Abgebrochen

Abgebrochen #13

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Dass der erste Beitrag in diesem Monat (die Zusammenfassung von Juni ausgeschlossen) ausgerechnet einer aus der Kategorie Abgebrochen ist, tut mir wirklich leid. Momentan sollte ich keine Versprechen bezüglich des Blogs und der Beitragsdichte abgeben. Zwar liegen einige Romane auf meinem To-Do-Stapel, allerdings fehlt es mir an der Muße, sie zu dann auch zu lesen.  Wenn ich im Augenblick lese, dann greife ich zu Sachbüchern, die ich nicht rezensieren werde. Außerdem passieren gerade vielerlei Dinge, die mir wichtiger erscheinen. Natürlich würde ich auch gerne zusagen, in den nächsten Wochen mehr zu posten, aber ihr seht ja, wie wenig dies realisierbar ist.

Aber immerhin kann ich euch heute zwei Minirants präsentieren. Es sind mal wieder zwei Romane bei denen ich hätte wissen müssen, dass sie mir nicht gefallen werden. Aber vielleicht kennt ihr ja selbst die Situationen in denen ihr unbedingt ein Buch lesen wollt, auch wenn es sich höchstwahrscheinlich als Schrott herausstellen wird.

Ein Moment für die Ewigkeit

abbi glines ein moment für die ewigkeit coverVale hatte schon immer ein Faible für große Liebesgeschichten. Sie glaubt an die eine wahre Liebe, und als Crawford ihr sein Herz schenkt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Seither sind sie ein Paar und teilen alles miteinander – Sorgen, Geheimnisse, Träume, aber vor allem viele Schmetterlinge im Bauch. Als sie die Highschool abschließen, erwartet sie ein Sommer voller Möglichkeiten. Doch was, wenn das Leben plötzlich eine Abzweigung nimmt, mit der man nie gerechnet hätte, und sich alle Wünsche und Pläne in einem einzigen Moment zerschlagen?

Da ging er dahin: mein Vorsatz, keine Abbi Glines Romane mehr lesen zu wollen. Aber ihr lest es ja selbst, der Klappentext klingt nicht gerade nach einem typischen Glines‘. Es sollte die wirklich aller letzte Chance sein, bevor ich es endgültig mit ihren Büchern aufgeben wollte. Eigentlich gehört der Beitrag nicht an diese Stelle, den abgebrochen habe ich Ein Moment für die Ewigkeit nicht. Vollständig gelesen allerdings auch nicht. Immer wieder habe ich Seiten übersprungen, ohne wirklich etwas verpasst zu haben. Da dies für mich allerdings nicht für eine Rezension ausreicht, findet meine Meinung zu Ein Moment für die Ewigkeit in dieser Beitragsreihe ihren Platz.

Es bleibt alles beim Alten: Eindimensionale und einfältige Figuren von der Protagonistin, über den Love Interest bis hin zu den Nebenfiguren ebnen den Weg und werden begleitet von kurzen, schlichten Sätzen, die die Einfachheit der Charaktere gut widerspiegelt. Was könnte von einer Grundstory wie dieser erwartet werden? Eine junge Frau, die zwischen ihrer Liebe zu ihrem Verlobten, von dem sie nicht sicher sein kann, ob er jemals wieder aufwachen wird, und den aufkommenden Gefühlen für einen anderen hin- und hergerissen wird, waren in etwa meine. Allerdings geht dies in völlig irrelevantem Geplänkel unter, das die Seiten füllen soll.

 


Die naive Protagonistin lebt ihren American Dream, bis ihr Verlobter nach einem Unfall ins Koma fällt. Auf der Station trifft sie dann den genretypischen Bad Boy und es kommt mal wieder zu Situationen, in der sie ihn nach zwei gewechselten Sätzen komplett kennt, einschätzen und für ihn typische Lagen hervorsehen kann. Bereits nach 16 Seiten war eindeutig, auf was die Geschichte hinauslaufen würde. Dachte ich. Es sollte sich allerdings als noch viel grausamer herausstellen.

„Vor drei Tagen hatten wir in der Wäschekammer miteinander gevögelt, nachdem sie zuvor immer ihre Titten herausgestreckt und sich über die Lippen geleckt hatte.“ – Slate ist einfach ein echtes Schätzen

Bis zum Ende des ersten Abschnitts versprach Ein Moment für die Ewigkeit lediglich eine bekannte und nichtssagende Lektüre zu werden. Ich war davon ausgegangen, dass der „ach so geliebte“ Verlobte das Zeitliche segnen würde, damit dem neuen Pärchen nichts mehr im Wege steht. Was sich Frau Glines dann allerdings wirklich für den zweiten Part ausgedacht hat, ist eine wirkliche Frechheit. Würde dieser Teil ohne den ersten stehen, ergäbe sich ein unzusammenhängendes Gewusel aus „wenn man noch ein wenig hiervon nimmt, und das hier weglässt, ja dann könnten sie zusammen kommen“. Vielleicht habe ich es schon einmal zu oft geschrieben und gesagt, aber die Glines‘ Geldmaschinerie sollte dringend eine Schreibpause einlegen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass selbst ein Cover, dass nicht nach „Nackenbeißer“ schreit und eine Inhaltsangabe, die nach „normalen“ Liebesroman klingt, im Endeffekt immer noch eines ergeben: einen schlechten, schnell heruntergeschriebenen Groschenroman.

