liebe“, in dem sie ihre Erfahrungen im Lokaljournalismus verarbeitet. Ihr zweiter Roman „New York Pretty – Nur wir beide“ ist auch eine Liebeserklärung an den Big Apple. Eva Pfeiffer lebt in München.(Verlag)

Meinung

Bereits am Anfang hat es mir New York Pretty nicht sehr einfach gemacht. Der Roman ist bei Piper F erschienen und hat mein absolut verhasstes Format, welches sonst nur bei Büchern von Selfpublishern oder Amazon Publishing zu finden ist. Starrer Rücken in Kombination mit wabbeligen Seiten, dazu zu hoch und schmal um es vernünftig lesen zu können. Und natürlich der Einknick an der linken Seite nicht zu vergessen. Es gibt wirklich kaum ein Format dass mir so wenig Lust auf einen Roman macht wie dieses. Hätte ich dies von vornherein gewusst, hätte ich mir lieber das ebook gekauft. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich bei Titel von Piper F immer zur digitalen Ausgabe greifen sollte, da es sich hierbei – eigentlich – um ein Digitallabel handelt.

Der zweite Umstand, der mich regelmäßig auf die Palme bringt sind die leidlichen Gespräche die zum gesprochenen Zeitpunkt keinen Sinn ergeben, den Leser jedoch in die bisherigen Erlebnisse einführen soll. Das kann das wiederholte Erwähnen eines Verwandtschaftsverhältnis sein oder in dem Fall von diesem Roman eben das Hinweisen auf den (seit bereits zwei Monaten bestehenden) Beruf sowie ein Xtes Gespräch zwischen Exfreund und Exfreundin. Leider hört dies auch bei den anderen beiden Protagonisten nicht auf. Es ist nicht direkt das Problem dieses Romans und die meisten wird dies sicher nicht stören. Bei mir löst es allerdings regelmäßig bei Büchern, Serien und Filmen Fremdschämgefühle auf, die ich leider nicht abschalten kann.

Alles entwickelt sich sehr rasant. Rebecca, deren Vater Amerikaner war und deren Mutter Deutsche ist, verschlägt es für ein Praktikum nach New York und trifft dort schnell auf die beiden Promibrüder Alex und Jeremy. Zu einem der beiden fühlt sie sich von jetzt auf gleich hingezogen, wenn auch das erste Treffen der beiden nicht ganz glanzvoll ausgegangen ist. Bei diesem ersten Kennenlernen, welches für die drei auf beruflicher Ebene stattfindet, kommt es zu einem Missverständnis, welches die Zwillinge im schlechten Licht darstellen lassen soll, um deren „Abgehobenheit“ zu unterstreichen. Dieses Punkt war schon unverständlich für mich, da Rebecca sich unprofessionell verhalten hat und ich die Verstimmtheit der Jungs nachvollziehen konnte. Generell konnte ich mit der weiblichen Hauptrolle nur bedingt warmwerden. Ihre Geschichte breitete sich dafür zu schnell aus und ihre Gefühlswelt kratze dabei immer einen Ticken zu nah an der Oberfläche. Dabei bietet der Roman sehr viel Potenzial, denn genug Drama ist ausreichend vorhanden.

Das große Thema in New York Pretty ist dabei eindeutig das Verarbeiten von Verlusten. Damit steht der Liebesroman seiner Konkurrenz aus der New Adult Abteilung (dafür waren die Figuren hier zu „alt“) in nichts nach und konzentriert die ganz großen Emotionen auf das letzte Drittel. Wäre mehr von dieser Dynamik im kompletten Roman vorhanden gewesen, hätte ich ihn sicher sehr geliebt.

Ganz viele Pluspunkte konnte New York Pretty aufgrund des Arbeitsumfeldes von Alex und Jeremy sammeln. Mit zwei Spieleentwicklern, Livestreams auf Twitch und Geralt hat man mein Herz schnell gewonnen. Vielleicht mochte ich die beiden auch deswegen gerne. Wären sie die 0815 Millionäre gewesen, wäre mein Urteil sicher anders ausgefallen. Wirklich gerne bin ich mit Rebecca durch New York auf den Spuren ihrer Wurzeln gewandert. Die Bilder die Eva Pfeiffer hier hervorgerufen hat, haben mir die Großstadt in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Fazit

New York Pretty ist ein süßer Roman für Zwischendurch, der für meinen Geschmack nicht ganz rund läuft. Viele kleine Baustellen, die mir persönlich das Lesen erschwert haben, führten zu einem Ergebnis im Mittelfeld. Dennoch stellt New York Pretty für mich eine deutliche Steigerung zu Off the Record (Ullstein) dar. Falls ein weiteres Buch aus dem Universum in Bezug auf Jeremy erscheinen sollte, würde ich es mir kaufen wollen, da ich guter Dinge bin und viel Luft nach oben sehe. Für Fans von Romanen die in New York Spielen und leichte Liebesgeschichten lieben, in denen die Vergangenheit präsent, aber nicht zu erdrückend ist, ist New York Pretty auf jeden Fall empfehlenswert.

Coverrechte: Piper Verlag

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