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[Interview] Caroline Rosales

Caroline Rosales, geboren 1982 in Bonn, ist Autorin mehrerer Sachbücher, arbeitet als Redakteurin der FUNKE Zentralredaktion in Berlin und ist Kolumnistin der Berliner Morgenpost. Sie schreibt sie hauptsächlich über Kultur- und Gesellschaftsthemen. Mit ihren Beiträgen bei ZEIT Online über Prostitution, Mode, Mutterrollen oder Weiblichkeit sorgt sie gerne für Debatten. Mit ihren beiden Kindern lebt die Autorin in Berlin.

Es wird viel geredet über die patriarchalisch geprägte sexistische Gesellschaft, doch selten über den Nährboden, der das Wachstum solcher männlich-dominierten Machtstrukturen begünstigt. Caroline Rosales erzählt nah an ihrer eigenen Geschichte, wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Das müssen wir ändern. Denn es gibt viele Grauzonen zwischen unserer Erziehung, Missbrauch und Feminismus. Hier werden sie beleuchtet.

Sexuell verfügbar - erschienen bei Ullstein fünf

Single Mom: Was es wirklich heißt, alleinerziehend zu sein - erschienen bei Rowohlt

Mama muss die Welt retten (zusammen mit Isa Grüterin) - erschienen bei Aufbau

Ich glaub, mich tritt ein Kind (zusammen mit Lisa Harmann) - erschienen bei dtv

Auf der Buchmesse Leipzig habe ich mich mit der Autorin und Journalistin Caroline Rosales getroffen, um mit ihr über ihr neuesten Buch, Sexuell verfügbar, zu sprechen. Das sich daraus ergebene Interview, das auch für mich sehr persönlich geworden ist, möchte ich euch heute ans Herz legen.

Nise:
Die Generation zwischen 30 und 40 ist aufgewachsen mit Bravo, Cosmopolitan und den Vorstellungen wie eine Frau/ein Mädchen zu sein haben muss, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Dabei gab es häufig Anleitungen, wie der Sex auszusehen hat, damit es IHM gefällt. Wo steht die Frau dabei?

Caroline:
Das wurde damals gar nicht gefragt und es wurde auch nie in Frage gestellt ob das, was in der Bravo oder Cosmopolitan steht oder in romantischen Komödien gezeigt wird, so in Ordnung ist. Es ging sogar bis hin zu märchenhaften Vorstellungen, dass man eines Tages heiraten und Kinder bekommen muss. Dass dies das optimale Happy End ist. All dies wurde nie in Frage gestellt und auch gerade diese Tipps in den Frauenzeitschriften waren sehr prädestiniert dafür, immer die männliche Perspektive einzunehmen. Der Klassiker war immer so etwas wie „Wie mache ich ihn verrückt, so dass er mich nie wieder verlässt“. Der Fokus lag nie auf der weiblichen Sexualität. Es wurde nicht gefragt „wie fühle ICH mich wohl“. „Welches Gewicht kann ich erreichen, damit ich das maximale Glücksgefühl habe“ wäre ein undenkbarer Artikel gewesen. Oder auch „Wie sorge ich dafür, dass ich auf jeden Fall einen Orgasmus bekomme“. Es war immer alles sehr männlich orientiert, männlich geschrieben. Die ganze Art von Sexualität, die wir gelernt haben, auch angefangen bei dem Jugendfreund, der uns mit 15/16 einen Porno zeigte. Ich habe damals die Pornos von Gina Wild und Dolly Buster gesehen und es war so übel, es war so schlimm. Diese Filme waren immer mit der Demütigung der Frau verbunden. Es sah in jedem Fall nicht nach Spaß und auch sehr ungesund, nach Blasenentzündungen und gerissenen Schleimhäuten, aus.

Nise:
Es hat sich im Mainstream bis heute ja nicht viel geändert. Es gibt den Standartporno der nach Schema F anfängt und aufhört.

