Rezensionen

[Rezension] Atelier of Witch Hat 01 von Kamome Shirahama

Cover Atelier of Witch Hat Band 01

Momentan gibt es kaum neue Mangareihen, die mich wirklich begeistern. Selbst bei den Toptiteln sind so häufig Flops dabei, dass ich eher zu alten Reihen greife, die ich seinerzeit noch nicht gelesen hatte. Shirahama-sans Artwork in Atelier of Witch Hat hat mich allerdings so sehr angesprochen, dass ich dieser Reihe nun eine Chance geben wollte. Aktuell sind in Deutschland zwei Bände erschienen und der dritte wird bereits im Januar veröffentlicht.

Inhalt

Als Hexe wird man geboren! Coco wurde leider nicht als Hexe geboren, aber sie will trotzdem eine sein. Als eines Tages ein Zauberer in ihrem Dorf auftaucht, kann sie ihr Glück kaum fassen. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt… und begeht dadurch einen schrecklichen Fehler! 

Meinung

Wie eingangs erwähnt besticht dieser Manga vor allem durch sein Artwork. Die Zeichnungen sind aufgrund ihrer vielseitigen Schraffierungen passend für eine Abenteuergeschichte. Hinzu kommen wunderschöne Momentaufnahmen die zwar überhaupt nicht in die Story passen, jedoch definitiv ein Augenschmaus sind.
Schade ist, dass Figuren häufig in Posen gefangen sind, wodurch die Dynamik verloren geht und die Charaktere wie Aufsteller wirken, die jeweils in die passende Position gestellt worden sind.
Am meisten überzeugen hier optisch die geschaffenen Welten samt ihrer magischen Wesen.

Ausschnitt Manga

Die Story an sich ist hingegen sehr generisch. Coco, das einfache Arbeitermädchen vom Land, träumt seit ihrer jüngsten Kindheit davon eine echte Hexe/Zauberin zu sein. Da sie allerdings als Unwissende geboren wurde, muss sie sich damit abfinden, bis in alle Ewigkeit in der Schneiderei ihrer Mutter zu arbeiten. Als eines Tages dann zufälliger Weise ein echter Zauberer im Laden auftaucht entdeckt Coco, dass es auch Unwissenden auf eine bestimmte Art und Weise möglich ist, Zauberei zu wirken. Als einer dieser Zauber völlig nach hinten losgeht, wird sie von dem Zauberer mitgenommen und fortan als Hexe/Zauberin ausgebildet.

Ich finde Coco als Protagonistin unerträglich. Sie ist die typische Draufgängerin, die mit dem Kopf durch die Wand geht um dann festzustellen, dass sie besser doch auf ihre Mentoren gehört hätte. Dass sie die Zauberei liebt und wirklich alles, was damit zu tun hat, Coco in Entzückungsstürme ausbrechen lässt, macht es dabei leider nicht besser, sondern nur schlechter. Coco soll dadurch zum harten Kontrast werden, der sie von den anderen Lehrlingen abhebt. Es lässt jene, die seit ihren jüngsten Tagen an Magie studieren, um irgendwann eimal große Zauberinnen und Zauberer zu werden, in einem schlechteren Licht stehen. Müssen Figuren wirklich abgewertet werden, um eine Protagonistin sympathischer erscheinen zu lassen? Auch die Zauberschülerin Agathe, der Coco zugeordnet wird, ist in diesem Bezug ein wandelndes Klischee. Sie ist der Charakter, der alles dafür geben würde (und gibt) um das zu erreichen, was der Protagonistin/dem Protagonist einfach zu zufliegt. Dass hier Zusammenstöße vorprogrammiert sind, ist für – in dem Genre erfahrene – LeserInnen dann keine Überraschung mehr. 

Abbildung Klappenbroschüre Manga

Fazit

Auch wenn der Zeichenstil völlig überzeugt, schleppt sich die Story in Band 1 noch ein wenig zögerlich dahin. Magische Wesen und das Worldbuilding sind neu, allerdings sind Ähnlichkeiten zu bereits bekannten Zauberlehringsgeschichten nicht von der Hand zu weisen. Aufgrund des Potenzials und dem fiesen Cliffhanger am Ende werde ich Band 2 eine Chance geben. Sollte dieser dann nicht überzeugen, werde ich die Reihe allerdings frühzeitig beenden.

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