Rezensionen

[Rezension] Muss es denn gleich für immer sein? von Sophie Kinsella

Der Monat ist gefühlt bereits vorbei und auf dem Blog herrscht weiterhin Stille. Für alle, die gespannt auf weitere Beiträge warten und auch für diejenigen, die auf die Besprechung ihres Buchs warten kann ich nur sagen: Bitte haltet durch. Ich kämpfe mich gerade in einen normalen Alltag zurück. Es läuft alles gerade nicht so, wie ich mir das vorstelle. Aber es kann nur besser werden. Heute habe ich erst einmal die Besprechung zum neuen Kinsella für euch. Ich habe mich sehr auf den Roman gefreut, den vorletzten habe ich zwar auch hier, aber bislang nicht gelesen. Nachdem die letzten Teile der Becky Bloomwood Reihe solche Flops waren, hatte ich ein wenig bedenken, was die neuen Romane betrifft. Ob meine Bedenken berechtigt waren, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Inhalt

Sylvie und Dan sind seit zehn Jahren zusammen. Sie führen eine glückliche Ehe, haben zwei Kinder, ein hübsches Zuhause und wissen stets, was der andere denkt. Beim jährlichen Check-up-Termin prognostiziert ihr Hausarzt außerdem hocherfreut: Beide sind so kerngesund, dass sie sich bestimmt noch auf 68 gemeinsame Jahre freuen können. Erfreulich? Sylvie und Dan packt die blanke Panik. Wie zum Kuckuck sollen sie diese Ewigkeit überstehen, ohne einander zu langweilen? Sie beschließen, sich gegenseitig im Alltag zu überraschen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Meinung

Der Anfang des neuen Kinsella liest sich gewohnt unterhaltsam und verspricht dennoch Neues: Ein Paar das bereits viele Jahre zusammen ist und es, hoffentlich, am Ende des Romans immer noch sein wird. Und das erste Drittel ist auch durchaus kurzweilig.

Muss es denn gleich für immer sein? schlägt ungewohnte ernstere Töne an. Es scheint, als ob selbst eine Erfolgsautorin wie Sophie Kinsella mit der Zeit geht und auf gewisse Trendzüge aufspringt. Dies betrifft vor allem Protagonistin Sylvie. Diese weist zwar die üblichen Charakterzüge einer Kinsellaprotagonistin (schlagfertig, tollpatschig, ungestüm) auf, zeigt jedoch ein vom Muster abweichendes Verhalten. Die Kombination aus den negativen Wesenszügen, die einem bekannt vorkommen können, hat man u.a. die Becky Bloomwood gelesen, plus diese neuen Atributen machten es mir nicht ganz so einfach, mit Sylvie warm zu werden.

Sylvie und ihr Dan führen eine klischeehafte Ehe. Nach all den Jahren gibt es kaum etwas, was die beiden noch überraschen könnte. Außer die Nachricht ihres (gemeinsamen) Hausarztes, dass sie noch ein sehr langes gemeinsamen Leben vor sich haben werden. Und auf einmal überkommt die beiden Panik. Wie sollen sie die kommenden Jahrzehnte nur herum bekommen?

Überraschungen, bei denen im Vorfeld ersichtlich ist, dass diese scheitern werden sind zwar amüsant zu lesen, allerdings sind sie ebenfalls klassischer Bestandteil eines Kinsella. Neueeinsteiger werden ihre Freude daran haben, wenn auch dort sicher der Fremdschämfaktor vorhanden bleibt.
Bis zu diesem Punkt könnte Muss es denn gleich für immer sein? ein weiterer netter ChicLit Roman für Zwischendurch sein. Wäre da nicht Sylvies krankhafte Verehrung für ihren verstorbenen Vater und die aus dem Nichts auftauchende Eifersucht auf eine Person, die in all ihren Ehejahren mit keinem Wort Erwähnung gefunden hat. Es werden künstlich Probleme erzeugt, weil Figuren nicht miteinander kommunizieren. Und dies auf mehreren Ebenen. Wen dies in Filmen bereits in den Wahnsinn treibt, wird auch bei Muss es denn gleich für immer sein? kurz vor der Verzweiflung sein. Sowohl das Herbeiführen der Probleme, als auch deren Auflösung hätten nicht klischeehafter gezeichnet werden können.

Besonders positiv war das Gefühl, gemeinsam mit der Autorin „erwachsen geworden zu sein“. Auf einmal sind die Protagonistinnen nicht nur im gleichen Alter, sondern auch noch Mütter. Mütter, die Ähnliches erleben oder mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Und die, im Gegensatz zu anderen Figuren von Kinsella, realitätsnah und authentisch wirken.

„Aber seit ich kleine Kinder habe, kann ich mir nur noch ganz bestimmte Informationen merken: 1. dieses Rezept für Hähnchensticks, 2. die Titelmelodie von Peppa Pig, 3. an welchem Tag die Mädchen Schwimmunterricht haben (dienstags).“
– Seite 59

Fazit

Die ungewohnten ersten Töne und das, für das Genre, untypische Thema hätten ein perfektes Leseerlebnis werden können. Leider bringen klischeehafte Wendungen einen faden Beigeschmack mit ein. Auch ist ein klares Muster, wie Sophie Kinsella Protagonistinnen erstellt, erkennbar. EinsteigerInnen, die bislang noch keinen Roman der Autorin gelesen haben, würde ich trotzdem eher zu Muss es denn gleich für immer sein? Als zu einem der älteren Bücher raten. Verheiratete Eltern werden sich sicher in der ein, oder anderen, Situation wieder erkennen.

„Für eingefleischte Kinsella Fans ist dieser Roman ein Muss! Leider kommen erwartete Romantik und Witz zu kurz, dafür gibt es jede Menge Dramatik und eine überraschende Geschichte.“

I AM JANE

 

 

Rezensionsexemplar
Cover und Klappentext: Goldmann

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