Caroline:
Ja, 99% aller Pornos die der Markt hergibt haben den männlichen Blick und es hat immer sehr viel mit der Herabsetzung der Frau zu tun. Ich habe vor Kurzem die Filmemacherin Erika Lust getroffen. Sie ist die Pionierin der feministischen Pornos. Es geht in ihren Filmen darum, dass ich Frauen – dass sich alle – wohlfühlen. Ich habe sie selbst interviewt und habe ein paar Filme zur Vorbereitung gesehen und es ist natürlich auf eine Art antörnend aber am Ende fehlt das schlechte Gefühl. Denn es ist nichts Unrechtes passiert und das war für mich, als ein Teil meiner Generation, ein ganz neues Gefühl.

Nise:
Ich kann mich an eine Sache in der Bravo recht gut erinnern; es wurden 15 oder auch 20 Jungs auf der Straße befragt wie denn das perfekte „Girl“ zu sein haben muss. Die Antworten wurden dann als DIE ultimativen Richtlinien präsentiert und da konntest du schon die unterschiedlichen Machtverhältnisse spüren. In unserer Klasse wurde natürlich auch darüber gesprochen und der Konsens war, dass es genau so laufen muss.

Caroline:
Das ist lustig weil dies wird, das finde ich, auch heute noch im feministischen Diskurs, oder auch überhaupt im Diskurs um faire Bezahlung/um Gleichberechtigung/Kinderbetreuung und all diese Sachen – von so vielen Männern in Machtpositionen einfach weggewischt. Es wird immer gesagt, dass es schon so passt wie es ist und sie versuchen uns dann immer die Welt zu erklären. Sie wissen ja schon alles, können dir die Welt erklären und sie haben schon alles für sich gespeichert und deren Blick wird sich wahrscheinlich auch nie wieder ändern. Es ist eigentlich kein schöner Gedanke, dass man sie einfach nur überleben kann damit sich etwas ändert. Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als wenn Männer nach fünf Minuten sagen sie hätten alles verstanden, aber sie checken überhaupt nicht ihre Privilegien. Sie wissen gar nicht was sie selbst tun müssten, um überhaupt noch einmal das Level zu erreichen.

Nise:
Ich habe vor kurzem einen Tweet gelesen, in dem stand dass wir vom Kuschelkurs runter müssen. Es wird ja immer gesagt „wir Frauen wollen euch nichts wegnehmen, wir wollen nur das gleiche“. Aber das stimmt ja gar nicht, denn es gibt ja nur einen bestimmten Pool an Dingen und wir müssen den Männern einfach etwas wegnehmen damit wir es auch haben. Ich selbst muss mir ja auch oft anhören, dass ich gar nicht für Feminismus kämpfen müsste, weil wir hätten ja alles. Ich sage nein. Und das sind eben die Privilegien, die viele nicht sehen.

Caroline (stimmt zu):
Das Ehegattensplitting ist wahnsinnig unfair. Gerade die Frauen unserer Generation (thirty something) werden eine sehr schlechte Renten bekommen. Das ist kein Gefühl, das ist real.

Nise:
Ich habe vor Kurzem erst wieder den Berechnungsbrief erhalten und ja, davon werde ich nicht leben können.

Caroline:
Natürlich. Man muss es auch mal so sehen. Ich bin Journalistin, ich schreibe Bücher, habe mein Leben lang immer neben meinem Hauptberuf noch Nebeneinkünfte gehabt. Trotzdem ist bislang das Geschäftsmodel meines Lebens heiraten. Ich werde nie mehr Geld verdienen, als den Unterhalt den ich für die Kinder vom meinem Ex-Mann bekomme. Und das ist doch furchtbar tragisch. Was soll das denn für Signale an junge Frauen senden, wenn nicht mal Menschen wie ich, die mehrere Sachen gleichzeitig machen, es schaffen können, sich davon zu emanzipieren? Wie soll das passieren und wo ist die Motivation?

Das Prinzip von Equalpay ist ja nicht, dass eine Gruppe Männer sagt „Höhö, wie zahlen der Frau weniger“, nein es ist die Frau selbst, die nicht hart genug verhandelt für ihr Gehalt. Ich merke es bei mir selbst. Männer sagen häufiger, dass sie nicht für den Preis arbeiten und Frauen neigen eher dazu in ihrer Art beschwichtigend oder harmonisierend zu sein und dadurch kommt es eben nicht zu diesen Gehaltsverhandlungen. Wir müssen das auch lernen.

