Rezensionen

[Rezension] Magic Academy von Rachel E. Carter

 

Magic Academy ist ein klassischer Spontankauf, der durch Instagram und Twitterposts von anderen Buchbloggern ausgelöst wurde. Ich habe wirklich ein Schwäche für Jugenfantasy. Besonders, wenn der Handlungsort eine Akademie oder eine besondere Schule ist. Auch wenn meine Erwartungen an genau dieses Subgenre nicht mehr all zu hoch ist, lasse ich mich gerne immer wieder vom Neuen überraschen. In der heutige Bewertung möchte ich euch gerne erklären, warum mir der Roman trotz einiger guter Punkte und Ansätze nicht wirklich zusagen konnte. Testweise ist dies auch die erste Bewertung seit Langen, ohne Daten zum Buch. Da angeblich die bloße Angabe der ISBN Nummer dazu führt, dass ein Beitrag, bzw. ein Teilbereich des Beitrages als Werbung gekennzeichnet werden muss, habe ich sie nun komplett weggelassen und würde gerne eure Meinung dazu hören. Sollen sie wie bisher via Tabbox und mit dem Hinweis „Werbung“ wie gewohnt am Anfang der Rezension stehen, oder benötigt ihr diese Daten nicht?

Meinung

Über die Welt, in der Ryiah lebt, dringt kaum etwas durch. Es gibt Ryiahs Heimatort, einen Wald den sie und ihr Bruder Alex durchqueren mussten und dann eben die Akademie. Aufgrund des Fehlens von Elektrizität und des Vorhandenseins von Badezubern wird Magic Academy wahrscheinlich in Zeit, ähnlich unseres Mittelalters spielen. Bis auf wenige Beschreibungen innerhalb der Akademie beschränkt sich der Weltenbau in diesem ersten Band lediglich auf die Natur, in der sich die Erstklässler häufiger für Prüfungen sowie Kämpfen aufhalten müssen. Auch wenn der Fokus auf Ryiah und ihrer Entwicklung auf der Akademie liegt, fehlten mir schlicht Informationen, um ein runderes Bild heraufbeschwören zu können. Die Nutzung von vielerlei Gegenständen, wie etwa den Glasflaschen die den Schülern zum Training gegeben werden, passen auch nicht ganz in diesen Bild. Ich erwarte von einem phantastischen Jugendroman sicher keine historisch korrekte Wiedergabe einer Welt. Allerdings ist es mir dennoch wichtig zumindest das Gefühl zu haben, die Autorin hätte sich ein paar Gedanken zum Weltenbau gemacht. Dieses Fehlen an Details schlägt sich leider auch auf die Figuren und deren Fähigkeiten nieder.

Ähnlich wie dem Rezenten Bentley auf Goodreads kam auch mir die Frage auf, was für Konsequenzen ein Rauswurf – oder das freiwillige Aufgeben – noch im ersten Schuljahr für die Schüler mit sich zieht. Denn die Quote der Abbrecher ist hoch, egal in welcher Magiekategorie sie sich sehen. Neben Kämpfern wie Ryiah werden Alchemisten sowie Heiler auf der Akademie ausgebildet. Das Niveau der Anfänger fällt dabei recht unterschiedlich aus. Wer es sich leisten kann, zieht vor dem Besuch der Schule einen Lehrer zur Hand. Menschen aus niedrigeren Kreisen, zu denen auch die Protagonistin zählt, die ihre Magie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt haben, wird der Einstieg umso schwerer gemacht. Aber was ist nun mit den adligen Schülern, die bereits ein großes Vorwissen angehäuft haben, denen aber die barbarischen Zustände auf der Akademie zu wider sind? Nach all den Jahren Unterricht sowie einem Jahr dort sollten sie genug Wissen summiert haben um als Heiler oder Alchemist tätig werden zu können. Und auch all die Krieger die nicht zur königlichen Armee geschickt werden, denn das Kontingent ist (warum auch immer) stark begrenzt, müssen ebenfalls irgendwo untergebracht werden. Ich hoffe wirklich sehr, dass dies in den weiteren Büchern näher erläutert wird, ansonsten wäre mir die Erklärungen im Roman einfach zu dürftig.

