Rezensionen

[Rezension] Erdbeerzeit von Lieke van der Linden

 

Auf den Roman aufmerksam geworden bin ich durch einen kleinen Umweg. Lieke van der Linden hatte mich angeschrieben, ob sie mir ein Rezensionsexemplar eines ihrer kommenden Bücher schicken könnte. Da der Thriller zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen war, kaufte ich mir Erdbeerzeit um mich darauf einzustimmen, was mich erwarten könnte. Und was soll ich sagen, ich wurde wirklich gut unterhalten.

Inhalt

Mila Vermeer, unzufriedene Verkäuferin an einem Erdbeerstand, ist auf der Suche nach einer passenden Arbeit und nach einem passenden Mann. Keine große Hilfe ist ihr dabei ihre hypochondrische Freundin Penelope „Pippa“, die sie auf einen erniedrigenden Singleworkshop und zu der Singlereise „Eseltour auf Sardinien“ mitschleppt. Und als ob quälende Dates und Vorstellungsgespräche nicht schon genug wären, soll Mila als Trauzeugin der Tiefkühlkosterbin Helena fungieren und ihrer perfektionistischen Freundin Johanna bei den Planungen rund um ihre Schwangerschaft unterstützen. Und dann ist da ja auch noch Paul, ihr Mitbewohner, der sich plötzlich äußerst seltsam verhält. Nur Zufall?

Meinung

Auch wenn meine Große Zeit der ChicLit Romane wahrscheinlich vorbei ist hänge ich noch immer sehr an dem Genre. Wenn ich an all die unterhaltsamen Stunden mit den Romanen von Kerstin Gier zurückdenke, weiß ich auch wieder wieso. Irgendwann ließ mein Interesse allerdings nach, weil sich die Bücher der verschiedenen Autorinnen kaum noch auseinanderhalten ließen. Die große Masse hatte das Genre immer mehr für sich eingenommen und aus der witzigen Unterhaltung wurde schnell ein grauer Einheitsbrei (siehe Sophie Kinselle mit ihrer Schnäppchenjäger-Reihe). Und dann taucht plötzlich eine neue Heldin namens Mila Vermeer auf.

Erdbeerzeit vereint einige wichtige Punkte, die in dem Genre auf keinen Fall fehlen dürfen, hebt sich jedoch selbst auf eine ganz eigene Stufe. Denn der entscheidende Punkt bei einer Protagonistin und ihren Freundinnen, die von einer unmöglichen Situation in die nächste geraten, ist erreicht, wenn die LeserInnen sich denken „ja, mir könnte dies genau so passieren“. Der Unterhaltungswert in Erdbeerzeit ist sehr hoch. Protagonstin Mila legt dabei einen recht eigenen Humor an den Tag. Er mag vielleicht etwas speziell sein, jedoch hatte ich mehrfach das Gefühl, dass dieser Roman für LeserInnen wie mich geschaffen wurde, die sich selbst in etwa so sehen, wie Mila auf mich gewirkt hat. Lieke van der Linden ist es gelungen, eine Protagonistin zu erschaffen, die weder perfekt, noch zu weit drüber erscheint.
Mila, Pippa und Johanna sind authentische und liebenswerte Figuren, die jede auf ihre eigene Art ein wenig anders sind und eben doch den Wiedererkennunswert haben, um sich selbst in ihnen sehen zu können. Ihre kleinen Macken, ihre Ecken und Kanten, wachsen dabei schnell ans Herz und so sind die Lacher im weiteren Verlauf direkt vorprogrammiert.

Auch wenn Pippa einige Versuche unternimmt, das Singledasein von ihr und Mila zu beenden, ist dies in erster Linie kein Liebesroman. Und gerade dieser Aspekt macht diesen Roman so abwechslungsreich.

Das bewusst offen gehaltene Ende fügt sich perfekt in die Geschichte ein. Selbst ohne eine Fortsetzung, lässt sich dieser Schluss jedem anderen vorziehen und somit könnte sich Erdbeerzeit auch gut als Einzelgeschichte lesen lassen.

Fazit

Erdbeerzeit ist ein Roman über die leise und schleichende Entwicklung dreier Frauen, die sich – jede auf ihre Art – durch das Leben schlagen. Der Roman weist dabei die perfekte Mischung von Unterhaltung und ernsterer Tönen auf und erzählt mehr über Freundschaft, denn über Liebe.
Fans von außergewöhnlichen Protagonistinnen und LeserInnen von Kerstin Gier und Mary Kay Andrews ist dieser Roman sehr ans Herz zu legen.

 

 

Cover und Klappentext: Lieke van der Linden

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