Nise:
Aber liegt das an der Erziehung?

Caroline:
Ja.

Nise:
Und meinst du die Generation die nun aufwächst, die jungen Frauen, die z.B. gerade jeden Freitag auf die Straße gehen, sehen das anders? Und machen es anders?

Caroline:
Ich hoffe sehr, dass sie es anders als wir machen. Ich kann es nicht beurteilen, da ich nicht sie bin aber ich denke das geht in eine sehr gute Richtung. Gerade auch die Klimabewegung. Man muss ja fast „endlich!“ rufen, denn unsere Generation war furchtbar unpolitisch. Ich hoffe, dass diese ganzen Bewegungen noch größer werden und wirklich etwas bewirken können. Es ist ja auch tatsächlich so wie einige sagen, es schüchtert die Politiker wahnsinnig ein. Denn es ist die nächste Generation, das kann man nicht einfach so weg bügeln wie es schon so oft mit Demonstrationen passiert ist. Ich finde es immer falsch, solche Demonstrationen nicht anzunehmen. Leider neigt unsere Politik dazu.

Nise:
Am 08.03. war Weltfrauentag. In vielen Städten gab es Streiks, auch bei uns in Köln. Ich war besonders davon angetan, weil der Aufruf die Arbeit nieder zu legen an alle Frauen ging und dass dort gemeinsam auch für die Menschen demonstriert wurde, die „nur“ Carearbeit leisten. Ich als Mutter in Elternzeit werde ja auch oft damit konfrontiert, dass ich aufgrund dessen keine „echte“ Feministin sein könnte. Was würdest du Menschen, die so eine Aussage tätigen, entgegnen?

Caroline:
Carearbeit, egal ob für Alte, Kinder, Säuglinge, ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Und tatsächlich ist es so, dass sogar Karl Marx schon in „Das Kapital“ geschrieben hat, dass, um den Staat und das Sozialsystem aufrechtzuerhalten zu können und es nicht zu überfüttern, damit es nicht zusammenbricht, ist es wichtig dass es Ehen mit mindestens zwei Kindern gibt und das ein Teil (meist die Mutter) davon diese Carearbeit leistet. Wenn es nicht in diesem Maße die ganze kostenlose Carearbeit geben würde, wie wir sie haben, würde das ganze Sozialsystem zusammenbrechen. Und das ist auch meiner Meinung nach der Grund, warum immer noch 300.000 Kitaplätze in Deutschland fehlen die überhaupt nicht aufgefüllt werden. Die hoffen einfach auf diese Art, diese Kosten einsparen zu können.

Es gibt im Grunde zwei Gründe diese Carearbeit zu leisten. Erstens, du bist gerne bei deinen Kindern und hoffst eine Lebensqualität mit ihnen zu erreichen und ihnen auch sehr viel mitzugeben. Auf der anderen Seite fängst du aber eben auch das Staatsversagen auf, diese Kitaplätze zu füllen. Ich denke dass das Zusammensein mit (den eigenen) kleinen Kindern, ist ein, wenn nicht sogar einer der wichtigsten Teile, unserer Gesellschaft. Und ob den jetzt Frauen oder Männer machen ist eigentlich völlig egal dabei. Es ist nur leider so, dass es zu 90% die Frauen machen. Ich war selber 3 Jahren mit meine kleinen Kindern zu Hause. Was aber schrecklich war, und das hatte ich in meinem Buch Singlemom bereits beschrieben, ich fand im gesellschaftlichen Leben gar nicht mehr statt. Mir hat auch keiner mehr interessante Fragen gestellt und ich wurde auch teilweise zu gar nichts mehr eingeladen. Ich war komplett raus und das war für mich auch eine düstere Periode. Und ich war am Ende so verzweifelt, dass ich dann wieder arbeiten gegangen bin. Man existiert gar nicht mehr als eigenständige Person, die etwas interessantes zu sagen hat und das ist ein furchtbares gesellschaftliches Defizit.

