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Leseempfehlungen zum Welttag des Buches

Seit dem 23.04.1995 wir jedes Jahr an diesem Tag die Literatur durch den Welttag des Buches gefeiert. Die UNESCO erklärte ihn zum weltweiten Feiertag für das Lesen und ließ sich dahingehend durch den katalanischen Brauch, bei dem am Namenstag des Heiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt werden, inspirieren. Es gibt heute zwar keine Bücher auf dem Blog zu gewinnen, allerdings möchte ich diesen Aktionstag zum Anlass nehmen, euch ein paar Büchertipps mit auf dem Weg zu geben. Unabhängig davon, ob euch diese zusagen: zieht los und stürmt eure liebste Buchhandlung, kauft und verschenkt Bücher und feiert das Buch und das Lesen.

Mehr Informationen findet ihr auf der Aktionsseite des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Und natürlich würden mich eure besonderen Romanempfehlung anlässlich dieses bibliophilen Feiertages sehr interessieren. Über ein Kommentar von euch würde ich mich sehr freuen.

Der Schatten des Windes

„An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern“

Als ich Der Schatten des Windes gekauft hatte, war mir zu dem Zeitpunkt gar nicht klar, wie überaus beliebt dieses Buch war. Natürlich war hinten die Empfehlung von Frau Heidenreich abgedruckt, aber ein „Schmöker“ muss ja nicht unbedingt etwas außergewöhnliches sein. Der Klappentext meiner Ausgabe, damals noch Suhrkamp, lies sich noch ein wenig ausführlicher und die Tatsache, dass es einen geheimnisvollen Friedhof der vergessenen Bücher geben und der Schauplatz des Geschehens Barcelona sein sollte, reichte mir als Kaufgrund. Seit ich 2004 selbst dort gewesen war und mich sofort in die geschichtsträchtige Stadt verliebt hatte, konsumierte ich einige dort spielende Romane. Der Schatten des Windes war allerdings bislang der einzige, der dieses besondere Klima dieser Stadt wiedergeben konnte. Seine Art, Romane ruhig doch voll mit Emotionen zu verfassen und dabei einzigartige Charaktere zu erschaffen, macht Zafóns Romane einzigartig. Der Schatten des Windes war mein erstes Werk aus seiner Feder, allerdings nicht das letzte. Und bis auf Marina wussten mich bislang auch alle zu begeistern. Carlos Ruiz Zafón gehört für mich zu den ganz großen Erzählern unserer Zeit.

Buchbeginn: „Ich erinnerte mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnahm. Die ersten Sommertage des Jahres 1945 rieselten dahin, und wir gingen durch die Straßen eines Barcelonas, auf dem ein aschener Himmel lastete und dunstiges Sonnenlicht auf die Rambla de Santa Mónica filterte.“

Die verborgene Sprache der Blumen

„Das Wichtigste im Leben der jungen Victoria sind Blumen. Sie weiß alles über sie und kennt vor allem ihre Bedeutung. Aufgewachsen in Waisenhäusern und Pflegefamilien, rettet dieses Wissen sie immer wieder. Mit achtzehn findet Victoria Arbeit in einem Blumenladen und bindet mit viel Erfolg und Einfühlungsvermögen für jeden Kunden den richtigen Strauß: Myrte für Liebe, Jasmin für Nähe, Maiglöckchen für Rückkehr des Glücks. All das wünscht sich Victoria auch, als sie Grant kennenlernt. Erstaunt stellt sie fest, dass er ebenfalls die Sprache der Blumen versteht – und sie von demselben Menschen gelernt hat wie sie selbst.“

Es gibt nicht all zu viele Bücher, die einen festen Platz in meinem Herzen einnehmen und dort bleiben. Zu diesen Büchern gehört der aufwühlende und doch peotische Roman Die verborgene Sprache der Blumen. Bücher wie dieser sind Schuld daran, dass meine Erwartungen an Plot und Charakterdesign in den letzten Jahren immens gestiegen sind. Auch wenn sich die Inhaltsbeschreibung nach einer Geschichte anhört, wie sie häufiger veröffentlich wird, empfand ich sie damals doch so anders, als den Rest der jedes Jahr auf dem Markt geworfen wird. Neben einer wunderschönen, melancholischen Erzählung lehrt der Roman einem die Sprache der Blumen und deren Bedeutungen. Die verborgene Sprache der Blumen ist meine Empfehlung für LeserInnen die auf der Suche nach außergewöhnlichen Geschichten und besonderen Protagonistinnen sind.

Buchbeginn: „Acht Jahre lang hatte ich vom Feuer geträumt. Bäume loderten auf, wenn ich an ihnen vorbei ging, und Ozeane brannten lichterloh. Im Schlaf sickerte der süßliche Rauch in mein Haar ein. Beim Aufwachen lag der Duft dann wie eine Wolke auf meinem Kopfkissen.“

Suite Française

„Sommer 1940: Die deutsche Armee steht vor Paris. Voller Panik packen die Menschen ihre letzten Habseligkeiten zusammen und fliehen. Angesichts der existentiellen Bedrohung zeigen sie ihren wahren Charakter.“

Suite Française fiel mir im deutschen Erscheinungsjahr 2007 durch Zufall in der Buchhandlung in die Hände. Zuvor sorgte der Fund der Tochter Némirovskys im Jahre 2004 um das unveröffentlichte Werk für ein erneutes Interesse an den Romanen der jüdischen Autorin und so wurden zum Glück ihre Bücher auch hier erneut aufgelegt. Némirovsky wurde nach ihrer Flucht aus Paris in die Provinz am 13.07.1942 verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Sie verstarb am 17.08.1942 auf der dortigen Krankenstation. Ihr Ehemann Michel Epstein hatte zuvor vergeblich versucht, ihre Freilassung zu erwirken. Er selbst wurde im Oktober 1942 in der Gaskammer von Auschwitz ermordet. Ihre beiden Töchter Denise und Élisabeth überlebten versteckt in einem Kloster. Denise Epstein war es, die das unvollständige Manuskript in einem Koffer ihrer Mutter entdeckte. Von den ursprünglichen fünf Teilen, die Irène Némirovsky geplant hatte, konnte sie nur zwei fertigstellen. Aus diesen wurde schlussendlich Suite Française. Am Ende des Romans befinden sich sämtliche Notizen, die Némirovsky während ihrer Arbeit am Werk niedergeschrieben hat, sowie Schriftwechsel der Familie aus den Jahren 1936 bis 1945. Ihr eigene Erfahrung macht diesen Roman so authentisch und dadurch so erdrückend.

Buchbeginn: „Warm, dachten die Pariser. Frühlingsluft. Es war Nacht im Krieg, Alarm. Aber die Nacht vergeht, der Krieg ist weit. Alle, die nicht schliefen, die Kranken in ihrem Bett, die Mütter, deren Söhne an der Front waren, die liebenden Frauen mit ihren tränenwelken Augen hörten den ersten Atemzug der Sirene.“

 

#WelttagdesBuches

 

 

 

Klappentexte: Fischer Verlag, Droemer Knaur, btb Verlag (Random House)
Coverrechte: Fischer Verlag, Droemer Knaur, btb Verlag (Random House)
Logo des Welttag des Buches: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

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