Am Ende des Beitrages findet ihr eine kurze Zusammenfassung mit sämtlichen Spoilern.

Der kleine Brautladen am Strand

der kleine brautladen am strand coverBrides by the Sea ist der niedlichste Brautladen von ganz Cornwall. In dem kleinen Haus an der Strandpromenade werden die geheimsten Wünsche jeder Braut erfüllt: vom perfekten Kleid bis zur leckersten Hochzeitstorte. Und genau für die ist Poppy zuständig – eigentlich. Denn als plötzlich die Hochzeitsplanerin ihrer besten Freundin abspringt, muss Poppy sich um alles kümmern. Nicht zuletzt um den sexy, aber etwas mürrischen Farmer Rafe. Ist Poppy diesem Chaos wirklich gewachsen?

Dieser Sommerroman fiel mir bei einem Besuch im Buchladen in die Hände, bei dem ich ausschließlich für ein Geschenk dort einkaufen war. Ich notierte es mir jedoch auf meiner geistigen Wunschliste und zwei Wochen später dachte ich mir dann, ach was soll es, bestell es dir. Allerdings kamen bei diesem Vorgang die ganzen negativen Rezensionen zum Vorschein. Hätte ich auf diese hören sollen? Ja, wahrscheinlich. Wollte ich mir trotzdem selbst ein Bild machen? Klar, Selbsthass ist meine Königsdisziplin.

Hieraus hätte wirklich viel werden können. Besonders im Hinblick darauf, dass es eine ganze Reihe zu Brides by the Sea gibt (bitte was soll da noch alles kommen?). Auch wenn die Wortwahl der Charaktere nicht ganz so einfältig ist, wie bei dem oben genannten Abbi Glines Roman, so haben die Figuren hier doch alle eines gemeinsam: Sie sind oberflächlich, haben keinerlei Tiefe und sind nicht mehr als Statisten.

Protagonistin Poppy hängt mit dem Kopf in den Wolken und denkt dabei die meiste Zeit an ihren Exfreund Brett. Ja, Brett. Im weiteren Verlauf hatte das untreue Kerlchen von mir den Spitznamen Schneide Brett erhalten, was die Lektüre zumindest ein wenig unterhaltsamer gestaltet hat.

Dass der Fokus nicht allein auf einer möglichen Liebesgeschichte liegt, sagt mir immer zu. Was, ein Roman in dem die Protagonistin ein Privat- und Arbeitsleben hat? Wahnsinn, muss ich lesen! Klingt vielleicht verbittert, wer aber viel New Adult liest, weiß wovon ich schreibe. Die Erlebnisse der Mohnblume sind grundsätzlich interessant, ingesamt fehlt es dann doch an einem roten Faden. An Rollenklischees wurde auch nicht gespart, was das Lesen umso mehr erschwert hat. Der Brautladen ist auch nicht viel mehr, als ein Aufhänger und wird hoffentlich mehr Erwähnung in den Folgeteilen finden. Tüll und Torten am Strand suchen die Leserinnen von Der kleine Brautladen am Strand vergebens. Dafür gibt es jede Menge Kuhstall, Eventplanungen und Gummistiefel.

Der größte Störfaktor in Der kleine Brautladen am Stand ist allerdings der übermäßige Konsum von Alkohol. Poppy und ihre Freunde sind zu jeder Zeit mit Alkohol anzufinden. Gibt etwas zu feiern? Alkohol. Männer sind blöd? Alkohol. Brautkleid? Alkohol. Poppy backt einen Kuchen? Alkohol.

Ich hielt es für Zeitverschwendung, diesen Roman beenden zu wollen.

Spoiler zu Ein Moment für die Ewigkeit

Direkt zu Beginn des zweiten Teils wacht Vale im Krankenhaus auf. Nicht ihr Verlobter, sondern sie selbst lag über einen Monat im Koma. All das Gerede ihrer Familie aus dem ersten Part darüber, dass sie nach einem Monat ihr Leben weiter leben sollte, gingen nicht an Sie, sondern Crawford. Dass Kennenlernen und Zusammenkommen von Vale und Slate hat es nie gegeben. Es hat alles einfach überhaupt nicht stattgefunden. Vielleicht wäre noch ein Argument, dass sie alles nur geträumt hat, allerdings sind dazu keine Erinnerungen vorhanden. Slate fühlt sich zu ihr hingezogen, weil er ein Freund ihres Bruders ist und sie im Krankenhaus rumliegen sieht. Vale macht sofort mit Crawford Schluss, weil sie während des Komas „innerlich gewachsen“ ist und sich „weiterentwickelt“ hat und weil sie fühlt, dass sie eigentlich zu jemand anderen gehört. Dies alles, ich wiederhole mich, ohne dass der erste Teil wirklich jemals passiert ist. Das, meine Lieben, ist einer der schlechtesten Plottwists, der mir seit langem untergekommen ist.

 

Cover und Klappentexte:
Piper Verlag sowie Mira Taschenbuch Verlag

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