Nise:
Ich finde es schön, dass du das ansprichst. Mir ging es da sehr ähnlich, aber viel zu wenige reden offen darüber. Ich persönlich empfand die Elternzeit beim ersten Kind als die einsamste Zeit, die ich je hatte. Den Kontakt zu anderen Eltern/zu anderen Müttern empfand ich immer als sehr oberflächlich. Aber es fing ja bereits in der Schwangerschaft an, weil sich in dieser Zeit auf einmal Freunde abgewendet haben.

Caroline:
Das stimmt, bei mir auch. Bei mir waren es Freundinnen, die keine Kinder hatten und plötzlich dachten, sie müssten sich eine neue beste Freundin suchen und Party mit ihr machen. Man wurde immer einsamer.

Ich war auch wahnsinnig viel alleine. Eine Bloggerin, die ich kenne die auch Autorin ist, hat es mal schön zusammengefasst. Sie meinte sie war noch nie so überfordert und zu Tode gelangweilt zu gleich.

Und dass man eben auch wahnsinnig viel Zeit mit sich selbst verbringt. Auch die Zeit, die ich alleine mit den Kindern verbracht habe. Ich habe mich dann in meinem Perfektionismus auch immer mehr isoliert. Für mich war damals die Lösung wieder arbeiten zu gehen und meine Kinder einem Kindermädchen für gewisse Stunden zu überlassen. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich auch absurderweise die Kraft, meine Ehe zu beenden und wieder ich selbst zu sein. Den eigenen Gehaltsschein zu haben hat für mich Welten geöffnet und lustigerweise habe ich mich dann eben kurz danach getrennt. Das ist nun meine Geschichte, aber ich finde arbeiten oder eben etwas eigenes zu erschaffen bringt dir unheimlich viel. Sollte jede Frau machen oder zumindest in Erwägung ziehen. Das muss natürlich niemand machen, ich möchte niemanden bevormunden.

Nise:
Manchmal geht es auch einfach nicht.

Caroline:
Ja, oder ausprobieren, einfach irgendwas für sich selbst machen. Das finde das schon wichtig.

Nise:
Die Elternzeit ist sowieso eine Sache für sich. Sobald der Vater nur einmal mit dem Kind rausgeht, wird ihm schon ein Preis hinterher geworfen. Wenn du dir als Mutter hingegen mal eine Auszeit nehmen willst, wirst du als Rabenmutter beschimpft. Mein Empfinden ist, dass du – besonders als junge – Mutter, einfach nur alles falsch machen kannst.

Caroline:
Ja, ich habe es in meinem Buch sogar drin stehen: Als Frau darfst du keine Fehler machen, als Mutter musst du unfehlbar sein.

Ich habe das so beschrieben: Wenn das Kind mit dem Vater auf dem Spielplatz schlecht oder dreckig angezogen ist, dann denken die Leute „Oh, der arme. Der geht mit dem noch auf dem Spielplatz, der schafft das gerade so. Was für ein toller Typ.“ Und bei einer Mutter wollen die Menschen direkt das Jugendamt rufen. Es ist eklatant, wie da so die Gesellschaftsbilder sind. Ich habe darüber auch viel in dem Buch Singlemom geschrieben. Du bist so unter Beobachtung, gerade als Alleinerziehende. So nach dem Motto „Die kann das gar nicht schaffen“, du hast einfach das Dauerloserabo. Auf der Arbeit bist du immer die, die beäugt wird, ob du das hinbekommst. Und im Kindergarten ist es erst recht so. Deswegen ist es sehr wichtig sich davon abzugrenzen. Ich gehe zum Beispiel nicht auf Elternabende. Aus Prinzip nicht. Solche Sachen muss man für sich einfach beanspruchen.

Nise:
Du schreibst in deinem Buch, dass wir Frauen, im Gegensatz zu vielen Männern, keine Gruppen/Communitys bilden. Wie können wir die Solidarität unter den Frauen stärken? Wie schaffen wir es, dass wir mehr Netzwerke gründen?