„It’s never explained what happens if they fail and have to leave. Does their magic just disappear? Why can’t those individuals go on to try and hone their powers on their own? What makes the academy so necessary? It’s not like Ryiah was really taught anything by her teachers. In fact, the majority of learning she does in this book is because of hints other students, like Darren, give her.“
– Bentley auf goodreads.com

Die Art und Weise, wie die Schüler in der Akademie ausgebildet werden, erschließt sich mir nicht. Gerade von Menschen, die auf die Schlachtfelder geschickt werden sollen, erwarte ich Teamgeist und keinen Alleingang. Der ganze Roman ist zusammengefasst allerdings eine Abfolge von Prüfungen, die stets als die härtesten angekündigt werden (nur um dann bei der nächsten noch fordender zu werden) und in denen von den Anwärtern erwartet wird, ihren Mitstreitern in den Rücken zu fallen. Die Botschaft zwischen den Zeilen schreit danach, dass Egoismus das einzige Mittel ist welches die Schüler zum Erfolg bringen kann. Auch wurde mir der Sinn der Abschlussprüfung der Alchemisten nicht klar. Alle beteiligen Schüler bekommen in dieser Prüfung ein Halluzinogen verabreicht und müssen, so wird es immerhin dank einer Unterrichtsstunde von Ryiah einige Kapitel vorher erklärt, gegen Schemen ankämpfen um nicht freiwillig die Akademie zu verlassen. In Bezug auf diese Vorkenntnis, mag diese Prüfung eines Sinn machen. Betrachtet man sie jedoch genau so, wie sie vor allen Augen der Eltern und des Königshauses stattfindet, macht sie reichlich wenig Sinn. Alle Schüler liegen benommen auf einer Wiese und wer am längsten benommen herumliegt, gewinnt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass derjenige, der auf dem Schlachtfeld als erstes wieder auf den Beinen steht, die besseren Überlebenschancen erhält.

Ryiah ist es wahnsinnig wichtig, eine Kriegerin zu werden. Es ist alles was sie will und dafür gibt zugegebenermaßen alles. Tatsächlich würde sie auch lieber ein Körperteil verlieren, als einen Kampf. Bei all dem Elan ist mir nicht deutlich geworden, warum dies ihr Ziel ist. Es gibt weder einen Mord zu rächen, noch einen Krieg zu gewinnen (es gibt lediglich eine Königsfamilie, über die kaum etwas bekannt ist, außer dass deren Söhne heiß sind). Ryiah möchte auch nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern oder einem anderen Vorbild treten. In den Folgebänden sollte daher auf jeden Fall ein Motiv auftauchen. Der pure Kampfeswillen ist mir leider nicht ausreichend genug.

„Ich würde lieber einen Arm oder ein Bein verlieren als einen Kampf.“
– Seite 396

Über all das Vorgenannte könnte ich hinwegsehen, gäbe es nicht die sich anbahnende Liebesgeschichte. Jugendbuchfantasy ist, so könnte man meinen, nicht ohne das Vorhandensein einer Love Story möglich. Egal wie Fehl am Platz sie wirken mag, sie muss untergebracht werden, ansonsten scheint das jeweilige Buch nicht verkaufbar zu sein. Unabhängig davon, dass die Protagonistin in diesem ersten Band mit ihren 15 Jahren noch relativ jung ist und man ihr eine hormonbedingte Naivität zuschreiben könnte, fühlt sich hier vieles einfach falsch an. Leider hat Carter kaum ein Klischee ausgelassen, um den Love Interest von Ryiah zu Papier zu bringen. Der Prinz ist aus diesem Grunde natürlich nicht nur wahnsinnig gutaussehend, sondern zudem auch extrem borniert, mysteriös (weil er sich immer zurückzieht und kaum Aufmerksamkeit auf sich lenkt) und die meiste Zeit ziemlich gemein zu seiner (wahrscheinlich) Zukünftigen. Hier wird die klassische Liebesgeschichte erzählt, in der sich die beiden Beteiligten zu erst überhaupt nicht ausstehen konnten und dann aufgrund der vielen, gemeinsam verbrachten, Zeit doch zusammenfinden. Der Großteil dieser Zeit behandelt der Prinz Ryiah allerdings wie den Dreck, der sich unter seinen Schuhen angesammelt hat. Und natürlich wird dies damit begründet, dass er sie vor den Quälereien der anderen Schüler schützen möchte. Wenn ich nur einmal eine solche Geschichte lesen dürfte, in dem der Love Interest zu der Protagonistin hält und sich an ihre Seite stellt. Und wer hätte es gedacht, natürlich taucht auch die wirklich hübsch, dafür aber auch ziemlich böse, Konkurrentin auf.