Caroline:
Ich habe viel mit Freundinnen, die auch schreiben, darüber gesprochen. Es ist eine schwierig zu beantwortende Frage, warum es diese ewige Missgunst unter Frauen gibt. Ich unterstelle auch, dass es diese gibt, wie ich es in meinem Buch geschrieben habe. Ich glaube Frauen denken auf eine absurde Art, dass es nicht Platz genug für alle gibt. „Wenn sie da ist, dann kann ich da nicht sein.“ Auf eine absurde Art kämpft man dann auch um die männliche Gunst, die einen sozusagen in Positionen bringt. Dadurch, dass immer so viel Jobs, gerade für Frauen, umkämpft sind, fehlt dieses gönnerhafte. Aber ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass es nichts schlimmeres gibt als jene Frauen, die versuchen über die Gunst von Männern hochzukommen. Das ist auch eine furchtbare Art des Mansplaining. Ein Typ der eine Frau lobt und sagt wie toll sie ist und sie dadurch in eine Position setzt. Das ist auch nicht in Ordnung.

Ich glaube aber ganz, ganz fest an Frauennetzwerke. Alle Berufsentscheidungen die mir ermöglicht wurden und die auch nachhaltig sind, die mich wirklich weitergebracht haben, sei es, dass ich eine Lektorin habe, sei es die Freundin die mir auch meinen aktuellen Redaktionsjob empfohlen hatte, all diese Dinge sind durch Frauen passiert und daher glaube ich komplett an Netzwerke. Und ich würde auch schon sagen, dass ich in meinem Freundeskreis Frauen habe, wo wir uns bewusst Sachen mitteilen und zuschieben. Es ist in den Anfängen, aber es hilft.

Nise:
Im Kapitel „Desperate Housewives“ forderst du die Eröffnung eines Diskurses über die echte weibliche Sexualität. Wie können wir diese anstoßen? Wie können wir die Mauern einreißen?

Caroline:
Ich glaube ehrlich gesagt das ist schon so ein bisschen passiert, weil wir viel offener über Themen reden. Wir waren neulich im Schwimmbad und meine Tochter meinte zu mir „Oh Mama, ich mache mal die Kabinentür zu, man sieht deine Scheide“. Ich fand es lustig, dass sie es einfach so normal sagte. Ich hätte es an ihrer Stelle nicht über die Lippen bekommen und sie hat fünf Wörter dafür. Ich denke das der ganze Diskurs ins Rollen gekommen ist. Es gibt US Comedians wie Amy Schumer, die reden über Analsex oder über Ausfluss. Das hätte zu meiner Zeit so nie stattgefunden, weil es unerhört gewesen wäre. Es wäre einfach nicht möglich gewesen. Alleine darüber, dass es Begriffe gibt wie Orgasm Gap hilft, es aufzubrechen. Der Diskurs ist schon da und das ist auch einer der Gründe, warum ich dieses Buch schreiben wollte. Weil ich einfach den Diskurs am Laufen halten möchte.

Nise:
Möchtest du noch etwas zum Abschluss sagen?

Caroline:
Ich bin froh, welche Entwicklung das Buch durchgemacht hat. Ich habe es wirklich alleine auf der Couch geschrieben und habe immer überlegt, was ich zu dem Thema beitragen kann. Und ich bin froh, dass gerade so viele Bücher zum neuen Feminismus und der neuen Weiblichkeit herausgebracht werden. Es macht mich doppelt froh, einerseits dieses Buch gemacht zu haben, auf der anderen Seite mich plötzlich in dieser Riege von vielen jungen, tollen, weiblichen Autorinnen wieder zu finden. Ich gehe auch viel auf Lesungen zu dem Thema und es nimmt gerade eine gute Dynamik an.

Nise:
Hast du da noch ein paar Leseempfehlungen für meine BlogleserInnen?

Caroline:
Ich mag das Buch von Marlene Stark und Anna Gien „M“. Virginie Despentes‘ „King Kong Theorie“ war ein Buch das ich sehr toll fand und das mich sehr erschüttert hat. Ich fand auch Moira Weigels „Dating“ nicht schlecht, es auch ein Buch welches ich in meinem häufig zitiert habe.


Klappentext, Autorinnenfoto und Cover: Ullstein Buchverlage
Das Buch wurde mir zur Vorbereitung durch den Verlag zur Verfügung gestellt.

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