Das Cover passt erstaunlich gut zur Geschichte, allerdings mag ich es einfach nicht, wenn Figuren vorgegeben werden, um die sich eigentlich mein Kopfkino kümmern soll. Es ist immer eine Geschmacksache, ich bevorzuge es einfach, wenn nicht versucht wird, eine oder mehrere der Charaktere auf dem Cover abzubilden.

Fazit

Grundsätzlich mag ich das Konzept. Jugendfantasy, die auf einer außergewöhnlichen Schule spielt, spricht mich seit ich als Kind Harry Potter gelesen habe an. Die Art, wie Magic Academy ausgearbeitet wurde, sagt mir in erster Linie auch zu. Wären nicht all die Kleinigkeiten, die sich (in der Menge betrachtet) zusammengefasst zu einem unguten Gefühl zusammenschließen.

Das Original ist in einer Zeit (2014) erschienen, in der sich eine gewisse Art von Jugendliteratur – gerade im Bereich der Fantasy – gut verkauft hat. Der späte Start hier in Deutschland führte leider zu einem Wiedererkennen von bestimmten Mustern, die bereits eine Menge Romane zuvor zusammenhielten.

Fantasyunterhaltung die an der Oberfläche kratzt und kein komplexes Worldbuilding enthält: genau dies ist Magic Academy. Für zwischendurch komplett in Ordnung, einen großen Mehrwert stellt es in meiner Sammlung allerdings nicht dar.

Weitere Meinungen

Angeltearz liest | Booknerds by Kerstin

 

Coverrechte: Random House Verlagsgruppe

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6 thoughts on “[Rezension] Magic Academy von Rachel E. Carter

  1. Puuuh, also ich muss sagen, dass so ziemlich alles daran nach etwas klingt, das ich nicht mehr lesen mag 😅
    Angefangen beim Titel und dem Cover bis zur Story würde mich glaube ich alles daran nerven 🤷🏻‍♀️
    Gut zu wissen, dass ich das Buch getrost aus meinem Gedächtnis schmeißen kann 😀
    Falls du weiterliest würde es mich aber auf jeden Fall interessieren, ob es besser wird oder eher schlimmer 🙂

    Liebste Grüße
    Jenny

    1. Momentan verspüre ich überhaupt nicht die Lust auf den nächsten Teil. Es ist schon da dieses „mh wie es geht wohl weiter?“ Gefühl da, aber mir würde schon die Zusammenfassung von anderen Leserinnen reichen. ^^

  2. Hey,

    Ich habe das Buch auf englisch gelesen, da ich es von der Autorin bekommen habe und ich war eigentlich recht wenig begeistert. Es passierte nichts und die Liebesgeschichte, ugh. Ich glaube einfach, dass das Buch für eine andere Zielgruppe geschrieben wurde und ich einfach zu alt bin.

    1. Bis auf das viele Training passiert tatsächlich nicht viel. Und selbst da wurde noch viel nacherzählt. Wollte den Punkt eigentlich auch noch mit in die Rezension aufnehmen, aber dann wäre sie noch länger geworden und das liest ja dann keiner mehr. ^^

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